Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim feiert 60-jähriges Bestehen :Soziale Arbeit auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe

Düngenheim – Ein festlicher Gottesdienst in der Heimkirche, zelebriert von Dekan Michael Wilhelm in Vertretung des erkrankten Weihbischofs Jörg Michael Peters, eröffnete die Feier zum 60-jährigen Bestehen des Bildungs- und Pflegeheim St. Martin Düngenheim.
Das Bildungs- und Pflegeheim wurde am 19. März 1966, dem Josefstag, von einigen Kreuz-Schwestern aus Bingen als „Heim für schwach begabte Knaben“ eröffnet. Der heilige Josef mit seiner stillen Fürsorge, Demut, Arbeit und Gottvertrauen spielt eine wichtige Rolle in den Wertevorstellungen des Bildungs- und Pflegeheims St. Martin. 60 Jahre später, auch am Tag des heiligen Josef, würdigten zahlreiche Gäste aus Kirche und Politik die enorme Entwicklung der Einrichtung, die heute mit rund 1.000 Mitarbeitenden eine der größten Arbeitgeberinnen im Kreis Cochem-Zell ist. Aus dem kleinen von den Kreuz-Schwestern sozusagen aus dem Nichts aufgebauten Kinderheim ist ein sozialer Dienstleister geworden, der sich um mehr als 1.000 Menschen mit Beeinträchtigungen aller Altersstufen und jeden Geschlechts kümmert.
Ein Ort der Geborgenheit

Schüler und Schülerinnen der Förderschule St. Martin bauten während des Gottesdienstes symbolisch das Haus, dessen Fundament vor 60 Jahren gelegt wurde. Dazu sagte Pastoralreferentin Irmgard Hauröder-Diewald: „Die Kreuzschwestern bauten auf dem Fundament ihres Glaubens einen Ort, an dem gerade der Mensch, der aufgrund von Beeinträchtigung aus dem gesellschaftlichen Normbild herausfällt, einen Ort der Geborgenheit, des Schutzes und des bedingungslosen Geliebt- und Angenommenseins findet.“
Zur Feierstunde in der Sporthalle begrüßte Direktor Markus Wagener die Gäste, darunter Schwester Ancilla-Maria, Generalrätin und Vorstandsvorsitzende der Trägergesellschaft Hildegardishaus gGmbH. Sie beschrieb das Fundament von St. Martin, das Erbe der Ordensgründerin Adèle von Glaubitz, die 1848 in Straßburg die Gemeinschaft der Kreuz-Schwestern ins Leben gerufen hatte. Nicht nur in Düngenheim, sondern auch im Saarland leisten Mitarbeitende soziale Dienste im christlichen Geist der Nächstenliebe, um Menschen mit Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen. Es sei heutzutage nicht leicht, diese Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu stellen und entsprechende Gesetze umzusetzen, sagte die Ordensfrau. Das sei nur möglich mit der Kompetenz aller Mitarbeitenden.
Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung

Der Schirmherr der Feierstunde, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer erklärte: „Die Inklusionspolitik der Landesregierung wird von drei Leitgedanken geprägt: Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung.“ Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, weiter daran zu arbeiten, die Lebensbedingungen so zu gestalten und zu verändern, dass Menschen mit Behinderungen keine Benachteiligungen mehr erfahren. „Wir freuen uns, dabei starke Partner wie das Bildungs- und Pflegeheim St. Martin an unserer Seite zu haben.“
Anke Beilstein, Landrätin des Kreises Cochem-Zell, bezeichnete St. Martin in ihrem Grußwort „als Ort der Freude“ und stellte fest, dass sich das Heim zu einem Kompetenzzentrum mit vielen Arbeitsplätzen weiterentwickelt habe. Im Kreis sei St. Martin eine feste Struktur sozialer Arbeit. Die Landrätin betonte: „In 60 Jahren hat sich viel verändert. Doch eines ist gleichgeblieben: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt.“ Geschäftsführer Wolfgang Maring würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der Mitarbeitenden sowie das Engagement der Ehrenamtlichen und Förderer der Einrichtung. Die Tanzgruppen der Grundschule und Förderschule erfreuten die Gäste mit ihren Darbietungen.