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Die Abteilung Jugend im Bistum Trier macht Politik für junge Menschen greifbar :Mit einer Pizza junge Menschen fit für die Demokratie machen  

Mit einer „Demokratie‑Pizza“ zeigten Mitarbeitende der Fachstelle Jugend, welche Zutaten eine lebendige Demokratie braucht – und warum Mitbestimmung gerade für junge Menschen so wichtig ist.
Annette Hof von der Fachstelle Jugend spricht mit den Schülerinnen und Schülern über Demokratie.
Datum:
20. März 2026
Von:
Constanze Sonnenschein

Trier – Was hat eine Pizza mit Demokratie zu tun? Eine ganze Menge geht es nach Annette Hoff und Martin Beyer von der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Trier. Durch die Pizza haben sie am 19. März Jugendlichen der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik (BBS GuT) in Trier vermittelt, was in einer Demokratie alles wichtig ist. Neben einem “Stück” Sicherheit, brauche es Pressefreiheit, Menschenrechte und noch vieles mehr. Unter anderem durch das Symbol der Pizza kamen die Schülerinnen und Schüler in einen Austausch darüber, was eine Demokratie ausmacht und warum sie besonders für junge Menschen wichtig ist.  

Die Aktion, die in Kooperation mit der Jugendkirche Trier und unter dem Programm “Generation jetzt” des BDKJs Trier stattfindet, liegt Hoff und Beyer nicht nur im Hinblick auf die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz am 22. März am Herzen. „Wir wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen und sie fit für die Wahlen machen“, erzählt Hoff. Ein Großteil der Klasse sei zwar noch keine 18 Jahre alt und somit nicht wahlberechtig, dennoch gehe Politik alle etwas an. „Junge Menschen haben genauso eine Vorstellung davon, was die Politik für sie machen soll, wie wir“, ist Hoff überzeugt. Das zeigt sich auch in den verschiedenen Redebeiträgen der Schülerinnen und Schüler. „Wir wünschen uns von der Politik mehr Sicherheit. Vor allem abends und am Wochenende fühlen wir uns unsicher, rauszugehen“, berichten Florian Schäfer und Saeed Omar, beide 16 Jahre alt. Auch in Hinblick auf steigende Preise äußern viele der Jugendlichen an diesem Vormittag ihre Sorgen. Hinzu komme der Eindruck, dass viele Politiker die Bedürfnisse der jungen Menschen nicht auf dem Schirm haben. „Die Demokratie ist doch für uns, deswegen sollten sie auch mehr für uns machen“, äußert Lev Nahornyi-Bzovskyi. „Wir sind diejenigen, die jetzt gut aufwachsen müssen, weil wir später arbeiten sollen. Und trotzdem wird für uns wenig gemacht“, bemängelt er.  

Die Beschäftigung mit dem Thema Politik und Demokratie stößt laut Andrea Kruchten bei den Jugendlichen der BBS GuT auf unterschiedliche Lebensrealitäten. „Viele der Schülerinnen und Schüler wissen gar nicht, wie gut sie es eigentlich haben, weil sie in die Demokratie hineingeboren sind“, erzählt die Schulsozialarbeiterin. Besonders bei Kindern aus Flüchtlingsfamilien sehe das allerdings anders aus. „Hier spielen andere Sorgen eine größere Rolle, etwa, ob man einen Ausbildungsplatz findet oder wie man sich den Führerschein leisten kann.“ Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven ist an diesem Vormittag deutlich geworden, wie wichtig es ist, jungen Menschen Räume für Austausch und Mitbestimmung zu geben. Die Pizza wurde so zum Symbol dafür, dass Demokratie nur funktioniert, wenn alle ihre Zutaten einbringen und gehört werden.