Bischof Ackermann: Tag der Ruhe ist Akt des Glaubens :Osternacht gibt Kraft, immer wieder neu anzufangen
Trier – Die Osternacht mit ihrem Sinn für die Schöpfung, die Zeit und die Heilsgeschichte kann daran erinnern, dass der Sonntag als der Tag der Auferstehung nicht bloß ein Ruhetag am Ende einer Arbeitswoche ist, sondern „dass er der Tag ist, von dem Leben ausgeht, und die Kraft, immer wieder neu anzufangen“. Diesen Impuls hat Bischof Dr. Stephan Ackermann den Gläubigen bei der Feier der Osternacht
(4. April) im Trierer Dom gegeben.
Die biblische Lesung mit dem gesamten Schöpfungsbericht mache deutlich, dass die Schöpfung nicht dann „fertig“ ist, wenn alles geschafft ist, sondern „sie vollendet sich darin, dass Gott sein Werk betrachtet und sich daran freut“. Im übertragenen Sinne bedeute das: „Wir vollenden uns nicht im rastlosen Schaffen und Machen, sondern in der Fähigkeit, schauen, betrachten, wahrnehmen, genießen zu können.“ Und nicht nur die Heilige Schrift, sondern auch viele Philosophen hätten immer wieder darauf hingewiesen, dass der Mensch und damit die Schöpfung erst wirklich in der Muße und in der Ruhe zu seinem letzten Sinn komme: „Erst durch den Sabbat erhält die Schöpfung ihre tiefste Würde.“
Den „Siebten Tag, den Tag der Ruhe“ zu respektieren, so Ackermann, sei daher „nicht nur arbeitsökonomisch klug, um Kraft für die nächste Woche zu tanken“, sondern ein Akt des Glaubens: „In ihm wird deutlich, dass die Welt und alles Leben im Tiefsten nicht Ergebnis unseres Schaffens ist, sondern ungeschuldetes Geschenk Gottes.“
Gleichzeitig werde durch die Geschehnisse der Osternacht die Wochenstruktur “umgekehrt”: Nicht mehr der siebte, der letzte Tag der Woche sei seitdem “der entscheidende Gottes-Tag", sondern der erste: “Für die Osterzeugen war klar: Mit der Auferstehung ihres Herrn und Meisters Jesus ist etwas geschehen, dass die Welt ebenso grundstürzend wie beglückend verändert hat. Dieses Geschehen berechtigt sogar, den Lebensrhythmus neu zu ordnen.”
In der Osternacht wird zunächst am Osterfeuer die Osterkerze entzündet. Es folgen im Wortgottesdienst Lesungen aus dem alten und neuen Testament. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Clara Guczki und Christoph Michael (Kantorengesang), Ulrich Krupp (Chororgel), Marcel Eliasch (Hauptorgel) und einem Vokalensemble der Dommusik unter der Gesamtleitung von Thomas Kiefer.
