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Bischof Ackermann eröffnet 26. Heilig-Rock-Tage :„Unbegreiflich: Ich hoffe“ 

Mit einem festlichen Gottesdienst hat Bischof Ackermann die 26. Heilig-Rock-Tage eröffnet. Bis zum 26. April bieten sie ein buntes Programm.
Bischof Ackermann betet am Heilig-Rock-Schrein
Datum:
17. Apr. 2026
Von:
Judith Rupp

Trier – „Das Symbol des nahtlosen Gewandes steht nicht nur für die Einheit der christlichen Botschaft, nicht nur für die Einheit der Kirche, sondern für die Einheit der ganzen Menschheit, die Christus in seiner Menschwerdung angezogen hat.“ Das hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Pontifikalamt im Trierer Dom am 17. April zur Eröffnung der 26. Heilig-Rock-Tage gesagt. 

In seiner Predigt verurteilte Bischof Ackermann den Missbrauch der Frohen Botschaft Jesu Christi für eigene Interessen. Es gebe Menschen, die den Gottesglauben propagierten und Gott dabei zur Rechtfertigung der eigenen Ideen und Absichten benutzten: „Wir erleben – auf kirchlicher, gesellschaftlicher, politischer Ebene, national wie international – dass Menschen für bestimmte Überzeugungen und Werte auf die christliche Botschaft berufen, andere Glaubensüberzeugungen aber – wie der Einsatz für die Armen und Flüchtenden, die Bewahrung der Schöpfung und die damit zusammenhängenden Fragen der globalen Gerechtigkeit – für weniger wichtig halten.“ Der Heilige Rock hingegen rufe dazu auf, immer das Ganze der christlichen Botschaft im Blick zu behalten. Dass alles mit allem zusammenhänge, zeige sich in der aktuellen Weltsituation einmal mehr: Wo Menschen das „lebendige Gewebe“ der Einheit der ganzen Menschheit zerreißen würden, „sei es aus Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit, Egoismus oder gar aus Hass auf andere, sind über kurz oder lang irgendwie alle mitbetroffen. Wir leben eben nicht auf getrennten Planeten.“ 

„Woraus schöpfen wir Hoffnung“? 

Bischof Ackermann bei der Predigt

Diese Erkenntnis könne ermutigen. Umso wichtiger sei die Frage: „Woher gewinnen wir den Mut, den wir zum Leben brauchen? Woraus schöpfen wir Hoffnung?“ Ganz bewusst gewählt sei der Begriff der Hoffnung als Leitwort für die diesjährigen Heilig-Rock-Tage. „Denn unsere Welt braucht dringend Menschen, die Hoffnung haben und Mut.“ Christliche Hoffnung sei nicht nur auf die eigenen Kräfte und Motivationen angewiesen, sondern könne auf das Zeugnis Jesu Christi zurückgreifen. „Deshalb ist christliche Hoffnung kein oberflächlicher Optimismus, sondern eine Eigenschaft, die schon härteste Bewährungsproben zu bestehen hatte“, sagte Bischof Ackermann mit Blick auf die Osterbotschaft der Auferstehung Jesu. 

Mit der Kraft dieser Hoffnungsbotschaft stünden Christinnen und Christen nicht allein: „Sie dürfen sich eingebettet und hineingeflochten wissen in das Gewebe der weltumspannenden kirchlichen Gemeinschaft. Dieses Gewebe stärkt und trägt, gerade in den Situationen, in denen wir den Eindruck haben, dass das ‚Gewand‘ der Menschheit löchrig und rissig geworden ist.“ Christliche Hoffnung sei auch keine „exklusive Hoffnung“, keine Hoffnung, die andere ausschließe: „Vielmehr wollen Christinnen und Christen Anstifter zur Hoffnung für andere sein. Denn sie verstehen sich als integraler Teil der einen Menschheitsfamilie.“ 

Den Gottesdienst feierten mit der Assistenz von Diakon Timo Wacht die Trierer Weihbischöfen, der neue Generalvikar Tim Sturm und der an diesem Tag verabschiedete Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg auch der Generalvikar des Erzbistums Luxemburg, Weihbischof Leo Wagener, sowie die aus dem Bistum Trier stammenden Bischöfe Dr. Felix Genn (emeritierter Bischof von Münster) und Dr. Georg Bätzing (Limburg) mit. Bischof Ackermann würdigte Bischof Bätzing, der vor einigen Wochen das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) weitergegeben hatte, für seinen Dienst an der Spitze der DBK: “Das, was Du dort eingebracht hast, wird Frucht bringen für die Kirche in Deutschland.” 

Im Anschluss zog die Gottesdienstgemeinde in die Heilig-Rock-Kapelle, die während des Bistumsfestes zum Gebet offen ist. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von den Essener Domsingknaben unter der Leitung von Harald Martini. 

Die Heilig-Rock-Tage unter dem Leitwort „Unbegreiflich: Ich hoffe“ dauern bis zum 26. April und bieten ein buntes Programm aus Gebet und Gottesdienst, Zielgruppenveranstaltungen, Kunst und Kultur, Dialog und Austausch. Alle Informationen sowie Bildergalerien sind unter www.heilig-rock-tage.de zu finden.