Visitation im pastoralen Raum Saarburg läuft noch bis Dezember :Bischof besucht Konzer Tafel und trifft Kommunalpolitiker
Saarburg/Konz – Jede Woche versorgt die von der Pfarrei getragene Konzer Tafel bis zu 100 Menschen mit frischen und haltbaren Lebensmitteln. Möglich ist das durch das große Engagement von bis zu 50 Ehrenamtlichen, die bei Abholung oder Einräumen der Ware oder der Ausgabe helfen. Bischof Stephan Ackermann hat am 24. Juni im Rahmen seiner Visitation des Pastoralen Raums Saarburg die Ausgabestelle im Konzer Industriegebiet besucht und mit den engagierten Männern und Frauen gesprochen. „Ich möchte vor allem meine Wertschätzung zeigen, aber auch ein bisschen mithelfen, solch einen Dienst an der Gesellschaft sichtbarer zu machen.“
Dass die Tafeln als Konzept in Deutschland überhaupt nötig sind, sei grundsätzlich zu hinterfragen. Aber für die hilfebedürftigen oder wohnungslosen Menschen, die hier nicht nur Lebensmittel, sondern auch Rat und Vermittlung zu Hilfsangeboten erhalten, seien die Tafeln ein Segen. So hat die Konzer Tafel beispielsweise dem Syrer Yassin Al Halak dabei geholfen, Anschluss und eine sinnvolle Tätigkeit zu finden, als er vor sieben Jahren nach Deutschland kam. Damals selbst noch „Kunde“, musste er nicht lange überlegen, als er gefragt wurde, ob er mitarbeiten möchte. Ansonsten sind viele Ehrenamtliche eher im Pensionsalter. Einig sind sie sich alle darüber, dass ihnen die Arbeit Spaß macht und sie mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, Menschen ganz praktisch geholfen zu haben, so berichtet es Liesel Simon, die sich seit sieben Jahren hier engagiert. Montags und dienstags werden die Waren von Ehrenamtlichen abgeholt, mittwochs vormittags ist dann die Ausgabe. Simon sagt, inzwischen würden sogar Nummern an die Wartenden vergeben, weil der Bedarf gestiegen sei.
Gutes Miteinander von Kirche und Kommunen
Den Besuch begleiteten der Konzer Pfarrer Georg Dehn, der berichtete, dass die Tafel in Konz inzwischen seit 20 Jahren von der Pfarrei getragen wird. Auch dabei waren Diakon Timo Wacht, Mitglied im Leitungsteam des Pastoralen Raums Saarburg, und der Bürgermeister der Stadt und Verbandsgemeinde Konz, Guido Wacht, sowie der hauptamtliche Beigeordnete Marcel Dawen. Die Stadt unterstützt die Tafel mit 5.000 Euro sowie mit der Nutzungsmöglichkeit des Grundstücks, wie Wacht erklärte. Mit den beiden kommunalen Vertretern sowie Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG Saarburg-Kell, der Beigeordneten Simone Thiel, und den weiteren Leitungsteammitgliedern, Dekan Georg Goeres und Thomas Lessinger, traf sich Ackermann anschließend zum Austausch in Saarburg-Beurig.
Bei dem Gespräch ging es etwa um die gute kommunal-kirchliche Zusammenarbeit im Jugendzentrum JUZ Saarburg, das von VG, Bistum und Kreis betrieben wird – ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Es sei ein positives Beispiel, wie Jugendpflege gut vernetzt funktionieren könne. Die kommunalen Vertreter berichteten ihrerseits von steigenden Bedarfen bei der Schulsozialarbeit. Bereits an Grundschulen würde der Ruf danach lauter – Suchtproblematiken bei Handynutzung oder Onlinespielen, Mobbing oder Verhaltensauffälligkeiten seien zu benennende Probleme. Weitere Themen waren die Zusammenarbeit bei Kindertagesstätten im Bereich der Betriebs- und Bauträgerschaften sowie die Zukunft kirchlicher Immobilien in den Gemeinden und eine gute und frühzeitige Einbindung der Kommunen in Überlegungen der Kirchengemeinden.



