Bei Visitation trifft Peters Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Initiativen und Unternehmen:Mit Overall und Schutzbrille: Weihbischof besucht Arla in Pronsfeld

Pronsfeld – Nicht der normale Dresscode für Weihbischof Peters: Mit Overall, Schutzbrille, Sicherheitsschuhen und einem Haarnetz trifft man den 66-Jährigen normalerweise nicht. Doch im Rahmen von Visitationen, bei denen die Bischöfe die verschiedenen Regionen des Bistums besuchen, erleben sie oft auch ganz andere Arbeitswelten. So auch bei der Visitation des Pastoralen Raums Prüm, bei der Peters neben Gesprächen mit Gremien und dem pastoralen Personal auch Akteure aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft trifft. Denn die Bischöfe interessiert, wie der Arbeitsalltag der Menschen aussieht, wie sich die Arbeitswelt im ländlichen Raum verändert und welche Herausforderungen die Unternehmen der Region bewegen.
Lebenswelten der Menschen vor Ort kennenlernen
„Wir möchten als Kirche die Lebensbedingungen der Menschen im Bistum kennen und dazu gehört auch, Orte kennenzulernen, an denen sie leben und arbeiten“, betonte Peters während des Besuchs, der im Verwaltungsgebäude von Arla startete. David Fußmann, Bereichsleiter Maintenance and Engineering, gab den Teilnehmenden zunächst Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Standorts. Die Ursprünge reichen bis in die 1960er Jahre zurück, als in Pronsfeld die Milchunion Hocheifel (MUH) gegründet wurde. Heute zählt der Betrieb mit 848 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern der Region. Die schieren Ausmaße des Standorts wurden später auf einer zweistündigen Führung über das Betriebsgelände klar, bei der die Zeit noch längst nicht für alle Bereiche reichte. Fußmann veranschaulichte das mit weiteren Zahlen: 1,8 Milliarden Kilo Milch verarbeitet der Standort in Pronsfeld jährlich – das sind 5 Millionen Kilo pro Tag. Die Milch kommt von Höfen aus Belgien, Luxemburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die hergestellten Produkte von Arla reichen von H-Milch, über Butter, Getränke, Käse bis zu Milchtrockenpulver, die in die ganze Welt geliefert werden. Sogar eine werkseigene Kläranlage gibt es hier, deren Kapazitäten für das Abwasseraufkommen einer 150.000-Einwohner-Stadt reichten.

Mit Schutzbrille, Overall und Sicherheitsschuhen durch die Produktion
Zur Besuchergruppe gehörten neben Weihbischof Peters Karl-Heinz Neisius (Gemeindereferent), Pfarrer Stefan Trauten (Kooperator), Thomas Stadler (Ökonom im Leitungsteam des Pastoralen Raums), Tanja Eppers (Bürofachkraft), Pfarrer und Dekan Christoph Kipper sowie Johannes Eiswirth (Pastoralreferent im Leitungsteam).
Ausgestattet mit Schutzoveralls, Haarnetzen, Schutzbrillen und Sicherheitsschuhen ging es zur Besichtigung durch verschiedene Bereiche des Werks. Die Gruppe erhielt Einblicke in die Verarbeitung der angelieferten Milch, in Anlagen zur Ultrahocherhitzung, in die Abfüllung von Produkten für internationale Märkte sowie in automatisierte Lagerhallen. Dort übernehmen moderne Robotersysteme große Teile der Logistik und steuern selbstständig die Verteilung der Waren in die Regale. Während des Rundgangs entwickelte sich ein lebendiger Austausch. Weihbischof Peters stellte ebenso wie die Mitarbeitenden des Pastoralen Raums zahlreiche Fragen – etwa zu den Ausbildungsangeboten des Unternehmens, zur Herkunft der Beschäftigten, zur Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe oder zu den Auswirkungen steigender Energiepreise auf die Produktion. Deutlich wurde dabei die Vielfalt der Milch liefernden Höfe: Sie reicht von kleineren Familienbetrieben bis hin zu großen Betrieben mit mehreren hundert Kühen. Sie alle sind Teil der Genossenschaft, die den Arla-Standort mit Milch beliefert. Viele der Mitarbeitenden stammen selbst aus Familien, die in der Landwirtschaft tätig sind oder waren.

Besonderes Interesse hatten die Besucher auch an Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung. So informierten Fußmann und Andreas Schreiber, Associate Director Maintenance und Engineering, wie die Abwärme aus verschiedenen Prozessen genutzt wird und über Pläne, künftig verstärkt erneuerbare Energien und Wärmepumpentechnologien einzusetzen. Für die Teilnehmenden bot der Besuch die Möglichkeit, einen wichtigen Arbeitgeber der Region kennenzulernen und mit Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. „Solche Begegnungen helfen uns, die Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Pastoralen Raum besser zu verstehen“, sagte Weihbischof Peters. Gerade in ländlichen Regionen seien Unternehmen, Vereine, Kommunen und Kirche gemeinsam Teil des gesellschaftlichen Lebens. Der Austausch darüber, was die Menschen bewegt und welche Herausforderungen sie bewältigen müssen, sei deshalb ein wichtiger Bestandteil der Visitation.