
© Bistum Trier
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Trier/Koblenz/Saarbrücken– „Es ist Ihnen allen gemeinsam, dass Sie sich dafür einsetzen, im Geist des Evangeliums den Menschen und dem Zusammenleben in Gesellschaft und Kirche zu dienen.“ So begrüßte Michaela Tholl, Leiterin des Teams Engagement-Entwicklung im Bistum Trier am 26. April die Gäste in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums in Trier. Fünf Initiativen und drei Einzelpersonen wurden mit Urkunden, Sachpreisen und Gutscheinen für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Weihbischof Robert Brahm überreichte die Urkunden an die Geehrten.

Die erste Dankesurkunde für „besondere Verdienste im ehrenamtlichen Engagement“ erhielt an diesem Nachmittag Alois Martini aus Morbach-Haag. Auf ihn sei man auf überraschende Weise aufmerksam geworden, erklärte Laudator Thomas Biewen, Referent für die pastoralen Räte. „Ich möchte meine Verwunderung darüber ausdrücken, dass ein Mann in unserer Pfarrei noch nicht von bischöflicher Seite geehrt wurde“ heißt es in einem anonymen Schreiben, dass den damaligen Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg Anfang des Jahres erreichte. Auch Pfarrer Markus Weilhammer habe bestätigt, dass „Alois Martini mit seinem ganzen Herzen, seinem Denken und seinem Wirken aufs Engste mit der Kirche St. Kunibert und dem Pfarrort Haag verbunden“ ist. Martini bot Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche an, organisierte Kinderfreizeiten auf Ameland und später Seniorenfahrten. Er war viele Jahre Küster und Lektor in der Pfarrei und ist derzeit stellvertretender Vorsitzender im Kirchengemeinderat der Katholische Kirchengemeinde Am Haardtkopf St. Christopherus Monzelfeld.
Joachim Wagner aus Schweich erhielt die Dankesurkunde für 50 Jahre beispielhaftes Engagement. In den 1970er und 1980er Jahren begann sein Engagement in der Jugendarbeit. Später wirkte er in den verschiedenen Gremien auf Pfarrei- und Dekanatsebene mit, darunter 8 Jahre als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Besonders heraus stellte Laudatorin Ursula Heinz aus der Pfarrei Schweicher Land St. Martinus sein Engagement während der Begegnungstage im Vorfeld des Weltjugendtages 2005 in Köln, die Organisation des 450. Jubiläums der Pfarrei, das wegen der Corona-Pandemie mit drei Jahren Verspätung unter dem Motto „Menschen feiern für Menschen“ 2023 nachgefeiert wurde, sowie die Livestreams und 25 Kurzfilme, die er während der Corona-Pandemie organisierte und erstellte. Aktiv ist er außerdem in verschiedenen Chören, im Karneval sowie als Nikolaus.

„Glaube und Gemeinschaftssinn sind bei ihr tief miteinander verwoben“, lobte Gemeindereferentin Claudia Busch Margot Baus aus der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Neunkirchen, die ebenfalls eine Dankesurkunde erhielt. Als Gründungsmitglied (1979) des Caritas-Helferdienstes Kontaktlinse ist sie bis heute maßgeblich an vielen pfarreilichen Aktivitäten organisatorisch beteiligt. Aber vor allem die karitativen Aufgaben des Kreises sind ihr eine Herzensangelegenheit: Krankenbesuche zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus sind für sie selbstverständlich. Auch als langjähriges Mitglied des Pfarrgemeinderates war sie immer dort zur Stelle, wo sie gebraucht wurde, sei es an Fronleichnam oder am Weihnachtsmarktstand. Mit handwerklichem Geschickt fertigte sie immer wieder Altardecken, liturgische Gewänder oder Gewänder für die Sternsinger. Baus sei zudem „seelische Stütze und fürsorgende Christin“ für die Menschen, die als Gäste ins „momentum – Kirche am Center“ kommen, so Pfarrer Markus Krastl.

Wenn Kinder trauern, dann sind die Ehrenamtlichen von Lacrima (Johanniter Trier) zur Stelle. Seit 2018 bieten die inzwischen 25 Kinder- und Jugend-Trauerbegleiter*innen Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche an, die beispielsweise einen Elternteil oder ein Geschwisterkind verloren haben. Mit einem Film wurde das Projekt vorgestellt: „Die Kinder dürfen trauern, wie sie wollen“, erläutert Projektleiterin Margot Henn darin. „Die Kinder können schreien, sie können wütend sein, und das dürfen die. Weil sie bestimmen, wie es grade ist.“ Ihre Stellvertreterin Monica Ramusovic ergänzt: „Sie brauchen in einem Moment den Raum für Gespräche, weil es grade doch bedrückt, und im anderen Moment ist es genug und sie wollen dann wieder spielen.“

Mit erwachsenen Menschen arbeiten die Trauerbegleiter*innen der Malteser Trier. Die Gruppe, bestehend aus elf Frauen und einem Mann, gibt es seit fünf Jahren. In der 80-stündigen Grundausbildung lernen sie in Rollenspielen, mit Trauernden zu sprechen, aber auch ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren. Es sei wichtig, „authentisch und präsent“ zu sein, raten die Mitglieder zum Umgang mit Trauernden. Man müsse „mutig auf sie zugehen und fragen: „Was brauchst du grade?“ Dass ihre Arbeit Erfolg hat, sehen sie, wenn die Leute anfangen, sich zu öffnen.

Mit Trauernden kommt auch die Kaffeekreisgruppe Ferschweiler in Kontakt. Auf Wunsch der betroffenen Familien übernehmen die Frauen in ihrem Dorf die Organisation und Ausführung des traditionellen Essens und Kaffeetrinkens im Anschluss an die Beisetzung. „Ihre Energie, die schöpfen sie ausschließlich aus der Barmherzigkeit. Caritas und christliche Nächstenliebe, das sind ihre Antriebsfedern“, lobte Leo Steil vom Pfarrgemeinderat der Pfarrei Südeifel Mutter vom Guten Rat.

Geehrt wurde auch der 1920 gegründete SKF Mayen. „Es ist unendlich viel zu machen und zu helfen, wenn nur jemand da ist, der es tut“. Diesen Leitsatz ihrer Gründerin Agnes Neuhaus zitierte die Vorsitzende Marianne Weingart bei der Vorstellung ihrer Arbeit. Lag der Fokus zunächst auf Frauen und Mädchen in Gefängnissen, später dann auf Senioren, wandte sich der Verein unter der langjährigen Vorsitzenden Ina Müller der Arbeit in sozialen Brennpunkten und der Behindertenarbeit zu und ist seit 2015 auch in der Flüchtlingshilfe aktiv.

Die kfd „St. Luzia“ Löf bezeichnete Pastoralreferentin Annette Bollig, Geistliche Begleiterin der kfd auf diözesaner Ebene, als Prototyp einer kfd-Gruppe: „Sie sind in ihrem Ort Löf tief verwurzelt. Die Frauen, die sich dort engagieren, haben eine große Vertrautheit vor Ort und miteinander.“ Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Angebot der Abendspaziergänge. Auch eine eigene Frauenschola hat die kfd Löf auf die Beine gestellt. Was der Frauengemeinschaft besonders gelinge, so Bollig, sei in Entwicklung zu bleiben, sich im Raum gut zu vernetzen, „vor Ort ihre Wurzeln zu spüren und präsent zu sein und gleichzeitig die Fühler auszustrecken und sich inspirieren zu lassen.“ In der kfd Löf sind 93 Männer und Frauen aus 13 Dörfern aktiv.
Beim morgendlichen Gottesdienst, zu dem die Ehrenamtlichen eingeladen waren, würdigte Weihbischof Brahm in seiner Predigt ihre Arbeit: „Durch Sie finden Menschen zum Glauben“, Jesus rufe jeden bei seinem Namen: „Das ist Beziehung, das leben Sie.“ Wenn Jesus von sich als „die Tür“ spreche, sei das die Zusage, dass „nicht wir alles allein tragen müssen - er ist es, der Türen öffnet, der uns trägt und durchträgt.“
Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Kirchenchor Gutweiler unter Leitung von Christoph Lauterbach.