Während der Bolivien-Partnerschaftswoche 2026 beschäftigen wir uns mit verschiedenen Aspekten von Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Für Bolivien lautet das Motto “Caridad en acción, justicia en el corazón” (Übersetzt: „Nächstenliebe in Aktion, Gerechtigkeit im Herzen“). Nächstenliebe und Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen. Aber wie können wir als Christinnen und Christen beides umsetzen in einer Zeit, die von Unsicherheiten und von zunehmender Fokussierung auf das eigene Wohlergehen geprägt ist?
In unserer Gesellschaft hängen soziale Anerkennung, Freiheiten und gesellschaftliche Teilhabe oft eng mit beruflichem Erfolg zusammen. Gleichzeitig wird der Zugang zu sinnstiftender und gut bezahlter Arbeit immer schwieriger. Der christliche Glaube erinnert daran, dass die Würde des Menschen nicht von Leistung oder wirtschaftlichem Nutzen abhängt, sondern jedem Menschen von Gott zugesprochen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt der Partnerschaftswoche beschäftigt sich mit einem Beispiel gelebter Nächstenliebe im Alltag. Was heißt es, den Nächsten zu lieben? Wo können wir Solidarität zeigen und Menschen unterstützen, die auf Hilfe angewiesen sind? Und was unterscheidet Nächstenliebe aus einer christlichen Motivation heraus von Formen institutionalisierter Fürsorge?
Seine Gegner zu lieben, bleibt ein aktuelles Thema und eine Herausforderung mit Blick auf den Ukraine-Krieg auf europäischem Boden und mit Blick auf einen immer schärfer werdenden Ton in öffentlichen Debatten. Wir fragen am Beispiel der Gefängnisseelsorge nach, wie Versöhnung funktioniert und welche Fragen, Wünsche und Hoffnungen Menschen beschäftigen, die nach einer Straftat in die Gesellschaft zurückkehren wollen.



