Weihbischof Brahm besucht Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende :Nach der Flucht Sicherheit finden in einem fremden Land

Flughafen Hahn – Hier kommen Menschen nach der Flucht an, hier finden sie Schutz, hier kommen sie zur Ruhe und suchen neue Orientierung. Die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) am Flughafen Hahn ist eine wichtige Anlaufstelle für Asylsuchende in Rheinland-Pfalz. Davon überzeugte sich auch der Trierer Weihbischof Robert Brahm im Rahmen seiner Visitationsreise durch den Pastoralen Raum Simmern. Er zeigte sich tief beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird und von den Menschen, die hier tätig sind.
„Es ist eine große Herausforderung, hilfesuchende Menschen, die aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen zu uns gekommen sind, zu betreuen und zu begleiten. Das erfordert viel Gespür und Einfühlungsvermögen“, unterstrich der Bischof. Und fügte hinzu: „Und genau das geschieht hier, und das ist schon imponierend, was hier in dieser Einrichtung geleistet wird.“ Die seit 2023 bestehende AfA am Flughafen Hahn ist die kleinste Aufnahmeeinrichtung in Rheinland-Pfalz. Sie hat eine Aufnahmekapazität für rund 450 Personen, derzeit sind 185 Menschen hier untergebracht. Sie kommen aus mehr als 25 Ländern, die meisten aus der Ukraine, gefolgt von Syrien und der Türkei. 24 der Bewohner*innen sind minderjährig, elf davon jünger als 7 Jahre. Rund 100 Mitarbeitende sind hier beschäftigt, direkt bei der AfA, aber auch bei Partnern und Dienstleistern.
Verschiedene Angebote für Geflüchtete
„Wir sind eine Kombination von Unterbringung und Hilfestellung“, sagt Jens Rieger, Leiter der AfA am Flughafen Hahn. Hier sei es wichtig, dass die Menschen erst einmal ankommen und zur Ruhe kommen können. „Wir wollen ihnen nach der Flucht mit oft traumatischen Erlebnissen Sicherheit geben in einem für sie fremden Land, wo alles anders ist als in ihrer Heimat“, berichtet er. Natürlich sei die Betreuung und Begleitung von Menschen unterschiedlicher Herkunft eine Herausforderung, sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Mitarbeitenden der AfA, räumt Jens Rieger ein. „Unter unseren Mitarbeitenden sind alle Sprachen vertreten, das hilft“, meint er. Dabei sei das Angebot für die Asylbegehrenden umfangreich. Schule, ein Sozialdienst, Kindereinrichtungen, Spiel- und Teestube, medizinische Versorgung, ein Info-Point zur Orientierung, aber auch Sicherheitsdienst und Polizei. „Hier geht es um Menschen, die Hilfe benötigen, und wir haben viele tolle Kolleginnen und Kollegen, die die Arbeit hier leisten“, macht auch Christiane Luxem, die Vizepräsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, deutlich.
Wichtig für die Aufnahmeeinrichtung sei dabei ein gutes Miteinander, sowohl in der AfA wie auch mit dem Umfeld im Hunsrück. „Hier gibt es einen Ombudsmann, der Ansprechpartner für die Bewohnerinnen und Bewohnern bei Sorgen und Problemen ist. Und wir haben einen Vorfeldbeauftragten, der die Sichtweisen der Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern an uns gibt, der aber auch die AfA bei den dortigen Menschen bekannt macht und damit ein wichtiger Mittler ist“, erzählt Jens Rieger. Das Konzept funktioniert: Regemäßig nehmen Bewohnerinnen und Bewohner der AfA am Dorfleben in der Umgebung des Flughafens teil und es gibt vielfältige Kontakte. „Hier ist der Dialog sehr wichtig, die Dörfer sind klein, wenn unsere Einrichtung voll belegt ist, sind wir selbst ein kleines Dorf. Und wir wollen gute Nachbarn sein“, unterstreicht der AfA-Leiter.
Ehrenamtliche gesucht
Freuen würde sich die Einrichtung über ehrenamtliches Engagement. „Leider stecken wir noch in den Anfangsschuhen, aber wir geben uns Mühe“, so Jens Rieger. Auch sei ein engerer Kontakt zu Caritas und Diakonie durchaus gewünscht. Ein Anliegen, das Weihbischof Brahm aufmerksam vernahm. Bei einem Rundgang überzeugte sich der Weihbischof von der Arbeit und den Angeboten in der Aufnahmeeinrichtung, er suchte das Gespräch mit Mitarbeitenden, aber auch Bewohnerinnen und Bewohnern. Einige schilderten in bewegten Worten ihr Schicksal und ihre Erlebnisse bei der Flucht, aber auch von Problemen mit der Anerkennung des Asylantrages. Eindrücke, die bewegten.
„Es war interessant, die Arbeit am Flughafen Hahn näher kennenzulernen und einen Eindruck zu bekommen, was hier geleistet wird“, so Weihbischof Brahm. Er hoffe, dass sich Menschen finden werden, die sich ehrenamtlich engagieren und mithelfen, dass Not leidenden Frauen und Männern weiterhin hier geholfen werden kann. „Ich werde sicher gerne bei Gesprächen im Hunsrück auf die wichtige und gute Arbeit hier hinweisen“, betont der Weihbischof. Begleitet wurde er bei seinem Besuch von Mitgliedern des Leitungsteams des Pastoralen Raums Simmern sowie der Caritas Rhein-Hunsrück.