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Matthias Beer ist neuer Ausbildungsleiter für Gemeindereferent*innen und Pastoralreferent*innen  :Mit Herz, Haltung und Theaterleidenschaft 

Seit dem Frühjahr 2025 ist Matthias Beer Ausbildungsleiter für Gemeindereferent*innen und Pastoralreferent*innen im Bistum Trier.
Datum:
14. Okt. 2025
Von:
Stefan Schneider

Trier – Zuhören, nachfragen, begleiten: Seit dem Frühjahr 2025 ist Matthias Beer Ausbildungsleiter für Gemeindereferent*innen und Pastoralreferent*innen im Bistum Trier und er bringt in diese Aufgabe nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch viel Persönlichkeit und Erfahrung – auf der kleinen und auch auf der großen Bühne. 

Beer, 36 Jahre alt, ist selbst ausgebildeter Gemeindereferent. Er hat in Mainz studiert und war viele Jahre in der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land sowie zuletzt in der Pfarrei St. Matthias in Trier eingesetzt. Seine Schwerpunkte lagen dabei in der Kinder- und Jugendarbeit. „Ich finde es spannend, Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten“, sagt er. „Zu sehen: Was bringen sie mit? Wo wollen sie hin? Und wie kann ich sie auf diesem Weg unterstützen?“ Diese Haltung prägt auch seine Arbeit als Ausbildungsleiter. Beer versteht Ausbildung nicht als Anleitung, sondern als Ermöglichung. Er traut den angehenden Gemeinde- und Pastoralreferent*innen etwas zu – auch wenn das für manchen eine ‚Zumutung‘ sein kann. „Ich arbeite ressourcenorientiert. Ich schaue nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was schon da ist.“ Zurzeit sind es 18 Menschen, die sich auf die Arbeit in der Kirche vorbereiten. 

Dabei ist ihm bewusst, dass sich die Rahmenbedingungen für Kirche an sich und für die Arbeit in der Kirche verändert haben. Die Welt ist komplexer geworden, die Kirche steht unter Druck, zudem gehen in den kommenden Jahren viele Kollegen*innen in den Ruhestand. „Unsere Auszubildenden kommen daher oft in Situationen mit hohem Erwartungsdruck“, sagt Beer. „Manchmal fehlen erfahrene Ansprechpartner*innen, Aufgaben sind vielleicht liegen geblieben.“ Das sei herausfordernd – „aber auch eine Chance, früh Verantwortung zu übernehmen.“ Er beobachtet aber auch einen Generationenwechsel bei den angehenden Gemeinde- und Pastoralreferent*innen. „Ich bin ein klassischer Millennial. Die Menschen, die jetzt in die Ausbildung kommen, gehören teilweise zur Generation Z. Sie haben andere Erwartungen und Zugänge zum Lernen und zum Beruf. Das fordert uns heraus, unsere Konzepte zu überdenken.“ 

Beer beobachtet, dass sich die Berufsbilder von Gemeindereferent*in und Pastoralreferent*in zunehmend annähern. „Klassischen Unterschiede, wie die akademische Herkunft, sind noch immer da, aber sie verlieren an Bedeutung, da man auf derselben Einsatzebene und den gleichen Einsatzorten eingesetzt wird“, erklärt er. „In der Praxis arbeiten beide Berufsgruppen immer enger zusammen und für viele Menschen in den Gemeinden ist es letztendlich entscheidender, dass sie auf Menschen treffen, die sich ihrer Anliegen annehmen, unbenommen der Berufsbezeichnung.“ Die Kirche brauche vielleicht Menschen mit unterschiedlichen Zugängen – aber mit einem gemeinsamen Ziel: „Glaubwürdig und wirksam vor Ort präsent zu sein.“ 

Gleichzeitig sieht er die Kirche in einer besonderen Verantwortung. „Wir erleben gesellschaftliche Polarisierung.“ Die Frage laute: „Wie können wir als Kirche präsent sein, ohne zu spalten? Was heißt es, in dieser Welt Kirche zu sein? Wie können wir einen Beitrag zur Einheit leisten?“ Das habe dann aber auch Auswirkungen auf die Ausbildung. Was ihn persönlich am Beruf des Gemeindereferenten begeistert? „Es ist die Freiheit, Aufgaben zu gestalten. Die Möglichkeit, eigene Talente einzubringen. Und die Begegnung mit Menschen. Ich kenne wenige Berufe, in denen ich so viel Gestaltungsspielraum habe“, sagt Beer. „Das ist ein großes Privileg.“ 

Neben der Arbeit ist das Theater seine große Leidenschaft. Seit 2008 spielt er fest in einer Trierer Theatergruppe – aktuell probt er für ‚Harold und Maude‘. „Theater ist für mich eine intensive Form der Kommunikation“, sagt er. „Es geht darum, Geschichten zu erzählen, die Menschen berühren, zum Lachen oder zum Nachdenken bringen. “ Denn am Ende gingen dann sowohl die Zuschauer*innen, aber auch die Schauspieler*innen verändert aus dem Theater.  

Ob auf der Bühne oder im Ausbildungsgespräch – Matthias Beer geht es um Begegnung. Um das, was Menschen bewegt. Und darum, sie auf ihrem Weg zu begleiten – mit Herz, Haltung und einem feinen Gespür für das, was sie brauchen. 

Mehr zu den Berufen des Gemeindereferenten und des Pastoralreferenten im Bistum Trier finden sich auf hier.