Zum Inhalt springen

Bischof Ackermann predigt im Weihnachtshochamt über das Staunen:Wie Weihnachten sich positiv in den Alltag auswirken kann

Bischof Ackermann hat an Weihnachten dazu aufgerufen, das Staunen nicht zu verlernen.
Bischof Ackermann predigt an Weihnachten 2025 im Trierer Dom
Datum:
25. Dez. 2025
Von:
Judith Rupp

Trier – „Verlernen wir nicht das Staunen über die Zeichen, die Gott in dieser Welt ausstreut!“ Dazu hat Bischof Dr. Stephan Ackermann die Gottesdienstgemeinde im Weihnachtshochamt am 25. Dezember 2025 im Trierer Dom aufgerufen. „Je mehr Menschen sich dieses Staunen bewahren, umso mehr wächst die Chance, dass Weihnachten nicht bloß ein gefühlvolles Fest bleibt, sondern sich spürbar positiv in unserem Alltag auswirkt“, sagte der Bischof.

Die Geschichte des biblischen Glaubens sei voll von Beispielen, in denen Menschen ins Staunen geraten; oft verbinde sich damit auch die Erfahrung ihrer Berufung. Staunen, so Bischof Ackermann, meine „eine Begeisterung und eine Bewunderung, die weit über ein schlichtes Sich-Wundern“ hinausgehe. Deshalb gelte es, die Fähigkeit zu staunen nicht zu verlieren, sie vielleicht sogar wieder neu zu lernen.

Denn echtes Staunen sei „ein wichtiges Gegenmittel gegen das, was uns oft genug im Alltag überkommt: Erschrecken“, betonte Ackermann. Er denke an das Erschrecken über den Hass, den Menschen Anderen gegenüber empfinden; über die immer neuen Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun; über die Unverfrorenheit, mit der heutzutage Fake-News und Lügen verbreitet werden, oder an das Erschrecken über die unverhohlene Bereitschaft, Menschen in den digitalen Netzwerken mit Häme und Spott zu überziehen. Er selbst, sagte Bischof Ackermann, wolle sich daran nicht gewöhnen. Staunen sei demgegenüber „eine positive Gegenkraft“. Forschungen hätten ergeben, dass die Wirkung des Staunens dazu führe, dass das Ego kleiner werde, der Mensch sich für eine Zeit selbst vergessen könne und offener werde für das große Ganze.

Zum Staunen in diesem Sinne lade Weihnachten ein. „Um uns seine Nähe und Liebe zu zeigen, wählt Gott das, was zigtausend Mal jeden Tag auf unserer Erde vorkommt und was doch zum größten Wunder gehört, das wir kennen: die Geburt eines Menschen.“ Was gebe es Staunenswerteres als ein neugeborenes Menschenkind, fragte der Bischof: „Selbst Mensch zu werden unter uns Menschen, das ist die höchste, die ultimative Weise, wie Gott sich uns offenbart.“ Gott wolle die Menschen an Weihnachten nicht durch spektakuläre Aktionen zum Staunen bringen, sondern durch das ebenso schlichte wie atemberaubende Wunder der Geburt eines Kindes. „Gott überwältigt nicht, sondern er gibt ein Zeichen. Dieses Zeichen ist Jesus selbst.“

Wer dieses Zeichen zu lesen verstehe, erkenne in diesem Kind das „Wort“, das „von Anfang an war“ und „das Gott war“ und in dem Licht und Leben sind und die Wahrheit, wie es das Johannesevangelium beschreibe. „Die Wahrheit von Weihnachten gehört nicht zu den Wahrheiten, die uns erschrecken und enttäuschen“, betonte Ackermann. Sie sei „die Wahrheit, die uns immer wieder neu zum Staunen bringen kann. Denn sie spricht von Gottes unendlicher Liebe zu dieser Welt“.