Die Beratungsstellen des Bistums Trier veröffentlichen ihren Jahresbericht für 2025:Lebensberatung erreicht über 30.000 Menschen

Trier – Im Jahr 2025 haben 22.855 Menschen Hilfe bei den 20 Lebensberatungsstellen des Bistums Trier gefunden. Die überwiegende Mehrheit von ihnen waren Minderjährige. Darüber hinaus nahmen 9.992 Erwachsene, Kinder und Jugendliche an weiteren Angeboten der Lebensberatung teil, wie zum Beispiel Elternkursen und offenen Sprechstunden.
Bei Kindern und Jugendlichen waren Trennung und Scheidung der Eltern und Sorgeberechtigten wichtigstes Thema der Beratungen. Auch Partnerschaftskonflikte der Eltern, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, Erschöpfung und Überlastung sowie psychische Erkrankungen eines Elternteils waren häufige Gründe für den Besuch der Lebensberatung. Dabei leben rund die Hälfte der beratenen Kinder und Jugendlichen nicht in ihrer Ursprungsfamilie, sondern etwa bei einem alleinerziehenden Elternteil oder bei einem leiblichen Elternteil und einem Stiefelternteil.
In der Beratung von Erwachsenen waren Belastungen durch kritische Lebensereignisse, wie zum Beispiel Tod oder Verluste, das wichtigste Thema. Depressive Verstimmung oder Depression, dysfunktionale Interaktionen oder Kommunikation, Überlastung und Stress sowie Belastungen durch das familiäre Umfeld waren weitere wichtige Motive, die Lebensberatung aufzusuchen.
90 Prozent aller Beratungen fanden 2025 persönlich statt. Darüber hinaus gibt es aber auch Angebote für Telefon-, Video- und Onlineberatungen. Die Beratungsdauer betrug 2025 im Durchschnitt 6,5 Stunden pro Fall.
Blickpunkte auf die Arbeit der Lebensberatungsstellen
Abseits von Zahlen bietet der Jahresbericht der Lebensberatung im Bistum Trier auch Einblicke in die Arbeit der Stellen. So behandeln beispielsweise die Blickpunkte der Lebensberatungen Betzdorf und Koblenz den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Medien im Alltag von Eltern. Die Lebensberatungsstelle Neunkirchen informiert in ihrem Beitrag über das Thema häusliche Gewalt. Die Perspektive von Kindern und Jugendlichen auf Betreuungsmodelle getrenntlebender Eltern bietet die Beratungsstelle Saarlouis und die Lebensberatungsstelle Simmern befasst sich in ihrem Blickpunkt mit der Frage, wie lange Beratung dauern darf.
Finanzen der Lebensberatung
Die Gesamtkosten der 20 Lebensberatungen des Bistums Trier im Saarland und in Rheinland-Pfalz beliefen sich 2025 auf über 8 Millionen Euro. Davon finanzierte das Bistum Trier als Träger rund 3,5 Millionen Euro. Dies entspricht 43,4 Prozent der Gesamtkosten. Die Kommunen beteiligten sich mit etwas über 3,5 Millionen Euro und die Länder mit rund 1 Million Euro. Für jede Person, die Angebote der Lebensberatungsstellen wahrgenommen hat, wurden durchschnittlich etwa 353 Euro Steuer- und Kirchensteuergeld eingesetzt.