Basilika St. Johann feiert Jubiläum des päpstlichen Ehrentitels mit Gottesdienst und Musikgenuss :„Vom Saarfischer-Kirchlein zur vom Papst geadelten Basilika“

Saarbrücken – Jubiläum für die Pfarrkirche Sankt Johann in Saarbrücken: Vor genau 50 Jahren hat der damalige Papst Paul VI. sie am 22. Oktober 1975 zur Basilika erhoben. Den Höhepunkt der Feiern zu diesem Jubiläum bildet der Basilika-Sonntag am 26. Oktober, an dem um 10 Uhr ein Gottesdienst mit Generalvikar Ulrich von Plettenberg stattfinden wird. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Chor der Basilika unter Leitung von Prof. Bernhard Leonardy gestaltet. Dargeboten wird die feierliche Missa Sancti Gabrielis von Michael Haydn für Soli, Chor und Orchester. Anschließend sind alle Besucherinnen und Besucher zum Empfang in die Wandelhalle eingeladen. Um 17 Uhr wird es einen weiteren Ohrenschmaus geben: ein Orgelkonzert mit Werken von Komponistinnen wie Clara Schumann, Lili Boulanger und Cécile Chaminade.
Info
Der Titel „Basilika“ ist ein kirchenrechtlicher Ehrentitel und wird vom Papst verliehen, um besonders ehrwürdige, bedeutungsvolle Kirchen auszuzeichnen. Unterschieden wird in „Basilica maior“, die vier ranghöchsten Gotteshäuser in Rom, und „Basilica minor“ – etwa 1.500 Kirchen weltweit, zu denen Bischofskirchen, Wallfahrtskirchen oder Mutterkirchen mit besonderer Ausstrahlungskraft zählen. Zu letzteren gehört auch St. Johann – während in ihrem Erbauungsjahr die Kirchengemeinde gerade einmal 800 Katholiken zählte, wurde sie zum Ausgangspunkt für viele weitere Pfarreigründungen von Burbach bis Sulzbach bis Gersweiler und Rentrisch.
Historisch gesichert ist, dass es bereits mindestens ab dem 13. Jahrhundert eine kleinere Kirche oder Kapelle an dem Standort der heutigen Basilika in Saarbrücken gab – vermutlich erbaut von Saarfischern, die in der Gegend wohnten und ihrem Schutzpatron St. Johannes zu Ehren ein Gotteshaus errichteten. Das kleine Kirchlein wurde nicht von der wechselhaften Geschichte des 16. Und 17. Jahrhunderts verschont: 1575 wurde die Reformation eingeführt und erst 1680 wieder katholische Messen gefeiert – in einer Notkirche bestehend aus einem umgebauten Wagenschuppen. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. soll 1683 der Messe in dieser Notkirche beigewohnt haben und den Katholiken ihre Johanneskirche wieder zurückgegeben haben. In einer frühen ökumenischen Zusammenarbeit zwischen dem damaligen Pfarrer und dem protestantischen Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken initiierte man den Neubau eines größeren katholischen Gotteshauses. Auch König Ludwig XV. unterstützte den Bau. Grundsteinlegung der späteren Kirche war 1754, ihre Weihe schon vier Jahre später 1758. In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Kirche nach barockem Original renoviert und eine Klaisorgel eingebaut. 1975 erfolgte dann die Erhebung zur „basilica minor“. 1986 gestaltete der Künstler Ernst Alt ein neues Portal für die Kirche. Bis Ende 2004 diente St. Johann als Pfarrkirche für die gleichnamige Kirchengemeinde und wurde danach zur „Citykirche“ im Rahmen der City-Seelsorge der neuen Pfarrei St. Johann.