Zum Inhalt springen

50 Jahre Erhebung zur Basilika :Barockes Juwel feiert 50 Jahre als päpstliche Basilika

Vor 50 Jahren wurde St. Johann zur päpstlichen Basilika minor erhoben. Generalvikar von Plettenberg zelebrierte das Jubiläumshochamt in St. Johann und blickte auf die wechselvolle Geschichte zurück
Festgottesdienst zur Erhebung von St. Johann zur Basilika minor vor 50 Jahren.
Datum:
28. Okt. 2025
Von:
Ute Kirch

Saarbrücken – Mit einem feierlichen Hochamt und einem anschließenden Fest hat die Pfarrei St. Johann in Saarbrücken am vergangenen Sonntag das 50. Jubiläum der Erhebung ihrer Pfarrkirche St. Johann zur päpstlichen Basilika gefeiert. Am 22. Oktober 1975 hat der damalige Papst Paul VI. die Kirche zur „basilica minor“ erhoben – eine Auszeichnung, die bislang nur rund 1.500 Kirchen weltweit erhalten haben. Aus diesem Anlass wehten erstmals die neuen vatikanischen Fahnen mit dem Wappen von Papst Leo XIV. vor der Kirche. Der Trierer Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg stand der Messe vor, Konzelebranten waren die Priester Eugen Vogt, Manfred Kostka und Rolf Dillschneider, die in der Vergangenheit in der Basilika tätig waren. Beim feierlichen Einzug durch das Hauptportal trugen sie das Umbraculum (der rot-gelb gestreifte Basilikaschrim) – als Insigne der päpstlichen Basilika –in die bis auf den letzten Platz gefüllte Basilika.

Königlicher Glanz und Auftrag der Bescheidenheit und Nächstenliebe

Basilika St. Johann im Oktober 2025

„Das Wort Basilika leitet sich vom griechischen ,basileus‘ ab, was ,königlich‘ bedeutet“, sagte der Generalvikar in seiner Predigt. In der Geschichte und gegenwärtigen Ausgestaltung der Kirche lasse sich manches Königliche erkennen: Die Unterstützung des protestantischen Fürst Wilhelm-Heinrich von Nassau beim Neubau der Kirche im Jahr 1758, die zudem eine bemerkenswert frühe ökumenische Zusammenarbeit darstelle. Auch der Entwurf des bekannten Baumeisters Friedrich Joachim Stengel sowie die barock-prunkvolle Ausstattung machten das Königliche aus. „Und natürlich die Erhebung zur Basilika selbst, die diese Kirche heraushebt aus vielen anderen und ihre Anbindung an die römische Kirche deutlich macht“, so von Plettenberg. Er griff auch das zuvor gehörte Evangelium (Lk 18, 9-14) auf mit dem bekannten Ausspruch Jesu: „Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Darin werde die Herausforderung auch für uns heute klar: „Jesus macht deutlich, dass nicht religiöser Eifer oder Leistungen an sich gut sind, sondern nur wenn sie in Verbindung stehen mit einer Offenheit gegenüber Gottes Wirken. Königlicher Glanz und Gloria können zu selbstgerechtem Stolz führen, Jesu Vorliebe aber ist bei denen, die sich in Bescheidenheit zu ihm erheben und dem Nächsten zuwenden.“ So sei es Auftrag der Kirche, die Armen und ihre Nöte nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies gelte besonders für eine katholische Gemeinde mitten in der Saarbrücker City.

Darüber hinaus ging von Plettenberg auf die Geschichte der Basilika ein, deren Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen. Vermutlich wurde sie von Saarfischern als kleinere Kirche oder Kapelle erbaut. 1575 wurde die Reformation eingeführt und erst 1680 wieder katholische Messen gefeiert – in einer Notkirche bestehend aus einem umgebauten Wagenschuppen. Grundsteinlegung der späteren Kirche war 1754, ihre Weihe schon vier Jahre später 1758.

Musikalisch gestaltet wurde der Festgottesdienst vom Chor der Basilika und der Capella basilicae instrumentalis unter Leitung von Prof. Bernhard Leonardy. Dargeboten wurde die feierliche Missa Sancti Gabrielis von Michael Haydn für Soli, Chor und Orchester. Als Solisten wirkten Eva Leonardy (Sopran), Tamara Nüssl (Alt), Patrick Schnur (Tenor) und Heinz Recktenwald (Bass).

Im Anschluss an die Messe waren alle Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer zu einem Empfang in die Wandelhalle eingeladen. „So voll habe ich die Wandelhalle noch nie gesehen. Es war ein tolles Fest“, sagt Roland Moser, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Aufgrund der stürmischen Witterung habe man zwar nicht wie geplant im Innenhof Zelte aufbauen können, dies habe jedoch der guten Stimmung keinen Abbruch getan. Das Jubiläum endete um 17 Uhr mit einem Orgelkonzert mit Werken von Komponistinnen wie Clara Schumann, Lili Boulanger und Cécile Chaminade. Bereits am eigentlichen Tag der Erhebung, dem 22. Oktober, der in diesem Jahr auf einen Mittwoch fiel, fand um 12 Uhr ein Festgottesdienst in der Basilika statt.

19-Jähriger verfasst Festschrift zum 50. Jubiläum

Der 19-jährige  David Sawas mit seiner Festschrift über die Saarbrücker Basilika St. Johann vor dem Portal der Kirche, das die künstlerische Handschrift des Bildhauers Ernst  Alt trägt.

Anlässlich des Jubiläums hat die Pfarrei die Festschrift „50 Jahre Basilika St. Johann“ herausgegeben. Mit Unterstützung des Verwaltungsrates stellte der erst 19 Jahre alte David Sawas ein Kurzportrait zusammen, das die Geschichte des Kirchorts nachzeichnet. 47 Seiten Text mit vielen Fotos gliedern sich in die ausführliche Geschichte und Ausstattung von Johanneskapelle und Pfarrkirche. Auch der Cäcilienchor der Pfarrei und die Einsegnung eines durch private Spenden finanzierten und an Johannes Paul II. erinnernden „Papstregisters“ im Jahr 2007 durch Benedikt XVI. werden thematisch behandelt. Neben einem Geleitwort von Pfarrer Eugen Vogt finden sich Grußbotschaften von Bischof Dr. Stephan Ackermann, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Regionaldirektorin Dr. Carolin Lehberger, Dekan Dr. Frank Kleinjohann und Oberbürgermeister Uwe Conradt. Die Festschrift ist in der Basilika gegen eine Spende von fünf Euro erhältlich, die sozialen Aufgaben der Pfarrei zugutekommt.

Info: Der Titel „Basilika“ ist ein kirchenrechtlicher Ehrentitel und wird vom Papst verliehen, um besonders ehrwürdige, bedeutungsvolle Kirchen auszuzeichnen. Unterschieden wird in „Basilica maior“, die vier ranghöchsten Gotteshäuser in Rom, und „Basilica minor“ – etwa 1.500 Kirchen weltweit, zu denen Bischofskirchen, Wallfahrtskirchen oder Mutterkirchen mit besonderer Ausstrahlungskraft zählen.