Bolivien-Partnerschaftswoche mit Gottesdienst in Jugendkirche MIA eröffnet:„Gott pflanzt uns die Solidarität ins Herz“


Rappweiler – Mit einem festlichen Gottesdienst ist am Sonntag, 28. September, in der Jugendkirche MIA in Rappweiler (Gemeinde Weiskirchen) die diesjährige Bolivien-Partnerschaftswoche im Bistum Trier eröffnet worden. Hauptzelebrant war der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz, Bischof Monsenor Aurelio Pesoa Ribera aus Beni. „Es ist eine Freude, hier bei euch zu sein. Ich überbringe euch die Grüße der Menschen aus Bolivien: Wir sind dankbar für 65 Jahre Partnerschaft“, sagte der Bischof. Noch bis zum 4. Oktober besuchen er und fünf weitere Bischöfe aus Bolivien das Bistum Trier, zuvor war die Delegation im Bistum Hildesheim zu Gast. Die Partnerschaftswoche steht unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“, das sich am noch von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr orientiert. Im Fokus steht die partnerschaftliche Solidarität.
Von Solidarität handelte auch die Predigt von Bischof Aurelio, die der Merziger Kooperator Michael Meyer ins Deutsche übersetzte. Auch in Bolivien beginne an diesem Sonntag eine Gebetswoche für die Partnerschaft. „So betet ihr für uns und wir beten für euch.“ Das Evangelium rufe die Menschen dazu auf, ihre Herzen für andere zu öffnen. „Gott pflanzt uns den Wert der Solidarität ins Herz“, so der Bischof. Doch Solidarität meine nicht nur Hilfe in Form von materiellen Gütern. „Es meint auch die Nähe, die wir denen schenken, die leiden. In dem wir ihnen zuhören und an ihrer Seite stehen. Es gibt niemanden, der so reich ist, dass er nicht auch Unterstützung bräuchte und niemanden, der so arm ist, dass er nicht auch etwas geben könnte. Wir alle können teilen.“ Das gegenseitige Teilen werde in der Partnerschaft gelebt – etwa durch den Einsatz von jungen Freiwilligendienstleistenden. So helfen junge Menschen aus Deutschland in Bolivien, aber im Gegenzug kämen auch junge Bolivianer für ein Jahr nach Deutschland. „Das ist ein großer Reichtum des Teilens, der uns verbindet. Möge Gott diese Partnerschaft segnen. Es ist eine Gnade, dass wir einander haben.“

Anhand einer Landkarte und einiger Fotos von seiner Reise nach Bolivien vor drei Jahren gab Dr. Thorsten Hoffmann, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche, einen kurzen Einblick in das Leben in Bolivien und die Partnerschaft zwischen dem Bistum und dem Andenstaat. „In Bolivien leben viele verschiedene Volksgruppen überwiegend friedlich zusammen. Das macht die Buntheit des Landes aus.“ Viele Menschen im Bistum Trier verbänden Erinnerungen mit der Partnerschaft, insbesondere durch die Bolivienkleidersammlung. Hoffmann ging auch auf aktuelle Probleme in Bolivien ein, etwa die Zerstörung des Regenwaldes durch Brandrodungen für die Viehhaltung. „Die Brände, die im Amazonasgebiet gelegt werden, ziehen mehrere tausend Kilometer weiter bis ins Hochland und verpesten dort die Luft.“ Bewahrung der Schöpfung, aber auch der Schutz der indigenen Gemeinden und ihrer Kultur seien daher Aufgaben der Kirche von Bolivien – und ihrer Partner.
Musikalisch wurde der Festgottesdienst von einer deutsch-bolivianischen Band mit Liedern auf Deutsch, Spanisch und Englisch mit Gitarre und Querflöte, aber auch Ukulele und Panflöten gestaltet. Bei einem Imbiss im Anschluss an die Messe bestand Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit dem bolivianischen Gast.