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Ritualmordlüge und Judenpogrome: der „heilige Werner von Oberwesel“

Podcast über die Ritualmordlüge um den „heiligen Werner von Oberwesel“: Ein Leichenfund 1287 in Bacharach am Rhein führt zu Juden-Pogromen und jahrhundertelangem Märtyrerkult. Mittelrhein-Historiker Walter Karbach erklärt Hintergründe und Folgen.
Andachtsbildchen: Heiliger Werner mit Kelch und Palme in gotischem Rahmen
Datum:
18. Apr. 2026
Von:
Stefan Weinert

Alles fängt an mit einem mysteriösen Leichenfund: Um Ostern des Jahres 1287 wird bei Bacharach am Mittelrhein die übel zugerichtete Leiche eines männlichen Jugendlichen gefunden. Der Junge heiße Werner, verbreitet sich, und er sei von Juden in Oberwesel ermordet worden – wenige Kilometer rheinab von Bacharach. Es kommt zu blutigen Pogromen gegen jüdische Gemeinden im Rhein-Mosel-Raum – und zu einer jahrhundertelangen Verehrung des „heiligen Werner“ als Märtyrer, vor allem in Bacharach und Oberwesel. Erst in den 1960er Jahren wird Werner aus dem Heiligenkalender des Bistums Trier gestrichen, die letzte Wernerprozession zieht 1971 durch die Straßen von Oberwesel. Der Mittelrhein-Historiker Walter Karbach schildert im Gespräch mit Stefan Weinert die Ritualmordlüge und den Märtyrerkult um den „heiligen Werner von Oberwesel“.