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Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die infolge der Kriege und Krisen hungern :Weihbischof Peters besucht mit Adveniat-Delegationsreise Kolumbien 

Die Delegationsreise nach Kolumbien zeigte den Teilnehmenden, wie stark Armut, soziale Spannungen und der stockende Friedensprozess das Land prägen.
Gruppenfoto der Delegation
Datum:
17. Apr. 2026
Von:
red

Bogotá/Essen/Trier – „Hierzulande steigen infolge der weltweiten Kriege und Krisen die Spritpreise – im globalen Süden die Zahl der Menschen, die hungern.“ Darauf macht der Vorsitzende der bischöflichen Kommission des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen) im Anschluss an eine einwöchige Kolumbienreise aufmerksam. In dem südamerikanischen Land leben mehr als 21 Millionen Menschen in Armut, davon etwa 7,5 Millionen der insgesamt 54 Millionen Einwohner in extremer Armut.  

Gemeinsam mit Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier SJ sowie den Weihbischöfen Jörg Michael Peters aus Trier, Rolf Steinhäuser aus Köln und Reinhard Hauke aus Erfurt sowie weiteren Kommissionsmitgliedern hat Adveniat-Bischof Overbeck ein weltkirchliches Zeichen der Solidarität gesetzt für die Armen und Ausgegrenzten, die am Rand der Welt und am Rand der Gesellschaft leben. „Besonders berührt hat mich ein Projekt, das ich schon vor Jahren besucht habe und das auch bei Papst Franziskus während seiner Kolumbienreise auf seinem Besuchsprogramm stand: Talitha Qum in Cartagena. Ordensschwestern ermöglichen hier Mädchen und jungen Frauen eine gute Zukunft, die vergewaltigt und missbraucht wurden und als junge Mütter ein schwieriges Leben führen“, berichtet Adveniat-Bischof Overbeck vom Besuch der Hafenstadt im Norden Kolumbiens am Atlantik. „Nach der Zerschlagung von USAID, der weltweit größten Hilfsorganisation, durch Präsident Trump und der chronischen Unterfinanzierung der UN-Hilfswerke, ist es für uns gut zu wissen, für welch gute und sinnvolle Projekte das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die Spenden der bundesweiten Weihnachtskollekte nutzt.“ 

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá stand in zahlreichen Gesprächen mit der Bischofskonferenz und politischen Vertreterinnen und Vertretern der aktuell eingefrorene, aber nicht abgebrochene Friedensprozess im Mittelpunkt. „Die Leiterin der Verhandlungsdelegation der Regierung mit der Rebellengruppe ELN Vera Grabe hat betont, wie notwendig die Unterstützung aus Deutschland und insbesondere von Adveniat ist“, berichtet Pater Martin Maier. „Wir haben den langen Atem, den es braucht, damit nach mehr als 60 Jahren Krieg und Gewalt mit fast einer halben Million Toten und acht Millionen Vertriebenen Versöhnung gelingen kann.“ Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der größten Guerillagruppe FARC im Jahr 2016 wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die vereinbarten Punkte umzusetzen. Dazu zählen insbesondere die strukturelle Transformation des ländlichen Raums, die Förderung politischer Teilhabe sowie die Beendigung des bewaffneten Konflikts. Die Umsetzung stößt jedoch weiterhin auf Widerstände, die den Friedensprozess bremsen. 

Weihbischof Peters pflanzt einen Baum

Neben dem Engagement als Vermittlerin im Friedensprozess unterhält die katholische Kirche in Kolumbien zahlreiche soziale und caritative Projekte im Land, die ebenfalls vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt werden. Erschreckt zeigt sich der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters über die extremen Gegensätze im Land: „Unermesslicher Reichtum weniger und extreme Armut der Bevölkerungsmehrheit sind buchstäblich in nächster Nachbarschaft erlebbar.“ Ausdrücklich bedanke er sich bei Adveniat für die überzeugenden Projekte, die gerade die am meisten Hilfsbedürftigen im Blick hätten: Kinder, Frauen und auch ältere Menschen.  

Information

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Getragen wird diese Arbeit von vielen Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 1.000 Projekte mit 33,8 Millionen Euro gefördert werden, die genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Menschen vor Ort. Weitere Informationen gibt es unter www.adveniat.de