Wallfahrt 2025

Miteinander auf dem Weg - Pilger der Hoffnung
Wer den hl. Wendelinus noch nicht kannte, hatte an diesem Tag die Möglichkeit, ihm auf die Spur zu kommen. Der Einladung des Bistums Trier nach St. Wendel und Tholey waren an diesem Tag fast 100 Mitglieder von Orden und Säkularinstituten gefolgt. Mit einem Bus aus Koblenz, einem aus Trier oder mit Zug und privat hatten sie sich in aller Frühe auf diesen Pilgerweg gemacht. In unserem Bus in Koblenz trafen sich viele Gemeinschaften, die in dieser Stadt oder in der weiteren Umgebung arbeiten oder in einem Gemeinschaftshaus leben.
Sr. Manisha Paul, die Referentin für die Orden, erwartete die Pilgergruppe und begrüßte uns und unseren guten Busfahrer. Ihre Freude war spürbar. Auf der Autobahn stimmten wir uns mit den gut vorbereiteten Texten und Liedern auf die Begegnung mit dem hl. Wendelinus und seiner Christusnachfolge ein. Es folgten Lieder in verschiedenen Sprachen, da die Pilgergruppe auch in anderen Ländern beheimatet war: Indien, Korea, Tansania, Portugal. Welch eine Bereicherung! Alle hatten einen Aufbruch in eine neue Lebensform, in eine Gemeinschaft gewagt. Manche kamen in unser Land, um hier ihre Berufung zu leben. „Gott spricht alle Sprachen“. Das Wort von Josée Ngalula (Missio) begleitet mich schon eine Weile. Aber auch wir müssen Sprachen lernen. Dem Wendelinus ging es wohl ähnlich: Aufbruch in der schottischen Heimat, Aufbruch aus den Erwartungen der (königlichen) Eltern, neue Heimat in den Vogesen und im heutigen Saarland. Christusnachfolge in einem fremden Land, Mut zu einem neuen Miteinander mit Gleichgesinnten. Ein Pilger der Hoffnung.
Bequem im Bus hatten wir viel Zeit, den eigenen Weg zu bedenken oder einfach auszuruhen. Draußen regnete es in Strömen, trotzdem waren die bunten Wälder am Weg, die Weinberge und Trier aus der Ferne zu sehen. In St. Wendel wurden wir sehr freundlich aufgenommen und konnten mit vielen anderen die Eucharistiefeier im der Wendelinus-Basilika mitfeiern. Pfarrer Klaus Leist, der Dechant St. Wendels hieß uns willkommen. Unser Bischofsvikar für die Orden, Dr. Georg Holkenbrink, leitete den Gottesdienst und übernahm auch die Predigt. Er schlug den Bogen zum Hl. Jahr und dem Leitwort Pilger der Hoffnung. „Auch wir - hier in St. Wendel – sind einbezogen in das größere Geschehen dieses Heiligen Jahres“. Wir brechen auf, überdenken Gewohntes, suchen Gott neu in unserem Leben zu entdecken, sind Pilger der Hoffnung. „Ich wünsche uns, dass wir Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung sein können, nicht nur am heutigen Tag, sondern unser ganzes Leben hindurch“. Mit einem stillen Besuch am Wendelinus-Schrein verabschieden wir uns aus der Basilika.
In St. Wendel hat die Wendelinus-Woche mit vielen Gästen stattgefunden. Dieser Montag war so etwas wie „Kirmes-Montag“, der „Namenstag“ von St. Wendel. Zur Feier des Tages wurden wir dann auch von der Pfarrgemeinde im Cusanus-Haus zum Mittagessen eingeladen. Der große Saal war liebevoll gedeckt und das Team der Gemeinde sorgte sehr aufmerksam und gekonnt für unser Wohl. Wir hatten auch „Geburtstagskinder“ unter uns, denen wir ein Ständchen brachten. (z.B. 101 Pfr. R. Koch). Dankbar, gut gestärkt und froh brechen wir auf zum nächsten Ort des hl. Wendelin, nach Tholey.
In Tholey erwartet uns nicht nur die sehr schön renovierte Abtei St. Wendelin, sondern auch der neue Abt P.Wendelinus Naumann OSB, der uns viel seiner Zeit schenkte. Natürlich gratulierten wir auch ihm zum Namenstag. Die Abteikirche wirkt nun sehr hell und einladend. Die 3 Fenster im Hochchor wurden vom Künstler Richter gestaltet, die anderen Fenster von der Künstlerin Mahbuba Maqsoodi. Die Fenster laden ein, der Geschichte des Glaubens nachzugehen, sie auf sich wirken zu lassen. Dazu müssten wir dort mehr Zeit verbringen. Wir dürfen wieder kommen. Aber auch der lächelnde Engel, der früher am Haupteingang zu sehen war, ist nur nach vorne in das Seitenschiff umgezogen. Er lächelt uns auch dort zu. Lächelnd erzählt uns auch der Abt. P. Wendelinus die Legende, warum der hl. Wendelinus in St. Wendel und nicht in Tholey begraben ist. Er habe es sowohl gewollt.
Nicht nur die Abteikirche auch der Klostergarten, Verkaufsladen, Gästehaus, Wallfahrträume wurden neugestaltet. Duch das schöne Tor finden wir auch zu unserem Nachmittagskaffe und Zeit zum Austausch.
Ein sehr gefüllter Tag mit vielen Begegnungen mit dem Himmel und der Erde wurde uns geschenkt. Um 16.00 Uhr brechen wir wieder auf an unseren Wirkort als Pilger der Hoffnung – dankbar und froh.
Erika Menzenbach