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Acht Landtagskandidat*innen stellten sich den Fragen der jugendlichen Zuhörer*innen:„Das war ein interessanter Abend“

Politiker*innen haben interessierten Jugendlichen kurz vor der Wahl in Rheinland-Pfalz in der JugendBegegnungsStätte Boppard Rede und Antwort gestanden.
Eine Frau und sieben Männer schauen freundlich in die Kamera.
Datum:
4. März 2026
Von:
red/Julia Fröder

Boppard – In guter Tradition veranstalteten der Jugendrat der Stadt Boppard und die JugendBegegnungsStätte (JBS) St. Michael ein kinder- und jugendpolitisches Gespräch mit den Kandidat*innen im Rhein-Hunsrück-Kreis für den Landtag, der am 22. März neu gewählt wird. An dem Gespräch nahmen die die beiden Landtagsabgeordneten Ruth Greb (SPD) und Tobias Vogt (CDU) sowie die Direktkandidat*innen Tarek Chehadé (BSW), Thorsten Garske (Freie Wähler), Fynn Stefan Klein (FDP), Ulf Kowal (ÖDP) und Dominik Loch (Bündnis 90 / die Grünen) teil. Alexandra Erikson (die Linke), die nicht teilnehmen konnte, wurde von Oliver Gipp vertreten. Die AfD reagierte nicht auf die Einladung, erklärten die Veranstalter. Moderiert wurde das Gespräch von der Jugendratsvorsitzenden Jolie Spaniol und dem Leiter der JBS St. Michael, Hermann Schmitt.

Nach einer Vorstellungsrunde, zur Motivation für den Landtag zu kandidieren und politischer Kernthemen kamen die Fragen des Publikums an die Reihe. Die Diskussion blieb von Seiten des Publikums wie der Kandidat*innen nicht auf landespolitische Themen und Möglichkeiten beschränkt, so spielte auch die Bundespolitik eine wichtige Rolle. Die Frage nach dem Klima- und Umweltschutz beschäftigt die junge Generation und die Kandidat*innen antworteten: Der Klimaschutz für die Linken muss sozialverträglich, das heißt für die Menschen bezahlbar sein. Die Grünen wollen Deutschland weiter als Vorreiter sehen, während die Freien Wähler den deutschen Klimaschutz an das Weltniveau anpassen möchten und die FDP den CO2-Zertifikate-Handel als marktwirtschaftliches und damit wirkungsvolles Instrument sieht.

Femizide und Wehrpflicht ebenfalls Thema

Die Frage, wie denn die Kandidat*innen Femizide, also das Töten einer Frau, weil sie eine Frau ist, in Deutschland verhindern wollen, überraschte. Einzig im Wahlprogramm der Linken findet sich ein Passus hierzu. Einig war man sich, dass es mehr Schutzräume für von Gewalt bedrohten Frauen geben müsse. Rheinland-Pfalz erfüllt hier noch nicht die Anforderungen der Istanbul-Konvention, die auch von der Bundesrepublik unterschrieben wurde. Greb setzte sich für einen eigenen Straftatbestand Femizid ein, während andere Kandidaten darauf verwiesen, dass es schon die Straftatbestände Totschlag und Mord gebe und hier eine Differenzierung schwierig sei.

Auch das Thema Wehrpflicht beschäftigte die jungen Menschen: Einzig Vogt von der CDU trat für eine allgemeine Dienstpflicht ein. Chehadé vom BSW und Gipp von den Linken lehnten eine Wehrpflicht generell ab; Garske von den Freien Wählern plädierte für ein Berufsheer, um aus einer Position der Stärke verhandeln zu können. Kowal von der ÖDP zeigte sich unsicher, ob eine Wehrpflicht hilfreich sei, die Bundeswehr mit motivierten jungen Menschen auszustatten. Greb äußerte sich persönlich gegen eine Wehrpflicht, aber wer zur Bundeswehr gehen wolle, solle dies auch tun. Klein von der FDP sah bei einer generellen Wehrpflicht, das Problem der Motivation der jungen Menschen, die dann zwangsweise zur Bundeswehr müssten. Loch von den Grünen sah dies ähnlich und forderte, dass die Bundeswehr für junge Menschen attraktiver werden müsse, beispielsweise bei der Besoldung.

Mit einem kurzen Statement der Kandidat*innen zur Frage, warum denn die Wähler*innen gerade sie bzw. ihre Partei wählen sollten, endete das kinder- und jugendpolitische Gespräch eine halbe Stunde später als geplant. Die Kandidat*innen blieben dennoch zum formlosen Gespräch, zu dem der Jugendrat Getränke, Hot Dogs und Knabbereien reichte. Und ein Jugendlicher resümierte: "Das war ein interessanter Abend."