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Studientag der Notfallseelsorge in Trier thematisiert Trauma- und Resilienzarbeit   :„Verkehrte Welt – wenn ein Kind stirbt“

Der Tod eines Kindes stellt auch Notfallseelsorgende vor besondere Herausforderungen. Ein Studientag in Wittlich widmete sich diesem sensiblen Thema.
Viele Leute sitzen dort und schauen sich die Präsentation an
Datum:
6. Okt. 2026
Von:
Simone Bastreri

Wittlich – Sie sind die Seelsorge-Profis in Extremsituationen: Die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger des Bistums Trier. Bei Unfällen oder Krisensituationen werden sie durch die Einsatzkräfte vor Ort hinzugezogen. Neben hauptamtlichen Mitarbeitenden wie Priestern, Diakonen oder Pastoral- und Gemeindereferenten steigt seit Jahren auch die Zahl der Ehrenamtlichen, die nach entsprechender Qualifizierung und Beauftragung diesen anspruchsvollen Dienst leisten.

Beim diesjährigen Studientag der Notfallseelsorge Ende September in Wittlich setzten sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger mit einem besonders anspruchsvollen und emotionalen Thema auseinander: Dem Tod von Kindern. Über 70 Haupt- und Ehrenamtliche Notfallseelsorger hatten sich zu dem Tag unter dem Motto „Verkehrte Welt – wenn ein Kind stirbt“ angemeldet – darunter auch Personen aus der Notfallnachsorge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In einem interaktiven Vortrag beschäftigten sich die Referenten Birgit und Martin Berwanger, beide in Trauma- und Resilienzpädagogik spezialisiert, mit den Grundlagen von Traumata und den Belastungsstörungen, die der Tod des eigenen Kindes in Eltern auslösen kann.

Vieles habe sie schon gewusst, so eine Teilnehmerin, aber „ich finde es immer wieder wichtig, mir nochmal bewusst zu machen, an welche sensiblen Punkte ich im Einsatz denken muss“. Für einen anderen Seelsorger war es wichtig, sich einmal mehr klarzumachen, dass im Akutfall Eltern ganz anders reagierten, als man es vielleicht in der Theorie gelernt habe und erwarte. Um eine echte Hilfe für die Angehörigen zu sein, müsse das „Da-Sein“ ohne Ansprüche und Wertungen des Verhaltens die Grundhaltung beim Einsatz sein.

Die anschließenden Workshops in kleineren Gruppen seien wertvoll gewesen, man habe sich mit Facetten des Themas intensiver auseinandersetzen können, meldeten die Teilnehmenden zurück. So konnten sie etwa in die Rolle trauernder Eltern schlüpfen oder wurden in einem Workshop mit Kriminalhauptkommissar Tobias Jacobs über die Rechtslage in akuten Notfallsituationen informiert. Ein Teilnehmer sagte nach dem Workshop: „Ich verstehe jetzt besser, warum die Kripo im Einsatz manchmal ganz strikt ist, wenn Eltern sich von ihrem Kind verabschieden wollen.“ Ulrike Grandjean und Margit Müller vom Verein „Stiller Stern“ sensibilisierte für die Sicht betroffener Eltern und erklärte, worauf die Seelsorgenden in der Arbeit mit ihnen besonders achten müssen.

Vorbereitet und moderiert wurde der Tag von Gabriele Centurioni, Pastoralreferentin und Engagemententwicklerin im Pastoralen Raum Wittlich und Daniela Standard, Referentin für Notfallseelsorge im Bistum Trier. Getagt wurde in den Räumen des Pastoralen Raums Wittlich.