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Carmen Folz folgt auf Hubertus Kesselheim:Staffelübergabe in der Polizeiseelsorge im Saarland

Carmen Folz ist neue Polizeiseelsorgerin im Saarland, sie folgt auf Hubertus Kesselheim. Vertreter des Bistums, der Polizei sowie Innenminister Jost würdigten die Verdienste beider.
Saar-Innenminister Reinhold Jost, Hubertus Kesselheim, Carmen Folz, Leiter der Landespolizeidirektion Saarland Eric Schweizer und Ulrich Stinner,  Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten im Bischöflichen Generalvikariat (von links).
Datum:
3. Juni 2026
Von:
Ute Kirch
„Es ist mir eine Ehre und Auftrag zugleich, Sie in Ihrem anspruchsvollen Beruf zu begleiten“, sagte die neue Polizeiseelsorgerin Carmen Folz.

Saarbrücken – Carmen Folz ist seit dem 1. Juni in Vollzeit die katholische Polizeiseelsorgerin für das Saarland. Die Gemeindereferentin folgt auf Pastoralreferent Hubertus Kesselheim, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Vertreter des Bistums Trier, der saarländischen Polizei sowie Innenminister Reinhold Jost haben am Montag die Verdienste beider im Rahmen einer offiziellen Staffelübergabe gewürdigt.

„Es ist mir eine Ehre und Auftrag zugleich, Sie in Ihrem anspruchsvollen Beruf zu begleiten“, sagte die 49-Jährige zu den anwesenden Beamtinnen und Beamten. Innerhalb der Saar-Polizei ist Carmen Folz keine Unbekannte: Bereits seit dem 15. November 2023 ist sie mit einer halben Stelle in der Polizeiseelsorge tätig und hat in dieser Zeit zahlreiche Einsatzkräfte nach belastenden Situationen begleitet.

Folz, die vor ihrer Beauftragung als Gemeindereferentin als ausgebildete Kirchenmusikerin und Sängerin aktiv war, beschreibt ihre Aufgabe als Dienst am Menschen: „Ich bringe Zeit mit, um für Sie da zu sein: zum Zuhören, zum Aushalten, zum Ordnen. Ich bringe Verschwiegenheit mit – damit Worte sich sicher fühlen. Und ich bringe den Blick des Glaubens mit – nicht als fertige Antwort, sondern als Quelle, die stärkt, tröstet und ermutigt.“

"Polizeiseelsorge ist Dienst am Menschen"

Das Bistum Trier sieht in der Polizeiseelsorge einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag, betonte Ulrich Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten im Bischöflichen Generalvikariat.

Das Bistum Trier sieht in der Polizeiseelsorge einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag, betonte Ulrich Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten im Bischöflichen Generalvikariat: „Die Polizeiseelsorge ist Dienst an den Menschen, die einen wesentlichen Dienst für unsere Gesellschaft leisten.“ Durch die Polizeiseelsorge trete Kirche dafür ein, dass in der immer größer werdenden Komplexität und Unüberschaubarkeit heutiger Probleme und im Widerstreit der Meinungen die Achtung vor dem Leben, vor der Freiheit und Würde des Mitmenschen nicht verloren gehe. „Es ist uns als Bistum wichtig, dass wir als Kirche an der Seite von Menschen stehen, die täglich mit dem Leben in all seinen Facetten berührt und konfrontiert werden.“ Zugleich würdigte Stinner den langjährigen Einsatz von Hubertus Kesselheim: „Hubertus Kesselheim hat sich seit 26 Jahren eine große Erfahrung in allen Fragen der Polizeiseelsorge erworben und diese seit Ende 2023 an Carmen Folz weitergegeben. Beide haben im Team gearbeitet.“ Das Bistum werde Kesselheim zum Jahresende angemessen verabschieden, kündigte Stinner an.

"Sie sind für die Polizei ein Segen"

Innenminister Reinhold Jost hob die persönliche Unterstützung hervor, die er selbst durch die Polizeiseelsorge erfahren habe

Auch Innenminister Reinhold Jost würdigte die Bedeutung der Polizeiseelsorge in einem zunehmend belastenden Umfeld für die Polizei. „In einer Zeit, in der Vertreter des Staates immer mehr Distanzlosigkeit, Hemmungslosigkeit und Respektlosigkeit erleben, ist es umso wichtiger, dass es mit der Polizeiseelsorge Menschen gibt, die ihnen in belastenden Situationen zur Seite stehen“, sagte Jost. Besonders hob er die persönliche Unterstützung hervor, die er selbst erfahren habe: „Hubertus Kesselheim und Carmen Folz haben mir beigestanden, als ich die schwerste Zeit meines Lebens durchstehen musste – den Tod von Simon Bohr.“ Der 34-jährige Polizist war im vergangenen August bei einem Polizeieinsatz in Völklingen erschossen worden – ein Ereignis, das die gesamte Polizei im Saarland bis heute erschüttert. „Sie haben stets das Gefühl vermittelt, dass Ihnen nichts zu viel ist, um andere zu entlasten“, richtete er das Wort an Hubertus Kesselheim. Dabei habe es Ereignisse gegeben, die auch den Polizeiseelsorger Kraft gekostet hätten. Er dankte Kesselheim für seine „großartige Arbeit“: „Sie sind für mich eine Ausnahmeerscheinung und für die Polizei ein Segen.“ Carmen Folz bringe durch ihre bisherige Tätigkeit als Gefängnisseelsorgerin an der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken noch eine weitere Perspektive mit in die Seelsorge ein.

Auch aus den Reihen der Polizei gab es große Anerkennung für die neue Amtsinhaberin. „Carmen Folz ist in der Saar-Polizei angekommen“, sagte der Leiter der Landespolizeidirektion Eric Schweizer. Bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit habe sie mehrere besonders belastende Einsätze begleitet. „Wir brauchen dich, Carmen. Danke, dass du da bist. Du leistest einen wichtigen Beitrag“, so Schweizer. Der Bedarf an seelsorglicher Betreuung nehme spürbar zu. Schweizer dankte daher auch dem Bistum Trier, das der Polizei eine Polizeiseelsorgerin mit Vollzeitstelle zur Verfügung stellt: „Das ist in Zeiten von Personalnot in der Kirche nicht selbstverständlich.“