Im Hargesheimer Sprachcafé sind alle willkommen :Singen, spielen, basteln

Hargesheim – Seit acht Jahren ist das interkulturelle und interreligiöse Hargesheimer Sprachcafé im katholischen Pfarrheim (Schillerstraße 2) ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, für geflüchtete wie alteingesessene Menschen. An jedem zweiten und vierten Donnerstag im Monat ab 16.30 Uhr gestaltet das Team Mitmach-Aktionen wie einen Singkreis sowie Spiel-, Bastel- und Vorleseangebote, aber auch ein Friedensgebet ist regelmäßiger Teil des Nachmittags.
Man wird offener für Probleme, die sonst weit weg erscheinen.
Monika Feidner
Das Sprachcafé hat rund um’s Jahr viel zu bieten – nur in den Sommerferien pausiert es: bundesweiter Vorlesetag, Sommerfest auf dem Dorfplatz und weitere wechselnde Aktivitäten. „Wir wissen nie wer kommt“, berichtet die Initiatorin Marita Raude-Gockel. „Wie viele Kinder werden da sein, sind Erwachsene dabei, die ihre Deutschkenntnisse vor der Sprachprüfung verbessern wollen oder haben sie gesundheitliche Probleme und dazu konkrete Fragen?“, gibt die gelernte Religionspädagogin einen Einblick in die Themen. Die Ehrenamtlichen erlebten oftmals Schicksale hautnah mit.
Vielfältige Unterstützung

„Man wird offener für Probleme, die sonst weit weg erscheinen.“, gibt Monika Feidner aus dem Team zu. Dieses Ehrenamt habe sie sensibler für andere Kulturen gemacht „und man bemerkt dabei sehr viele Ähnlichkeiten unter den Kulturen und Religionen.“ Anne Jakupta kommt gerne mit ihrem Sohn in das Pfarrheim nach Hargesheim. „Es ist gut, um Deutsch zu lernen und die Sprache zu verbessern“, sagt die Estin, die seit acht Jahren in Deutschland lebt.
Organisiert wird das Café durch ein Leitungsteam bestehend aus fünf Ehrenamtlichen, die abhängig von unterschiedlichen Angeboten durch weitere Frauen und Männer unterstützt werden. „Wir hatten schon eine Klavierlehrerin hier, die den Kindern Klavierspielen nähergebracht hat“, führt Raude-Gockel ein Beispiel an. Es könne sich jeder nach seinen Neigungen und Interessen beteiligen.

„Ich bastele gerne und bringe dafür Ideen und Materialien mit“, sagt Feidner. Es sei auch schön zu sehen, dass Geflüchtete, die schon länger in Deutschland sind, den Neuen helfen, so die Verantwortlichen. Unterstützung erhalten sie darüber hinaus durch den Gemeindereferent Bernhard Dax, durch die Verbandsgemeinde und Kreisverwaltung, mit denen eine enge Vernetzung besteht. Auch Jugendliche, die im Rahmen ihrer Firmvorbereitung mithelfen, sind regelmäßig dabei. „So lernen sie unser diakonisches Wirken kennen. Wir sind Kirche nah bei den Menschen“, erklärt Raude-Gockel.
Die Aktivitäten sind für die Teilnehmenden kostenlos. Das Sprachcafé hat 300 Euro durch einen Fonds für Soziale Teilhabe des Bistums Trier erhalten und ist ansonsten auf Spenden angewiesen. Alle sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen, mitzumachen und Teil dieser lebendigen Gemeinschaft zu werden, so das Team. Das nächste Sprachcafé (mit Pflanzaktion für Kinder) findet statt am Donnerstag, 23. April.