Langjähriger Leiter des Museums am Dom verabschiedet sich in die Rente:Nur das Original

Trier – „Nichts kann die Begegnung mit den Originalen ersetzen – das aber ist Aufgabe eines Museums.“ Ein solches leitet Markus Groß-Morgen mit dem Museum am Dom. Wenn er nun in Rente geht, dann geht nicht nur ein hoch angesehener Museumsdirektor, ein Theologe und Kunsthistoriker, der von der ersten Stunde an mit dem Museum verbunden ist. Es geht auch ein Kunstbegeisterter. „In einer immer schneller werdenden und digitalisierten Welt muss es immer auch etwas ‚Wirkliches‘ zu sehen geben. Eine Herausforderung, um mehr als fünf Minuten vor einem Bild zu verharren und sich darauf einzulassen.“
Nach dem Studium der katholischen Theologie und der Kunstgeschichte in Trier und in München kam Groß-Morgen 1986 zunächst nur für ein theologisches Orientierungsjahr an das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum in Trier, damals noch in der Banthusstraße. 1987 trat er dann die Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters an, war somit in den Umzug zum aktuellen Standort sowie der Eröffnung im Juni 1988 eingebunden. Die Übernahme der Direktorenstelle sei dann lange Zeit kein Thema gewesen. „Ich wollte diesen Stress gar nicht haben.“ Markus Groß-Morgen übernahm dann doch bewusst die Leitung des Museums am Dom, zunächst 2011 noch kommissarisch und ab 2012 ordentlich, auch mit dem Ziel, „selbst das Museum gestalten zu können“.
„Ich habe diesen Schritt nie bereut“, sagt Groß-Morgen. „Es ist ein sehr schönes Haus, was auch die Besucher uns immer wieder bestätigen.“ Er habe in unzähligen Ausstellungen erfahren können, wie wandlungsfähig die Gebäudehülle sei. „Ich habe das auch jetzt meinem Nachfolger Dr. Jürgen von Ahn gesagt: Es ist einer der schönsten Arbeitsplätze in Trier.“ Besonders in Erinnerung geblieben seien ihm die Landesausstellung von 2022 zum Untergang des Römischen Reiches. „Davon haben wir für unser Haus sehr viel profitiert.“ Man habe vieles für die Dauerausstellung übernehmen können und zusätzliche Investitionen hätten sich tatsächlich ausgezahlt. Auch die erste von ihm als Leiter durchgeführte Ausstellung „Arte Bolivia“ von 2010 zu zeitgenössischer Kunst aus Bolivien sei ihm in Erinnerung geblieben. „Es war eine besondere und schöne Erfahrung, Bolivien kennenzulernen, diese Menschen und auch die Künstler dort.“
Für das Museum am Dom, als kirchlichem Museum, sei es ihm immer wichtig gewesen, dass Kunst mit dem Menschsein konfrontiere. Natürlich auch als Inspiration für eine christliche Lebenshaltung und Lebensführung. Das Museum sei auch ein Ort von Kirche, an dem Menschen, die ansonsten mit dem Thema Kirche abgeschlossen haben, diesen Ideen und Werten begegnen könnten. „Wenn ein Besucher ins Gästebuch schreibt, dass er ohne große Erwartungen in dieses Museum gekommen ist und überrascht war von der Vielfalt, dann ist das sehr erfreulich und sehr schön.“ Und vielleicht war es diesem Besucher vergönnt, sich länger als fünf Minuten den Originalen auszusetzen.
Mehr Information zum Museum am Dom findet man unter: https://www.museum-am-dom-trier.de/start/. Mehr über Dr. Jürgen von Ahn, den zukünftigen Leiter des Museums am Dom: https://www.bistum-trier.de/news/aktuell/news/artikel/Neuer-Direktor-fuer-das-Museum-am-Dom/