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Patronatsfest bei den weißen Vätern:Am 8. Mai 2026 feierten die Weißen Väter in Trier ihr Patronatsfest.

Seliger Christian Chessel wurde 2018 als Märtyrer seliggesprochen. Das eucharistische Opfer des Leibes und Blutes Christi, das ihm so am Herzen lag, wurde besiegelt durch die Hingabe seines eigenen Leibes und Blutes.
Gebetsandacht 1
Datum:
10. Mai 2026
Von:
Sr. Manisha Paul

Patronatsfest der Gemeinschaft "Seliger Christian Chessel"

Unsere Seniorengemeinschaft der Afrikamissionare - Weiße Väter, im Professhaus der Barmherzigen Brüder, feierte am 8. Mai das Fest ihres Namenspatrons, des Seligen Christian Chessel. Wir sind 10 Mitbrüder, die alle für viele Jahre in verschiedenen Ländern Afrikas tätig waren und jetzt gut aufgehoben, hier im Brüderhaus, betreut von der Pflegegesellschaft St. Martin. Wir sind stolz auf unser Durchschnittsalter von 85+

Die wenigsten werden wohl mit dem Namen Christian Chessel etwas verbinden können.

Er ist einer der 19 Märtyrer von Algerien, die am 8. Dezember 2018, seliggesprochen wurden. Der 8. Mai ist ihre liturgische Feier, der Gedenktag von Bischof Pierre Claverie, von Oran und seiner 18 Gefährten. Sie waren Ordenschristen, 12 Männer und 7 Frauen. die ein bewegendes Zeugnis gaben. Unter Ihnen sind die sieben Trappistenmönche von Tibhirine, für einige vielleicht bekannt aus dem außergewöhnlichen Spielfilm von 2010  "Von Menschen und Göttern".

Unter ihnen sind auch vier von unseren Mitbrüdern, der Afrikamissionaren, die in ihrer Pfarrei Tizi-Ouzou am 27. Dezember 1994 ermordet wurden. Der Jüngste von ihnen ist Christian Chessel, der Namenspatron unserer Gemeinschaft.

All diese 19 Ordensleute haben in den dunklen Jahren des algerischen Bürgerkriegs, zwischen 1994 und 1996, ihr Leben hingegeben als Gaubenszeugen: Gesichter einer kleinen Kirche, die es verstand, das Evangelium unter den Muslimen zu bezeugen - einfach nur durch eine tägliche Präsenz der Nähe, während der Terrorismus Opfer forderte. Ihre Seligsprechung, die erste in einem muslimischen Land, die Freundschaftsbande, die sie mit den Menschen knüpften, und der Dialog, den sie Tag für Tag pflegten - eine Keimzelle des friedlichen Zusammenlebens zwischen Menschen verschiedener Glaubensrichtungen - haben allgemeines Nachdenken ausgelöst.

Unser Mitbruder, der Selige Christian, war gerade 36 Jahre alt, als er zusammen mit seinen 3 Mitbrüdern im Hause der Kommunität erschossen wurde. Heute wäre er 68. Das vermindert unser Durchschnittsalter ganz gewaltig!

Geboren in Frankreich, war er promovierter Mathematiker, doch seine Berufung fand er als Missionar bei den Weißen Vätern. Er wirkte in Tizi Ouzou in der algerischen Region der Kabilei. Dort arbeitete er in einem christlich-muslimischen Dialogzentrum, das Jugendlichen Perspektiven bot.

Gut 30 Schwestern und Brüder aus den verschiedensten Ordensgemeinschaften sind unser Einladung gefolgt. In der Eröffnungsandacht in der Mariahilf-Kapelle sind wir mit 2 Orginaltexten von Bischof Pierre Claverie sowie dem Prior der Trappistenabtei Thibirine, Christian de Chergé, den Spuren dieser Glaubenszeugen nachgegangen. Die große Frage: Warum sind sie geblieben trotz Terror und Gewalt? Was hat sie motiviert? Wie konnten sie so viel Liebe und Solidarität zu den Algerischen Freunden zeigen, die ja selber auch täglich bedroht waren?

Anschließend ging es zum gemütlichen Beisammensein in unseren Speisesaal "Peter Friedhofen". Es war eng aber sehr gemütlich, ganz nach dem afrikanischen Sprichwort: "Auf einem Hasenfell kann man 7 Gäste betten.

Pater Detlef Bartsch, M.Afr.

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