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Passionssonntag in Nalbach:Kreuzweg zum Litermont eröffnet Visitation

Generalvikar Ulrich von Plettenberg hat bei Kreuzwegprozession in Nalbach seine Besuchsreise im Pastoralen Raum Dillingen gestartet.
Eine größere Gruppe von Menschen geht bei sonnigem Wetter auf einer asphaltierten Straße zwischen Wiesen und Bäumen. An der Spitze der Prozession trägt eine Person ein großes Vortragekreuz. Hinter dieser Person folgt eine dicht geschlossene Gruppe von Teilnehmenden, einige in Jacken, andere mit Taschen oder Rucksäcken. Rechts und links des Weges stehen noch kahle Bäume und frühe Frühlingssträucher. Im Hintergrund sind einige Häuser und ein freies Feld zu sehen. Die Szene wirkt wie eine gemeinschaftliche religiöse Prozession oder ein gemeinsamer Weg durch die ländliche Umgebung.
Datum:
23. März 2026
Von:
Ute Kirch
Auf einer Wiese am Rand eines bewaldeten Hügels sitzen zahlreiche Menschen auf einfachen Holzbänken, die in mehreren Reihen aufgestellt sind. Sie blicken nach vorn zu einer kleinen Freifläche, auf der ein Wortgottesdienst stattfindet. Dort stehen mehrere Personen in liturgischen Gewändern neben einem aufgestellten Kreuz. Rechts im Hintergrund steht ein Fahrzeug mit dem Logo eines Hilfsdienstes. Links ragt ein großes Gipfelkreuz auf einem Felsenplateau in die Höhe, das über eine kurze Treppe erreichbar ist. Um die Versammelten herum stehen noch kahle Bäume, und der Boden ist mit trockenem Laub bedeckt. Die Szene findet bei hellem Sonnenlicht unter blauem Himmel statt.

Nalbach – Rund 150 Gläubige haben am Sonntag, 22. März, an der Kreuzwegprozession von der Nalbacher Kirche hinauf zum Litermont-Gipfelkreuz teilgenommen. Gastprediger beim anschließenden Wortgottesdienst war in diesem Jahr der Trierer Generalvikar Ulrich von Plettenberg. Der Kreuzweg bildete zugleich den offiziellen Auftakt seiner Visitation (Besuchsreise) im Pastoralen Raum Dillingen. Seit fast 160 Jahren ist das weithin sichtbare Kreuz Anziehungspunkt für Pilger. Gläubige aus der Pfarrei Nalbach Heilig Geist und der Umgebung laufen während der Fastenzeit jeden Sonntag den Kreuzweg hinauf zum Plateau des 412 Meter hohen Berges. Am fünften Sonntag in der Fastenzeit, dem Passionssonntag, ist traditionell ein Gastprediger eingeladen.

In Kreuzweg findet sich menschliche Leiderfahrung

Auf einer kleinen erhöhten Holzplattform steht eine Person hinter einem Rednerpult, das mit einem Wappen versehen ist. Die Person trägt liturgische Gewänder und spricht zu einer Gruppe von Menschen, die außerhalb des Bildausschnitts stehen. Rechts und links der Plattform liegen große moosbewachsene Felsblöcke. Vor der Bühne stehen zwei Personen in weißen liturgischen Gewändern, eine davon hält ein Vortragekreuz. Weitere Personen stehen etwas seitlich daneben. Links im Hintergrund führt ein Weg zum Gipfelkreuz, das auf einem Felsen installiert ist und über eine kurze Treppe erreichbar ist. Entlang des Weges stehen mehrere Zuschauende sowie ein Lautsprecher. Die Szene spielt im Freien bei klarem Wetter, umgeben von kahlen Bäumen und natürlicher Felslandschaft.Geben Sie Ihr Feedback zu BizChat ab.

Seit einigen Jahren sind Anja Schmitt, Anja Kockler und Annette Schumacher als Vorbeterinnen während des Kreuzwegs engagiert. Sie beten den Rosenkranz vor und stimmen die Lieder an. „Wir machen das sehr gerne und wollen die alte Tradition am Leben erhalten“, sagt Schmitt. An 14 Stationen werden die einzelnen Szenen des Leidens Jesu von dem Moment an, an dem er das Kreuz auf sich nimmt, über die Kreuzigung bis hin zur Grablegung thematisiert. „Bei jeder einzelnen Station merke ich, wie dicht das Geschehen ist und wie viel auch an menschlicher Leiderfahrung sich in diesem Kreuzweg wiederfindet. Das, was Jesus in seiner Passion in seinem Leiden durchgemacht hat, ist uns nicht fremd. Im Gegenteil“, sagte von Plettenberg in seiner Predigt. Doch falle es uns schwer, unser Leiden anzunehmen. Da tue es gut, dass Jesus sein Leiden nicht beiseite drückt, obwohl er als Sohn Gottes die Macht dazu gehabt hätte, so von Plettenberg. Auch Verzweiflung angesichts des Leids und die Frage „Wo bist Du, Gott?“ seien ihm nicht fremd. So gehe es uns auch, wenn ein liebgewonnener Mensch stirbt, oder wenn wir eine schwere Krankheit oder Krise durchleben müssen. „Wir dürfen so denken, weil Jesus selbst so gedacht und gefühlt hat. Wenn wir in dieser Gottverlassenheit spüren, dass auch in diesem tiefsten Punkt unseres Lebens Jesus selbst gegenwärtig ist, weil er es selbst durchlebt hat, sind wir ein Stück weiter. Da kann sich etwas Neues in unserem Leben auftun“, schloss er.

Schwerpunkt der Visitation in zweiter Jahreshälfte

Messdiener Tobias trug das Kreuz während der Prozession hoch zum Litermont.

Im Anschluss an den Gottesdienst, an dem auch Dekan Pfarrer Olaf Harig, Bürgermeister Jörg Laub und Ortsvorsteher Albert Steinmetz teilnahmen, dankte von Plettenberg der Freiwilligen Feuerwehr für das sichere Geleit auf dem Pilgerweg, dem DRK Nalbach für den Fahrdienst, sodass auch Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, am Gottesdienst teilnehmen konnten sowie dem Bauhof für den Aufbau.

Im Laufe des Jahres wird von Plettenberg Gottesdienste in den Pfarreien mitfeiern, Einzel- und Gruppengespräche führen und Einrichtungen besuchen, um sich auf diese Weise ein Bild vom kirchlichen Leben vor Ort zu verschaffen. So besuchte der Generalvikar in der vergangenen Woche bereits gemeinsam mit einer Gruppe Kommunionkinder den Nalbacher Ostergarten. Bis Ostern stehen erste Gremiengespräche auf seinem Programm. „Der Schwerpunkt der Termine wird aber in der zweiten Jahreshälfte liegen“, kündigte von Plettenberg an.