Bischof Ackermann warnt vor Rücksichtlosigkeit und Egoismen :Gründonnerstag: Nähe Jesu soll konkretes Handeln prägen

Trier – Heute wie damals ist es nicht so einfach, daran zu glauben, dass der Weg Jesu – der Weg der Fußwaschung, der Weg des zuvorkommenden Dienstes, der Gewaltlosigkeit und der Liebe gegenüber allen Menschen – die richtige Alternative ist. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Gottesdienst am Gründonnerstag (2. April 2026) im Trierer Dom. „Wer Jesus ist und was er für mich bedeutet, das werde ich nur begreifen, indem ich mich immer wieder in seine Nähe begebe, um mich von ihm berühren, von ihm ergreifen zu lassen.“
Wie wichtig das sei, spüre man in einer Zeit, „in der es in der großen Politik erschreckend normal geworden ist, auf die rücksichtslose Durchsetzung von Eigeninteressen zu setzen mit den Mitteln von politischer, wirtschaftlicher und militärischer Gewalt, um die Dinge so zu ordnen, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht“, sagte der Bischof. Auch in den größeren und kleineren Zusammenhängen des eigenen menschlichen Miteinanders sei nicht selten „eine abnehmende Bereitschaft, einem Anderen wirklich zuzuhören“, erkennbar. „Kein Wunder, dass wir sogar auf ein wachsendes Unverständnis zwischen Menschen treffen, die sich ansonsten nahestehen. Plötzlich ist eine Abgrenzung zu spüren, manches Mal ein abgrundtiefes Unverständnis auf.“
Hier könne die Feier der Heiligen Tage helfen: „Sie laden uns ein, uns durch die Texte der Heiligen Schrift, durch die Musik, die uralten Zeichenhandlungen von Jesu Botschaft ergreifen zu lassen, damit wir auf die Frage Jesu: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? nicht stumm bleiben, sondern mit einem – vielleicht auch nur gestammelten – Ja antworten.“ Dabei solle dieses „Ja“ kein Lippenbekenntnis bleiben, „sondern unser konkretes Handeln prägen“.
Die traditionelle Fußwaschung vollzog Bischof Ackermann in diesem Jahr an Mitglieder des Diözesanrats und des Besucherdienstes des Bistums Trier. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Kathedraljugendchor Trier unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer, Kantor Mateo Klemann und Marcel Eliasch an der Domorgel.