Weihbischof Peters beeindruckt von Angebot der Familienbildungsstätte Bitburg :Wo Familien positiv in Kontakt mit katholischer Kirche kommen

Bitburg – Auf dem Flur der Familienbildungsstätte (FBS) Bitburg hat sich eine kleine Schlange wartender Mütter gebildet, die auf ein kostenloses Baby-Fotoshooting mit einer professionellen Fotografin warten. Hinter ihnen öffnet sich immer wieder die Eingangstür und Eltern mit ihren Kleinkindern strömen in einen anderen Gruppenraum zum „Musikgarten“; wieder andere nutzen die Chance, einander bei einem ungezwungenen Willkommensfrühstück kennenzulernen. Zwischen all dem Getümmel: Weihbischof Jörg Peters, der die Einrichtung im Rahmen seiner Visitation (Besuchsreise) des Pastoralen Raums Bitburg besucht. Ziemlich genau schätzt er das Alter der kleinen Foto-Modelle ein, fragt die jungen Mütter, ob schon Brei gefüttert wird oder – die für Eltern sehr entscheidende Frage – ob das Kind schon durchschlafe. Als frisch gebackener Großonkel zweier Großnichten erlebt Peters die Situation junger Eltern gerade in der eigenen Verwandtschaft hautnah mit. Umso beeindruckter ist er von dem Angebot, das das vierköpfige Frauen-Power-Team um Ute Kickert-Mosbach in Bitburg für Familien vorhält. 2024 erreichten sie mit Eltern-Kind-Gruppen, Säuglingspflegekursen, Geburtsvorbereitungskursen, Entspannungs- oder Kochkursen, Fachvorträgen oder der Seniorenakademie 7.626 Kinder und Jugendliche und 5.735 Erwachsene.
Kostenfreie Angebote für junge Familien

Gerade, was hier für junge Familien auf die Beine gestellt werde, habe ihn bei der Vorbereitung auf den Termin erstaunt, sagte Peters. Besonders über ein Leuchtturmprojekt namens „wellcome – praktische Hilfe für Familien nach der Geburt“, das es seit 2022 gibt, wollte Peters mehr wissen. Dabei werden überlastete Familien von ausgebildeten Ehrenamtlichen ein- bis zweimal die Woche für einige Stunden besucht und erhalten individuelle Hilfe und Entlastung. Auf solche Hilfen oder andere Kursangebote wird teilweise schon von den Hebammen in den Krankenhäusern hingewiesen, berichten Sozialpädagogin Anja Ostermeier und Kickert-Mosbach im Gespräch mit dem Weihbischof. Auch mit den Kitas kooperiert die FBS eng. „Anders als früher wachsen Kinder heute meistens nicht mehr mit einer Großfamilie unter einem Dach auf, wo ältere Verwandte einfach immer greifbar waren, die jederzeit um Rat gefragt werden konnten.“ Der Austausch mit anderen Eltern in der gleichen Situation gebe vielen die nötige Sicherheit, auf einem guten Weg zu sein, bestätigt auch Kickert-Mosbach. Angebote wie „wellcome“ oder auch das Café Bauchgefühl für werdende und junge Eltern oder die Aktion „Treffpunkt Spielplatz“ werden sogar kostenfrei angeboten, damit möglichst viele Familien teilnehmen können. Mit ihrem Spielplatztreff ist die Bitburger FBS Pionier – „das haben wir ins Leben gerufen. Wir dachten, es ist niedrigschwellig, mit einer Picknickdecke dorthin zu gehen, wo die Eltern sich mit ihren Kindern aufhalten, und dann ganz ungezwungen fachliche Fragen geklärt werden können oder weiterführende Hilfen und Angebote vorgestellt werden können“, erläutert Pädagogin Ostermeier.
Niedrige Kursgebühren und Suche nach fähigen Referent*innen
Er habe nicht ganz im Blick gehabt, wie groß das Angebot der FBS im Bistum auch für ältere Generationen sei, gibt Peters im Gespräch mit dem Team zu. Doch von der Kinderakademie über Klimafrühstücke in Kooperation mit der Otto Hahn Realschule bis hin zu Fortbildungen im Bereich Tagespflege und einer Seniorenakademie bietet die FBS-Angebote für alle Altersgruppen. „Manche fragen uns ja, warum wir auch Yoga oder andere Sportarten im Programm haben. Das liegt auch an unserem Finanzierungsmodell. Wir werden rund zur Hälfte vom Bistum und dem Land bezuschusst, die andere Hälfte müssen wir über Kursgebühren und andere Zuschüsse finanzieren. Wir bieten da ein möglichst breites Angebot, das viele Menschen anspricht und die Kosten für alle Kurse geringhält“, erklärt Leiterin Kickert-Mosbach. Peters erkundigte sich auch nach Herausforderungen für die FBS. „Gute Referentinnen und Referenten zu finden“, lautete die Antwort des Teams. Denn viele hätten durch die Unsicherheit der Corona-Pandemie als Selbstständige aufgehört und seien in feste Angestelltenverhältnisse gewechselt.
Am Ende dankte der Weihbischof dem engagierten Team herzlich für die geleistete Arbeit: „Es ist nicht selbstverständlich, was Sie alle auch über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus hier stemmen und wo Sie überall mit anpacken.“ Das gelte auch für den ehrenamtlichen Vorstand des Trägervereins der FBS, für den stellvertretend Irmgard Olk und Theo Scholtes aus Bitburg gekommen waren.
Weitere Informationen zu den vielfältigen Angeboten der FBS Bitburg gibt es unter: www.fbs-bitburg.de