Rosenkranzkirche in Bad Neuenahr nach Flutkatastrophe wiedereröffnet:Ein Ort für Seele und Herz

Bad Neuenahr – Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde der Abschluss der Restaurierung der Rosenkranzkirche in Bad Neuenahr und deren offizielle Wiedereröffnung mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am Weißen Sonntag, 12. April, gefeiert. Zugleich kann die Gemeinde auf das 125-jährige Bestehen des Gotteshauses zurückblicken.
„Viele haben sich dafür eingesetzt, dass wir heute hier zusammen feiern können – vielen Dank dafür“, schaute Bischof Ackermann auf die fast fünf Jahre dauernde Zeit der Sanierung zurück und hob das Engagement und die Ausdauer aller Beteiligten hervor. Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hatte das Gotteshaus erheblich beschädigt und umfassende Bauarbeiten notwendig gemacht. Bodensenkungen wurden behoben, Wände und Malereien restauriert und der Innenraum neugestaltet; zurückgekehrt sind auch barocke Figuren. Die überarbeiteten Kirchenbänke befinden sich wieder im Mittelschiff und Querhaus; zusätzlich erhielt die Kirche eine moderne Lüftungssteuerung.
Gleich drei Mal musste die offizielle Wiedereröffnung verschoben werden, da sich Arbeiten verzögerten. Jedes Mal habe man den Bischof wieder neu eingeladen, den Gottesdienst mitsamt musikalischer Begleitung umgeplant und jeweils an das Kirchenjahr angepasst. „Jetzt ist es endlich geschafft!“, freute sich der Dekan des Pastoralen Raums Bad Neuenahr-Ahrweiler Pfarrer Peter Strauch. Sogar die Schnecke am Taufbecken habe nun wieder ihren zweiten Fühler, nannte Pfarrer Jörg Meyrer ein Detail, das zeigt, wie aufwendig die Renovierung war. „Nun liegt es an uns allen, weiterzubauen“, sagte Strauch, „damit Rosenkranz eine lebendige Kirche ist. Sie darf nicht auf einen Ausstellungsraum reduziert werden, sondern hier haben unsere Seele und unser Herz einen Raum.“
Offen für alle
„Bei solchen Gelegenheiten wird deutlich, dass die Kirchen nicht nur Eigentum der jeweiligen Kirchengemeinden sind, sondern auch der ganzen Öffentlichkeit gehören“, erklärte der Bischof auch in Bezug auf das Tagesevangelium, in dem davon berichtet wird, dass sich die Jünger hinter verschlossener Tür versammelten. „Kirchen sollen keine ‚closed shops‘ und in sich geschlossen sein, sondern offen für alle Menschen.“ Sie laden dazu ein hineinzutreten, zur Ruhe zu kommen, sich zu versammeln, „aber sie sind wie Herzkammern, ein Raum der Sendung, von hier aus müssen wir wieder aufbrechen.“
Austausch und Unterstützung
Während der Sanierungsphase habe vielleicht das „liturgische Herz in der Kirche stillgestanden“, aber durch soziale, von Seelsorgenden initiierte und begleitete Treffpunkte wie die Waschbar und das Rosenkränzchen in unmittelbarer Umgebung „gab es neben der konkreten Hilfe für Flutbetroffene die Gelegenheit zur menschlichen Unterstützung, zum Austausch“, sagte Ackermann auch mit Blick auf seine Besuche im Flutgebiet und die Aktionen, die durch die Katastrophe entstanden sind.
Das festliche Pontifikalamt mit Gläubigen der Pfarrei und Gästen aus Politik, Gesellschaft, Kirche, Vereinen und Handwerk wurde musikalisch durch den MFC Bad Neuenahr, die Cäcilienchöre Heimersheim unter der Leitung von Jürgen Rieser, das Blechbläserensemble Quartettino, Volker Montermann an der Pauke und Beate Michel am Klavier sowie durch den Organisten Matthias Gampe begleitet.