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Bistumsmedaille für Ehepaar Alexander:„Es war uns eine Freude, keine Last“

Für 92 Jahre Ehrenamt sind Annemarie und Heinz Alexander mit der Bistumsmedaille geehrt worden. Generalvikar von Plettenberg überreichte die Auszeichnung in Bildstock.
Generalvikar Ulrich von Plettenberg überreichte Annemarie und Heinz Alexander die Bistumsmedaille.
Datum:
19. Nov. 2025
Von:
Anja Kernig/BIP Saar

Friedrichsthal-Bildstock – Die Überraschung war gelungen – und noch ganz frisch: „Am letzten Sonntag erst haben wir die frohe Nachricht überbracht“, erinnerte Pfarrer Johannes Kerwer zu Beginn der Feierstunde, für die man sich zu Ehren von Annemarie und Heinz Alexander im kleinen Kreis in der Kirche St. Josef in Bildstock eingefunden hatte. Der 85-Jährige und seine 83 Jahre alte Ehefrau wurden mit der Bistumsmedaille geehrt, der höchsten Auszeichnung, die das Bistum Trier zur Würdigung herausragender Verdienste um das Bistum vergibt. Mit der Josefskirche sei ein Ort gewählt worden, „wo Sie beide so viel erlebt, geschafft, gebetet haben“, wie Kerwer mit Blick auf die Hauptpersonen anmerkte. Getoppt hätte den – aus gutem, noch zu erläuterndem Grund – lediglich die Votivkapelle auf dem Hoferkopf. Luftlinie keine 400 Meter entfernt, bot die winzige Marienkapelle jedoch nicht genug Platz für alle mitfeiernden Familien- und Gemeindemitglieder.

Nach einer musikalischen Begrüßung, bei der zwei Töchter des Ehepaars mitmusizierten, und seinen einleitenden Worten, übergab Kerwer, der die Pfarrei erst vor zwei Jahren übernommen hatte, an jemanden Kompetenteren in dieser Sache: Siegfried Kraus. Der Vizevorsitzende des Verwaltungsrates ist ein langjähriger Weggefährte von Annemarie und Heinz Alexander. Begonnen habe alles im Jahr 1979: „Damals war euer Eigenheim im Ortsteil Dietrichsfeld bezugsfertig und ihr seid mit euren drei Kindern zusammen Bildstocker geworden“, so Kraus. „Es wuchs in euch beiden der Wunsch, für das erlebte Glück in eurem bisherigen Leben etwas zurückgeben zu wollen.“ Die Gelegenheit kam mit dem Hinweis des Pastors in der Sonntagsmesse, dass zur Betreuung und Pflege der Marienkapelle erneut jemand gesucht werde. „Damit begann euer ehrenamtliches Engagement in der Pfarrei“ - und endete nun im Frühjahr. Rechnerisch ergibt das 46 Jahre für jeden der Ehepartner, zusammen sind es stolze 92 Ehrenamtsjahre.

"Euch war kein Weg zu weit!"

Im Rahmen einer Feierstunde in der Kirche in Bildstock überreichte Generalvikar von Plettenberg die Bistumsmedaille an Annemarie und Heinz Alexander.

Was kommt da alles zusammen! Mehrere Din A4 Seiten füllten die Verdienste der Zwei, darunter die Betreuung und Unterstützung von Geflüchteten. „Da war euch kein Weg zu weit“, weiß Kraus. Annemarie war unter anderem als Grüne Dame tätig, kümmerte sich um Blumenschmuck, wirkte beim Solidaritätsessen mit – und natürlich bei den Pfarrfesten: „Die erstreckten sich in früheren Jahren über drei bis vier Tage“, erinnerte der Laudator. „Die Familie Alexander war die gesamte Zeit dabei in Küche, Kasse und im Service.“ Heinz gehörte seit 1983 dem Verwaltungsrat an, arbeitete im Männer- und im Krankenpflegeverein mit und steckte viel Zeit in die Pfarrchronik. „Die Orgel liegt dir besonders am Herzen“, ergänzte Kraus. Ohne Heinz Alexander, der organisierte, begleitete, mit anfasste und immer zur Stelle war, wäre die Renovierung des Instruments im Jahr 1995 und später die Rückversetzung vom Seitenschiff auf die Empore Anno 2009 keine solche Erfolgsgeschichte geworden.

„Aber eure große Liebe, denke ich, ist und bleibt die Marienkapelle.“ Was da überhaupt groß zu tun sei? Einiges! Pflege- und Mäharbeiten im Außenbereich, Reinigung im Inneren, das Ausschmücken mit Blumen, Betreuung des Opferstocks mit Bereitstellen der Opferkerzen vor allem. Nicht zu vergessen: das allmorgendliche Aufschließen und abendliche Abschließen der Kapelle, 365 Tage im Jahr. Bei zwei Anfahrtswegen summiert sich das auf beeindruckende 3000 Kilometer. Zum Schluss zitierte der Laudator Kardinal Julius Döpfner mit einem für das Ehepaar Alexander in besonderem Maße zutreffenden Satz: „Der barmherzige Samariter unterschreibt keine Resolution, die weitergeleitet werden muss. Er packt selbst an.“

„Sie gehören zu der Generation, die sehr bescheiden und mit völliger Selbstverständlichkeit ihren Dienst für die Allgemeinheit tut“, schloss sich Generalvikar Ulrich von Plettenberg an. „Nie um des Dankes oder der Wertschätzung willen, sondern aus innerem Antrieb.“ Für ihr großes Engagement überreichte er Annemarie und Heinz Alexander im Auftrag von Bischof Stephan Ackermann die Bistumsmedaille. Mit ihr können katholische Frauen und Männer ausgezeichnet werden, die in der Regel durch mindestens 20-jährige ehrenamtliche Tätigkeit in herausragender Weise die Entwicklung der Kirche im Bistum Trier geprägt und gefördert haben. „Mit der Bistumsmedaille würdigen wir Personen, die durch ihr glaubwürdiges Zeugnis als Christen und ihr außerordentliches Engagement Bedeutsames in Kirche und Gesellschaft bewirkt und dazu beigetragen haben, die Kirche im Bistum als Ort gelebten Glaubens erfahrbar zu machen“, so von Plettenberg.

„Das war eine große Überraschung und ist eine sehr große Ehre, mit der wir niemals gerechnet haben“, bedankte sich Heinz Alexander auch im Namen seiner Frau Annemarie. „Wir haben das alles sehr gern getan.“ Kirche und Kapelle seien ihnen eng ans Herz gewachsen. „Es war uns eine Freude, keine Last.“