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Gemeinsames Angebot von Schulseelsorge und Schulsozialarbeit:Sushi und Seelsorge

Im Rahmen seiner Visitation im Pastoralen Raum Dillingen hat Bischofsvikar von Plettenberg die AG "Kochen - futtern -quatschen" der Lothar-Kahn-Schule in Rehlingen besucht.
Bischofsvikar Ulrich von Plettenberg, Pastoralreferentin Carina Rui, Vivienne, Vivien, Mailin und Kay kochen den Reis für die Sushi-Bowls.
Datum:
30. Apr. 2026
Von:
Ute Kirch

Rehlingen – „Die Erdnusssauce muss cremig sein!“ Darin sind sich die drei Jungen einig. Doch mit dem Schneebesen lässt sich die feste Erdnussbutter nur mühsam verrühren. Kurzerhand wird der elektrische Mixer angeschlossen, die Schüssel vorsorglich mit einem Geschirrhandtuch gegen Spritzer abgedeckt. „Perfekt.“ An der benachbarten Kochinsel steigen währenddessen Dampfschwaden auf. Kay, Vivienne, Vivien und Mailin testen den Reis. Ihr Urteil ist eindeutig: „Nein, noch viel zu hart.“ In der Lehrküche der Lothar-Kahn-Gemeinschaftsschule in Rehlingen herrscht in der siebten Stunde reges Treiben. Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler schnippeln Gemüse, rühren Saucen an oder decken den Tisch. Auf dem Speiseplan steht heute eine Sushi-Bowl – ein Gericht, das sich die Gruppe schon seit Monaten gewünscht hat. Fast gerät darüber der besondere Besuch in den Hintergrund: Im Rahmen seiner Visitation im Pastoralen Raum Dillingen hat Bischofsvikar Ulrich von Plettenberg in der vergangenen Woche die AG „Kochen – futtern – quatschen“ besucht. Das Angebot ist ein gemeinsames Projekt der Schulseelsorge und der Schulsozialarbeit.

Idee entstand während der "WinterAktion Saar"

Kay und Vivien stellen ihre Sushi-Bowls zusammen.

Die Idee zu der besonderen Koch-AG hatten Pastoralreferentin Carina Rui und die damalige Schulsozialarbeiterin Nelly Bast im Winter 2022/23 während der „WinterAktion Saar“. Saarländer waren aufgerufen, Projekte ins Leben zu rufen, um während der wegen des Ukrainekriegs stark gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise dafür Sorge zu tragen, dass niemand hungern oder frieren muss. Sie starteten die Aktion „Warmer Advent“: Mit Fördermitteln schafften sie 15 Wärmeflaschen und Decken an, um so vor Schulbeginn den „Raum der Stille“ warm und gemütlich zu gestalten. Um sicher zu gehen, dass alle Kinder ein warmes Essen bekommen, gründeten sie zudem die AG „Was Warmes im Bauch“. Das Angebot stand allen Kindern offen – eine Bedürftigkeit musste niemand nachweisen. „Es hat allen so viel Spaß gemacht, dass wir nach Ende der WinterAktion beschlossen haben, weiterzumachen“, sagt Rui. Der neue Name „Kochen – futtern – quatschen“ mache deutlich, dass neben dem Kochen vor allem das Miteinander und der Spaß im Zentrum stehen. Anders als bei anderen AGs melden sich hier die Schülerinnen und Schüler für jedes der monatlichen Treffen extra an – eine Verpflichtung, immer zu kommen, gibt es nicht. „Dadurch sind wir jedes Mal eine andere Gruppe“, sagt Rui, die von dem Schulsozialarbeiter Sandro Bennici und Praktikantin Helene Schmitt unterstützt wird. Finanziert wird die AG vom Förderverein der Schule und der Abteilung „Seelsorge und Lebenswelten“ des Bischöflichen Generalvikariats. Die Kinder und Jugendlichen zahlen je einen Euro pro Treffen für die Zutaten, die Rui besorgt.

Stolz auf gemeinsam Erreichtes

Schulsozialarbeiter Sandro Bennici teilt den Sushi-Reis für die Bowls aus.

Zum ersten Mal bei „Kochen – futtern – quatschen“ dabei ist Kay. „Ich liebe Sushi und da habe ich mir gedacht, ich probiere es einfach mal aus“, sagt der Sechstklässler. Vivienne ist schon länger dabei: „Wir haben hier schon Big-Mac-Wraps, Frikadellen, Spaghetti und Toast Hawaii gemacht“, sagt sie, während sie den Reis wäscht. „Ich koche zu Hause gerne mit meiner Oma, aber mit den Mitschülern macht es auch sehr viel Spaß“, erzählt Mailin dem Gast aus Trier. Bischofsvikar von Plettenberg zeigt sich beeindruckt: „Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, neue Kontakte zu knüpfen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.“ Die AG stärke die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen, beobachtet auch Carina Rui. „Sie sind sehr stolz auf das, was sie gemeinsam schaffen.“ Gleichzeitig lernen sie, aufeinander zu warten, gemeinsam zu essen – und das Smartphone währenddessen im Ranzen zu lassen, was nicht allen leichtfällt. Die Schulseelsorge sei an der Lothar-Kahn-Gemeinschaftsschule fest etabliert, etwa durch Schulgottesdienste zur Einschulung, Angebote in Trauerfällen, Kennenlern- und Orientierungstage oder persönliche Gespräche. Besonders zu Beginn des Ukrainekriegs seien diese Angebote stark nachgefragt gewesen.

Nach etwa einer Stunde ist alles vorbereitet: Räucherlachs in kleinen Stücken, Algenblätter, Ingwer, Edamame, Gurken, gerösteter Sesam und nun auch der perfekt gegarte Sushi-Reis. Dazu mehrere Saucen – mit und ohne Wasabi. Mit viel Liebe zum Detail richten die Schülerinnen und Schüler ihre Bowls an. Bevor gegessen wird, wird noch schnell fotografiert – schließlich sind die Ergebnisse absolut instagrammable.