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Bei Meet&Greet-Tagen schauen Schüler hinter die Kulissen der Katholischen Kirche  :„Glauben Sie an Wunder, Herr Bischof?“  

In zahlreichen Workshops und Erkundungstouren erhalten Schülerinnen und Schüler einen Einblick hinter die Kulissen kirchlicher Einrichtungen im Bistum.
Bischof Ackermann im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern
Datum:
23. Apr. 2026
Von:
Simone Bastreri

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Mal dem Bischof Fragen stellen können? Hinter die Kulissen der katholischen Kirche als Arbeitgeberin und Einrichtung schnuppern? All das geht bei den Meet&GreetTagen, zu denen das Bistum Trier während der Heilig-Rock-Tage rheinland-pfälzische und saarländische Schülerinnen und Schüler aus einlädt. Am 20., 21. und 22. April konnten die jungen Leute an verschiedenen Workshops teilnehmen und sich nachmittags mit Bischof Dr. Stephan Ackermann, Weihbischof Jörg Peters oder Weihbischof Robert Brahm austauschen.  

In Zeiten, in denen die Zahl gläubiger Menschen sinkt und das Interesse an den christlichen Kirchen gerade auch bei jüngeren Leuten schwindet, wollen die Meet&Greet-Tage ein Angebot sein, Bereiche und Einrichtungen der Kirche und katholischer Träger kennenzulernen. Denn wer bei „Kirche“ nur an das Gebäude in der Dorfmitte oder den Sonntagsgottesdienst denkt, vergisst die Seelsorgerinnen und Seelsorger an so vielen Orten von Kirche, die Lebensberatungs- und Telefonseelsorgestellen, katholische Krankenhäuser, Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen oder Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe und die vielfältigen Caritas-Dienste von der Schuldenberatung bis zum Migrationsdienst. Auch als einer der größten Arbeitsgeber der Region stellt die Kirche sich an diesem Tag vor. So konnten die Schülerinnen und Schüler zwischen Workshops wie Klettern, Theaterspielen oder einem politischen Escape-Room wählen, oder katholische Träger wie das Mutterkrankenhaus der Borromäerinnen, das Brüderkrankenhaus, die Theologische Fakultät oder die Kita gGmbH kennenlernen.  

Lena (17) und Tim (17) vom St. Josef-Gymnasium Biesdorf war vor ihrem Kletterworkshop im Jugendzentrum Mergener Hof in Trier beispielsweise gar nicht so bewusst, dass die Kirche Trägerin vieler Jugendzentren ist. Gemeinsam sitzen sie am Nachmittag mit Amelie (18) von der St. Matthias-Schule Bitburg zusammen und denken sich Fragen aus, die dann Bischof Stephan Ackermann in großer Runde gestellt werden. Auch Klara und Magdalena, beide 17, von der Gemeinschaftsschule Saarbrücken-Dudweiler, formulieren Fragen wie „Was für einen Beruf hätten Sie gewählt, wenn Sie nicht Bischof geworden wären?“ oder „Was inspiriert Sie für ihren Beruf?“. Ackermann antwortet offen. Ihn inspiriere in seinem Berufsalltag immer wieder aufs Neue die Bibel, aber auch die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen. Er habe schon früh gewusst, dass er keinen reinen Schreibtischjob machen wolle. Der Wunsch, Priester zu werden, sei nicht plötzlich „über Nacht“ gekommen, sondern habe sich durch seine guten Erfahrungen in der katholischen Jugendarbeit gefestigt.  

Zum Schluss möchten die Schüler wissen, ob er an Wunder glaube und was er verändern würde, wenn er einen Wunsch frei hätte. An Wunder glaube er nicht in dem Sinne, dass alle Naturgesetze ausgehebelt werden und dann irgendetwas Fantastisches passiere, so der Bischof. „Aber allein, dass auf diesem Planeten Leben möglich ist, dass sich die Schöpfung entwickeln konnte, so etwas ist für mich auch ein Wunder. Oder dass sich Menschen vor 2.000 Jahren von der christlichen Botschaft angesprochen fühlten und ich auch heute in unseren Pfarreien Leute treffe, die das immer noch tun.“ Wenn er einen Wunsch umsetzen dürfte, wäre es dieser: „Ich würde gerne einen Schalter umlegen, dass die Menschen sich gegenseitig respektieren. Es müssten sich nicht einmal alle verstehen, aber wirklich respektieren und einander zuhören.“