Bischof Ackermann ermutigt am Beginn der Heiligen Woche zu Ehrlichkeit :Palmsonntag ist kein Ereignis in der Vergangenheit

Trier – Die Feier des Palmsonntags ist kein Ereignis in der Vergangenheit; das „je eigene Geschick in der eigenen Zeit“ findet sich in dem Bericht vom Leiden und Sterben Jesu wieder. Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Gottesdienst am 29. März im Trierer Dom betont. Geschichte und Gegenwart „fließen ineinander: Gottes Liebe, die damals offenkundig geworden ist, gilt auch für heute und morgen“.
Wenn im Bach-Choral, der während der Liturgie gesungen wurde, der Chor die Frage stelle „Wer hat dich so geschlagen?“, sei das eine Frage an jede und jeden; die Akteure von damals seien „Platzhalter für uns selbst“, sagte der Bischof. „Wir können uns fragen: „Auf welcher Seite hätte ich damals gestanden? Auf der Seite der Peiniger; auf der Seite deren, die feige zusahen?“ So sei der Palmsonntag eine Ermutigung, im Blick auf die eigenen Sünden und Fehler selbstkritisch und ehrlich gegenüber Gott zu sein, denn „Gott nutzt unser Bekenntnis nicht aus, sondern zeigt uns seine ganze Liebe“. In dieser Haltung dürften die Gläubigen in die Heilige Woche eintreten.

Zuvor hatte der Bischof in der Markt- und Bürgerkirche St. Gangolf die Palmzweige gesegnet. Er erinnerte daran, dass die Gläubigen in der Heiligen Woche gedanklich an die Orte zurückgingen, wo Jesus gelitten habe, gestorben und auferstanden sei. Das Heilige Land stehe durch den Krieg in diesen Tagen besonders im Fokus. Der Nahe Osten sei ein „Knotenpunkt“ zwischen Hass und Erlösung. Zwar sei der Keim der Erlösung durch Jesus gelegt, er habe aber noch längst nicht die Herzen aller erreicht. „Deshalb wollen wir beten und mithelfen, dass die Erlösung Wurzeln schlägt und Wirkung zeigt, in unserem Umfeld und in der Welt.“ Nicht zuletzt durch die Kollekte an Palmsonntag für die Christinnen und Christen im Heiligen Land könnten die Gläubigen hierzulande ihre Solidarität zeigen.