In jedem Jahr haben die 18 Bistümer Boliviens die Möglichkeit, Projekte zum Thema der Partnerschaftswoche einzureichen. Diese Projekte werden mit dem Erlös der Erntedank-Kollekte finanziert. Einige der diesjährigen Projekte möchten wir Ihnen auf dieser Seite exemplarisch vorstellen.
Projekte zur Partnerschaftswoche
Hydrokultur und Ernährungssicherheit im Tiefland

Das Vikariat Beni mit Sitz in der Stadt Trinidad liegt im bolivianischen Tiefland. Rund um die Stadt Trinidad zieht sich ein aufgeschütteter Erdwall. Aus gutem Grund: Die Region steht jedes Jahr während der Regenzeit über einen längeren Zeitraum unter Wasser. Für ländliche Gemeinden bedeutet das, dass sie je nach Jahreszeit über mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten sind. Denn die Dörfer sind teilweise über Straßen erreichbar, die in der Regenzeit nicht nutzbar sind, oder über Flüsse, die in der Trockenzeit nicht befahrbar sind. Die Menschen in den Dörfern sind während dieser Zeit auch von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Die Möglichkeiten, in überschwemmten Gebieten Landwirtschaft zu betreiben, sind bisher begrenzt.
Die Mitarbeitenden des Centro de Educación Ipeno Imutu, eines diözesanen Weiterbildungszentrums, möchten die Ernährungssicherheit der Menschen auf dem Land verbessern. Dazu planen sie, Workshops mit neuen landwirtschaftlichen Methoden anzubieten, vor allem zum Thema Hydroponik, der Kultivierung von Pflanzen im Wasser, und zu Anbau bei Überbewässerung.
Mit den Workshops sollen Menschen in sieben Dörfern erreicht werden, in jedem davon leben ca. 20 Familien. Um die Kosten für An- und Abreise zu Land und über den Fluss, für didaktisches Material, Setzlinge und Gehälter für 2 Dozenten zu decken, wurde die Bolivienpartnerschaft um Unterstützung gebeten.
Frauen stärken im Strafvollzug
In bolivianischen Gefängnissen gibt es ein massives Problem mit Überbelegung. Je nach Gefängnis liegen die Quoten zwischen 140 und 900% Überbelegung. Die Folgen sind psychischer Stress, es kommt zu den Gefangenen immer wieder zu Gewalt und Erpressung.
Eine Ursache ist die unnötig häufige Anwendung von Untersuchungshaft. Ein großer Teil der Gefangenen sitzt dadurch ohne Gerichtsurteil ein, was zu weiterer Überfüllung führt. Zudem ist das Justizsystem überlastet und unterfinanziert; wenn sich dadurch Prozesse verzögern, dauert die Untersuchungshaft noch länger. Hinzu kommt, dass viele Gefangene über ihre Rechte nicht Bescheid wissen und auch nicht darüber, wie sie vorgehen müssen, um im Prozess weiterzukommen und ihre Situation zu klären.
Das Projekt der Caritas richtet sich an zwei Frauengefängnisse in La Paz. Die meisten inhaftierten Frauen gehören zu vulnerablen Gruppen: Mütter, Schwangere, Indigene, Ausländerinnen, Personen mit Krankheiten oder Behinderung. Wer niemanden hat, der sich während des Gefängnisaufenthalts um die Kinder kümmern kann, nimmt die Kinder mit in das Gefängnis.
Die Caritas möchte die inhaftierten Frauen über ihre Rechte und über Zugang zu Beratungsstellen aufklären. Dazu werden mit den Inhaftierten Workshops durchgeführt und zugängliche Informationsmaterialien zum Thema erarbeitet. Die Caritas bietet außerdem Rechtsberatung und Begleitung für einzelne Gefangene an.
Gemeinschaft leben – Hilfe teilen

Das Bistum San Ignacio de Velasco ist sehr ländlich geprägt. Auf einer Fläche, die etwas 8-mal der Fläche von Rheinland-Pfalz entspricht, liegen 25 Pfarreien, die von 31 Priestern betreut werden. Aufgrund der weiten Entfernungen ist es schwierig, pfarrliche Strukturen an den verschiedenen Orten aufrechtzuerhalten. Da es bisher keine Gemeindecaritas gibt, finden auch Menschen, die Bedürftigen helfen wollen, keine Anlaufstelle.
Bischof Robert Flock möchte mit fest eingerichteten „Bazares caritativos“ (Wohltätigkeitsbasare) zentrale Anlaufstellen schaffen, an der man materielle Hilfen abgeben und bei Bedarf in Anspruch nehmen kann. Gleichzeitig sollen die Basare ein Ort zum Austausch für Engagierte und möglicherweise ein Vorläufer für eine Gemeindecaritas sein. Dazu soll in zehn Pfarreien je ein Bazar de Caridad eingerichtet werden, der zu den Messzeiten geöffnet ist. Ein Team aus mindestens vier Ehrenamtlichen kümmert sich um den Basar, nimmt die Spenden entgegen, sortiert und verteilt sie. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Unternehmen und Nachbarschaftsgruppen soll weitere Spenden akquirieren und die Bekanntheit erhöhen.
Für die Renovierung der Räumlichkeiten, Möbel und Ausstattung der Basare wurde die Bolivienpartnerschaft um Unterstützung gebeten.
Unterstützung der Projekte
Sie möchten die Projekte zur Partnerschaftswoche zusätzlich zur Kollekte unterstützen? Nutzen Sie gerne das folgende Spendenkonto:
Bistum Trier, Bolivienpartnerschaft
IBAN: DE62 3706 0193 3007 8480 47
Spendenvermerk: 300006