Baumpflanzaktion im Pastoralen Raum Wadern:Ein neuer Anfang für den Wald


Weiskirchen – Zwischen den verbliebenen Fichten liegen splitterartige Rindenschollen auf dem trockenen Waldboden. Dort, wo noch früher Wald war, breitet sich heute eine nahezu kahle Fläche aus. Die Kronen der umliegenden Bäume sind ausgedünnt oder bereits vollständig abgestorben. Das Werk des Borkenkäfers. „Heute ist es extrem trocken, da müssen wir aufpassen, dass nicht der Wind noch einen der umstehenden Bäume umknickt“, sagt Forstfachwirt Oliver Linnebach, während die Äste unter seinen Stiefeln knacken. Er begleitet eine Gruppe von rund 25 Jugendlichen, die im Rahmen ihrer Firmvorbereitung im Pastoralen Raum Wadern etwas gegen den desolaten Zustand des heimischen Waldes tun möchte. Ausgerüstet mit Spaten und Arbeitshandschuhen haben sie am Freitag, 20. März, auf einem Waldstück zwischen Rappweiler und Weiskirchen rund 500 Stecklinge gepflanzt, um die geschädigte Waldfläche langfristig zu erneuern.
„Bei einem Vortreffen haben wir über Umweltschutz gesprochen und unsere Verantwortung als Christinnen und Christen, die Schöpfung zu bewahren“, sagt Gemeindereferent Jörg Mang, der gemeinsam mit Barbara Jung und Charly Schmitt für die Firmvorbereitung verantwortlich zeichnet. Dafür lasen sie gemeinsam Auszüge aus der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Darin zeigt sich das inzwischen verstorbene Kirchenoberhaupt überzeugt, dass jeder an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten und sich für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen kann.
Neue Baumarten sind besonders trockenresistent

Eiche, Roteiche, Weißtanne und türkische Baumhasel – diese vier Baumarten hat Fortfachwirt Linnebach über eine Baumschule in Bad Ems für die Pflanzaktion besorgt. „Das sind alles trockenresistente Sorten, da es aufgrund des Klimawandels immer wärmer wird“, erklärt er der Gruppe. Dann wird es praktisch: „Macht vor dem Pflanzen auf jeden Fall den staubtrockenen Rohhumus weg und grabt mit dem Spaten bis zum braunen Mineralboden – sonst vertrocknen uns die Pflanzen“, gibt er genaue Anweisungen. Während sich die Jugendlichen an die Arbeit machen, geht er reihum und gibt Tipps: „Schau mal, der hier war nicht fest genug eingepflanzt“, sagt Linnebach und zieht einen Steckling ohne viel Kraft wieder raus. Jedes neue Bäumchen wird von den Firmberwerber*innen mit einem kleinen Stück Malerkrepp gekennzeichnet. „Das schützt vor Wildverbiss“, sagt Linnebach. Aus 50 Stecklingen wachsen ein bis zwei große Bäume. Aber auch die, die nicht groß werden, seien für das Ökosystem Wald wichtig, sagt der Experte: Sie spenden Schatten und sorgen somit für angenehmes Waldklima.
Jugendlichen ist Umweltschutz ein wichtiges Anliegen

Aktuell bereiten sich rund 120 Jugendliche aus dem Pastoralen Raum Wadern auf ihre Firmung am 12. und 13. Juni vor. Dabei können sie aus zahlreichen Workshops das für sie passende Angebot wählen. Mit dabei sind Jakob aus Morscholz, Fabian aus Niederlosheim und Philipp aus Losheim. „Ich bin gerne draußen in der Natur“, sagt Jakob aus Morscholz und Fabian aus Niederlosheim ergänzt: „Ich packe gerne irgendwo mit an.“ Ein Stück weiter oben am Hang arbeiten Sasori, Shari und Nina. „Mein Papa arbeitet beim Forst, da kenne ich mich aus. Es ist wichtig, dass wir etwas tun, nachdem der Borkenkäfer vieles zerstört hat“, sagt Shari. „Wir haben viel über die Umwelt und den Klimawandel gesprochen, deswegen mache ich mit“, sagt Nina.
Finanziert wurden die jungen Bäume von Tierarzt Heiner Blasius, dem auch das Waldstück gehört, auf dem die Firmlinge die Stecklinge setzen. Zum Dank versorgte er die Jugendlichen während der Aktion mit Getränken und lud sie nach getaner Arbeit zum Grillen ein.