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Lebensberatung veröffentlicht Jahresbericht für 2025:Über 2.000 Menschen nehmen Angebote der Lebensberatung Bitburg wahr

Der jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2025 zeigt, dass vor allem Kinder und Jugendliche Rat und Hilfe erhalten haben. Häufigste Themen waren Trennung, familiäre Konflikte und psychische Belastungen.
Datum:
13. Juni 2026
Von:
Luca Peranni

Bitburg – Das zehnköpfige Team der Lebensberatung Bitburg um Leiterin Diplompsychologin Christina Lukas präsentiert seinen Jahresbericht für 2025. 1.701 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben Rat und Hilfe der Beratungsstelle erhalten. Weitere 679 Personen haben an zusätzlichen Angeboten der Beratungsstelle teilgenommen, wie etwa Elternkursen. Ein Großteil der Leistungen entfiel auf Minderjährige im Alter von 0 bis 18 Jahren. Wichtigster Beratungsanlass bei Kindern und Jugendlichen waren Trennung und Scheidung der Eltern. Weitere wichtige Anlässe waren Partnerschaftskonflikte, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, Erschöpfung und Überbelastung sowie die psychische Erkrankung eines Elternteils. Wichtigstes Thema in der Beratung von Erwachsenen waren Belastungen durch kritische Lebensereignisse, gefolgt von Depression und depressiver Verstimmung, dysfunktionaler Interaktion oder Kommunikation, problematische Ausbildungs- oder Arbeitssituationen und Bewältigung von Trennung. Die durchschnittliche Beratungsdauer lag im Jahr 2025 pro abgeschlossenen Fall bei rund 6 Stunden. Mit 90 % finden die meisten Beratungen persönlich statt, aber es gibt auch das Angebot einer Telefon- oder Videoberatung sowie die Online-Beratung per Chat.

Projekte und Zusatzangebote im Jahr 2025

Im Jahr 2025 hat die Lebensberatung Bitburg im Frühjahr und Herbst zwei Trainings für Eltern in Trennung angeboten, der erste Kurs fand vor Ort in der Beratungsstelle statt, ein weiterer in Kooperation mit der Lebensberatung Trier im digitalen Format. Für 2026 sind weitere Kurse geplant. In Kooperation mit dem Jugendamt des Eifelkreises Bitburg-Prüm, finanziert aus Mitteln des Familienministeriums zur Förderung von Kindern mit psychisch kranken und suchterkrankten Eltern, hat die Lebensberatung 2025 weitere Angebote durchgeführt. Darunter eine Resilienzgruppe in Kooperation mit einer Grundschule im Eifelkreis für Kinder aus belasteten Familien, Fallbesprechungen in Kindertagesstätten und den Aufbau der Website „Elterntankstelle“ mit Tipps und Strategien für Eltern in belastenden Situationen. In Kooperation mit dem Caritasverband Westeifel e.V. findet einmal im Monat eine Kindertrauergruppe für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren statt. Im Sommer organisierte die Lebensberatungsstelle einen Elternkurs mit dem Titel „Wozu der ganze Zoff?! – Herausforderung Pubertät“.

Früher und heute

1975 hatte die Lebensberatungsstelle mit fünf (Teilzeit-) Stellen begonnen – heute zählen zum Team elf Personen inklusive einer Verwaltungsstelle. Trotz stark gestiegener Anfrage kann das Team meist zeitnah Termine vergeben – und damit die Folgen kritischer Lebensereignisse oft abmildern. Wie sich die Arbeit der Beratung im Lauf der Zeit geändert hat, zeigt ein psychologischer Test aus den 1970er Jahren, der den Mitarbeitenden beim Aufräumen in die Hände fiel. Die Symptome der vorgestellten Kinder in den Gründungsjahren der LB würden viele heute als völlig normales Verhalten einordnen: Daumenlutschen, Clownerien, Großmannssucht und Prahlerei sowie Nachhaftigkeit und Verspieltheit. Vor Jahrzehnten stellten Eltern ihre Kinder noch wegen “Kränkelei und Wehleidigkeit” bei der Erziehungsberatung vor. Auch damals wurde der Fokus der Therapie aber nicht nur auf die Kinder gelegt, sondern auf die ganze Familie. Denn vor 50 Jahren genau wie heute entstehen viele Probleme der Kinder durch Konflikte zwischen den Eltern. Was sich definiitv geändert habe, so die Mitarbeitenden, ist die Offenheit und Bereitschaft, sich Rat und Hilfe zu suchen. Während Lothar Budde, der die LB 30 Jahre lang leitete, in den 1980er Jahren noch berichtete, dass die Leute lieber am Abend in der Dunkelheit Termine erfragten oder ihr Auto weiter weg parkten und es “mehr Schwellenängste als vor dem sprichwörtlich angstbesetzten Zahnarztbesuch” gab, ist die Bedeutung psychischer Gesundheit heute in der Gesellschaft anerkannt.

Finanzen der Lebensberatung Bitburg

Die Gesamtkosten der Lebensberatung beliefen sich für das Jahr 2025 auf 413.666 Euro. Als Träger der Dienststelle übernahm das Bistum einen Großteil der Kosten (186.401 Euro und damit 45,1 Prozent).  Die übrigen Mittel flossen aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Land Rheinland-Pfalz (Landkreis: 144.090 Euro; 34,8 Prozent. Land: 83.175 Euro; 20,1 Prozent). Das Bistum ist Träger von ingesgesamt 20 Bertungsstellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland und wendete 2025 rund 3,49 Millionen Euro auf. Bei 22.855 Personen, die durch deren Angebote erreicht wurden, werden somit etwa 353 Euro aus Steuer- und Kirchensteuergeldern für jede Person eingesetzt. Darüber hinaus bezuschusste das Kreisjugendamt eine halbe Zusatzstelle mit 40.000 Euro für die Durchführung der Trennungs- und Scheidungsberatung sowie die Umgangsberatung.