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Kapelle St. Johannes Baptist:Ein wiedererwecktes Kleinod

Am 29. August gedenkt die Kirche der Enthauptung von St. Johannes dem Täufer. Im Bad Hönninger Stadtteil Ariendorf, dessen Kapelle dem Heiligen geweiht ist, wird an dem Wochenende die Johannes-Kirmes gefeiert.
Außenansicht der Kapelle  St. Johannes  Baptist im  Bad Hönninger Stadtteil Ariendorf.
Datum:
13. Aug. 2026
Von:
Andreas Kossmann/Paulinus Wochenzeitung im Bistum Trier

Bad Hönningen. Das an den heiligen Johannes Baptist erinnernde Kirchlein ist ein historisch bedeutsames Kleinod und ein Zeugnis für den Glauben sowie eines gemeinschaftlichen Engagements über Jahrhunderte hinweg.

Auch wenn keine regelmäßigen Gottesdienste mehr stattfinden, rückt die Kapelle bei Hochzeiten sowie bei zwei besonderen Anlässen im Jahr besonders ins Zentrum der Dorfgemeinschaft – am Patronatsfest am 24. Juni, dem Geburtstag des heiligen Johannes, sowie rund um seinen Todestag am 29. August. Der Termin ist Anlass für die jährliche Kirmes des Junggesellenvereins 1820 und findet in diesem Jahr vom 28. bis 30. August statt. Das Programm umfasst neben einem Fackelzug und Königsball als festlichen Höhepunkt die feierliche Messe am Sonntagmorgen um 9 Uhr.

Sechs Malter Korn für den Bau und Unterhalt

Schon früh war die Kapelle eng mit dem Leben der Ariendorfer verbunden; eine Urkunde von 1708, dem Jahr des Baubeginns, legt Zeugnis davon ab, dass die Bürger des Ortes durch eine abgetretene Schuldverpflichtung bereits Jahre zuvor maßgeblich zur Finanzierung des Baus beigetragen hatten. Um den Bau und Unterhalt zu sichern, habe schon im 17. Jahrhundert eine „Naturalrente“ von sechs Maltern (etwa 1000 Liter) Korn aufgebracht werden müssen, wie Ortskenner Heinz-Günter Heck zu berichten weiß. 

Errichtet wurde die Kapelle durch den Kölner Chorherr Ferdinand Friedrich Gammans und von Johannes Helling, dem Amtsverwalter der Herrschaft Arenfels.

In einer Urkunde bekunden eine Reihe Ariendorfer Bürger, dass sie 100 „Reichsthaler“ erhalten und „zur Erbawung ihrer new angelegten Kapelle thatlich verwendet haben“. Die Kapelle beherbergte über Jahrhunderte verschiedene Kunstwerke. Ein herausragendes Beispiel ist das Ölgemälde „Die Geburt Christi“, das sich als Geschenk von Ludwig von Lorch (1856) identifizieren ließ. 

Ab 1954 errichteten die Ariendorfer Gläubigen in Eigenleistung eine größere Filialkirche, die aber schon nach 50 Jahren wegen Reparaturstau in schlechtem baulichem Zustand war und in der Folge 2007 profaniert sowie 2009 abgerissen werden musste. 

Neue Bedeutung nach dem Abriss der Filialkirche

Damit gewann die Kapelle wieder an Bedeutung als ein geistlicher Ort. Der heutige Zustand ist maßgeblich dem Einsatz lokaler Akteure wie Heinz-Günter Heck und Stephan Birnbach zu verdanken. 2008 wurde die Kapelle, die bereits 1980 saniert worden war,  für rund 79 000 Euro erneut aufwendig restauriert – ermöglicht durch Spenden sowie 800 Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung. In diesem Zuge erhielten dort Elemente aus der abgerissenen Kirche – wie etwa der Kreuzweg von 1896 – eine neue Heimat. Auch für den heutigen Altar und die Umrandung des Tabernakels fanden Teile des früheren Gotteshauses wieder Verwendung; zudem stammen die Bänke von dort. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Kapelle war die Altarweihe 2008, wodurch sie ihre Funktion als religiösen Mittelpunkt zurückerhielt. 2013 fanden die Glocken der alten Kirche in einem kleinen Glockenstuhl aus Eichenholz neben der Kapelle einen neuen Platz.