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Wallfahrt 2024

Am Samstag, dem 12. Oktober 2024 haben sich fast 70 Ordensleute aus dem Bistum Trier durch eine Wallfahrt auf den Spuren der heiligen Hildegard von Bingen inspirieren lassen.
Wallfahrt nach Eibingen
Datum:
20. Okt. 2024
Von:
Sr. Manisha

Ein Festival der guten Laune  
Hildegard von Bingen – eine Heilige, die schon lange als solche verehrt wurde, 
bevor sie erst fast 850 Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen wurde. Diese 
Ordensfrau, Heilkundige, Dichterin, Kirchenlehrerin und vor allem auch 
Visionärin war Ziel einer Wallfahrt, an der 65 Ordensleute aus dem Bistum Trier 
teilgenommen haben. Ein Tag der Begegnung, des Austauschs, des Gebets aber 
vor allem auch ein Tag der guten Laune.  
Die Heilige Hildegard ist vielen Menschen vor allem durch ihr großes Wissen in der 
Naturheilkunde und vielleicht auch durch ihre Visionen, die in mehreren Schriften 
festgehalten wurden, bekannt. Ich hatte mich vor mehr als 20 Jahren mit der großen 
Heiligen etwas intensiver beschäftigt, als ich während meiner Ordensausbildung eine 
Morgenandacht zu ihren Visionen gestaltet habe. Ganz besonders fasziniert hat mich 
ihr selbstbewusstes und charismatisches Auftreten. Die um 1098 im rheinhessischen 
Bermersheim in eine Adelsfamilie geborene Hildegard hatte im frühen 12. Jahrhundert 
als Frau und Nonne einen ganz besonderen Platz in der Kirche, aber auch in der 
Gesellschaft.  
Sie war nicht nur in enger Verbindung mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa, mit Papst 
Eugen III., mit König Heinrich II. von England und mit dem heiligen Bernhard von 
Clairvaux, sondern stand diesen Persönlichkeiten auch beratend zur Seite. Es scheint 
so, als ob sie in der damaligen Zeit als sehr emanzipierte Frau ihren Platz in der 
katholischen Kirche hatte. Sicherlich gab es auch Widersacher, die Hildegard von 
Bingen kritisch gegenüberstanden aber sie ließ sich davon nicht abbringen, und das 
hat mich schon als Novize ganz besonders beeindruckt. Sicherlich auch deshalb, weil 
ich mir damals schon dachte, dass sich unsere Kirche in der heutigen Zeit mit Blick auf 
die Rolle der Frau die eine oder andere Orientierung geben lassen könnte.  
Ja, und zu dieser großen Heiligen haben sich am 9. Oktober dieses Jahres zwei mit 
Ordensleuten voll besetzte Busse auf den Weg gemacht. Nicht nur bei der Führung 
von Schwester Klara Antons OSB in der Abteikirche St. Hildegard, sondern auch bei 
der Eucharistiefeier mit Prälat Dr. Georg Holkenbrink in der Pfarrkirche von Eibingen, 
wo die sterblichen Überreste der Heiligen in einem goldenen Schrein aufbewahrt 
werden, wurde uns das Leben und Wirken Hildegards nochmals bedeutsam vor Augen 
geführt. 
Neben dieser großen Heiligen war aber auch noch genügend Platz für Austausch und 
Begegnung, nicht nur beim Mittagessen, sondern auch auf der Busfahrt von Koblenz 
und Trier nach Eibingen. Auch wenn wir bei dieser Wallfahrt gerade mal 65 
Ordensleute von insgesamt rund 800 im Bistum Trier lebenden Ordensschwestern und 
Ordensbrüdern waren, war es dennoch lebendig, fröhlich und - wie Schwester Ursula 
von den Arenberger Dominikanerinnen zurecht auf ihrer Insta-Story festhielt - „ein 
Festival der guten Laune.“ 
Ich kann mich nicht erinnern, dass in den letzten 20 Jahren solch ein Ereignis 
stattgefunden hat, aber eine große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 
der Meinung, dass solch ein Event regelmäßiger stattfinden sollte.   
Bruder Antonius

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