51 Personen erhalten Beauftragung für katholischen Religionsunterricht: „Sie werden heute zu einem wunderbaren Dienst beauftragt”

Trier – Im Rahmen der Heilig-Rock-Tage in Trier haben am 18. April Religionslehrerinnen und -lehrer aus dem Bistum die bischöfliche Beauftragung für den katholischen Religionsunterricht, die Missio Canonica, erhalten.
Bischof Dr. Stephan Ackermann überreichte in einem Gottesdienst in der Liebfrauenbasilika die Urkunden an die Lehrkräfte. Insgesamt haben in diesem Jahr 51 Personen die Beauftragung erhalten, aber nicht alle konnten vor Ort in Trier mit dabei sein. Den Gottesdienst gestaltete der Jazzchor „United Voices” aus Saarlouis unter der Leitung von Ruth und Dietmar Strauß mit.
„Sie werden heute zu einem wunderbaren Dienst beauftragt”, gab Ackermann in seiner Predigt den Lehrerinnen und Lehrern mit auf den Weg. Gleichwohl wisse er, dass der Schuldienst auch anstrengend sein könne. „Aber das nimmt meines Erachtens nichts von der Schönheit und der Größe der Botschaft, die uns anvertraut ist.” Die Größe dieser Botschaft liege unter anderem darin, dass sie nicht nur für eine bestimmte Altersgruppe oder ein bestimmtes soziales Milieu passe, so der Bischof. Dabei sei der Kern simpel: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. „Die Botschaft lässt sich auf einen Punkt bringen und trotzdem fordert sie uns ein Leben lang heraus”, gab Ackermann der Gemeinde mit auf den Weg und nannte noch weitere Punkte, die die Botschaft aus seiner Sicht „so großartig” mache: „Es gibt keinen Bereich und keine Situation im Leben, die vom Evangelium ausgeklammert wird.” Der Kern des Evangeliums sei nicht bloß für die guten Tage des Lebens bestimmt, sondern auch für die schweren.
Eine starke Ressource des Lebens

Ackermann verwies in seiner Predigt zudem auf die Kraft, die vom Glauben ausgehe. Natürlich sei Religionsunterricht nicht mit Katechese gleichzusetzen, aber: „Wenn Religionsunterricht rein äußerlich, deskriptiv, distanziert bleiben würde, würden wir den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu einer starken Ressource des Lebens nicht öffnen. Eine Ressource, die gerade auch junge Leute brauchen können.” In einer Zeit mit vielen Krisen – Corona-Pandemie, Klimawandel, Kriege – brauche es Menschen, die jungen Leuten helfen, Hoffnung zu finden. „Was wir ihnen dazu geben können, dürfen wir ihnen nicht vorenthalten.” Christliche Hoffnung speise sich aus einer Quelle, „die wir nicht selbst befüllen müssen, sondern die von Gott gefüllt wird. Wir sollten für uns den Zugang zu dieser Quelle pflegen und anderen, denen wir begegnen, helfen, Zugang zu dieser Quelle zu finden.”
Religionsunterricht ist nah an Lebenswelt

Dass es gerade heute wichtig ist, jungen Menschen Zugang zur Religion zu vermitteln, war für Katrin Druckenmüller ein Antrieb, sich für das Fach zu entscheiden. Die 39-Jährige ist an der Jean-François-Bosch-Schule, einer berufsbildenden Schule in Merzig, tätig. „Ich mag den Umgang mit jungen Menschen und finde, gerade im Religionsunterricht hat man die Möglichkeit, die Jugendlichen nochmal ganz anders kennenzulernen.” Im Unterricht könne man ihnen zeigen, dass Kirche „gar nicht so weit weg von der eigenen Lebenswelt ist”. Zudem gebe es an der Berufsschule verschiedene Religionsformen und Ausprägungen. „Das bringt ganz viel neuen Input. Ich finde es schön, dass wir da in einem geschützten Raum auch in den interreligiösen Dialog kommen und Brücken zwischen den Schülern schlagen können.”
Für Grundschullehrerin Caroline Bettscheider (30) sind es vor allem Erfahrungen aus der eigenen Kindheit, die ihr Interesse am Fach geweckt haben. „Man erfährt so viel mehr über die Kinder: Wie es ihnen geht, wie es zu Hause läuft. Es ist auch ein sehr sensibles Fach, weil man Ansprechperson für diverse Belange der Kinder ist. Deshalb finde ich das essenziell wichtig.” Ähnlich sieht es Anja Brkic (28), die aktuell an der Grundschule in Birkenfeld unterrichtet. „Man lässt die Kinder ihre eigene Meinung sagen und zeigt ihnen so, dass man Dinge auch hinterfragen darf und sollte. Zudem ist man eine Stütze; persönlich, aber auch im Glauben.” Genau diese Vorbildrolle hat Kristin Erford dazu gebracht, Religion zu unterrichten. Das tut die 32-Jährige aktuell an der Realschule plus in Idar-Oberstein. „Ich selbst war auf einer katholischen Schule und wurde von Ordensschwestern unterrichtet. Eine Schwester dort hat mich stark beeindruckt. Da gab es auch kritische Nachfragen an den Glauben. Das war mein Anstoß, kritische Fragen zu stellen und damit akzeptiert zu werden. Und letztlich auch der Anstoß für den Wunsch, das weiterzugeben.”
Weitere Fotos finden Sie in unserer Tagesgalerie.
