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Bistum präsentiert mit dem Geschäftsbericht auch den Energiebericht:Auf Kurs beim Klimaschutz

Das Bistum Trier setzt seinen Kurs in Richtung Klimaneutralität konsequent fort und kann im Jahr 2024 erneut einen spürbaren Rückgang seiner CO₂-Emissionen verzeichnen.
Solarmodule auf dem Dach des Johannes-Foyers in Saarbrücken
Datum:
29. Jan. 2026
Von:
Stefan Schneider, Bistum Trier

Seit der Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2020, bis 2045 treibhausneutral zu werden, misst das Bistum jährlich seine Fortschritte. Der Vergleich mit dem Basisjahr 2019 zeigt dabei eine deutliche Entwicklung: Die Emissionen sanken von damals 55.767 Tonnen CO₂ auf nunmehr 37.818 Tonnen. 

Das entspricht einem Rückgang um ein Drittel. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich immerhin noch ein Minus von vier Prozent – ein Zeichen dafür, dass die Maßnahmen zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung weiterhin greifen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren bleibt die Wärmeversorgung der Gebäude mit großem Abstand der größte Emissionsfaktor. Achtzig Prozent der gesamten CO₂-Bilanz entfallen auf die Beheizung der kirchlichen Immobilien. Trotz des insgesamt positiven Trends stagnieren die Wärmeverbräuche jedoch, was zeigt, dass die großen Einsparpotenziale im Gebäudebestand weiterhin eine der zentralen Herausforderungen bleiben. Der Stromverbrauch hingegen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen, was die Emissionsbilanz in diesem Bereich etwas belastet. Dennoch liegt der Stromverbrauch gegenüber 2019 deutlich niedriger, sodass die langfristige Entwicklung positiv bleibt. Die Mobilität spielt im CO₂-Ausstoß des Bistums eine eher kleine, aber symbolisch bedeutsame Rolle. Sie macht nur drei Prozent der Gesamtemissionen aus, verzeichnet jedoch besonders starke Rückgänge. Dienstreisen per Flugzeug gingen im Jahr 2024 sehr deutlich zurück, ebenso die Dienstfahrten mit dem PKW. Im Vergleich zu 2019 wurden fast 60 Prozent der Emissionen im Bereich Mobilität eingespart.

Ein genauer Blick auf die Gebäude zeigt, wo die größten Herausforderungen liegen. Bei den CO₂-Emissionen aus der Wärmeversorgung verursachen die Kirchengebäude den größten Anteil, gefolgt von Kindertagesstätten und Pfarrhäusern. Besonders hohe durchschnittliche Emissionen je Gebäude treten bei großen Bildungs- und Verwaltungsgebäuden auf, was aufgrund ihrer Fläche und intensiveren Nutzung wenig überrascht. Auch im Strombereich finden sich die größten Emissionen in Kitas, Kirchen sowie im Bildungssektor, insbesondere dort, wo große Gebäude mit hohem Energiebedarf betrieben werden.

Neben der reinen Bilanz legt das Bistum Wert auf Klimagerechtigkeit und Unterstützung globaler Initiativen. Seit 2019 wird für sämtliche Dienstreisen ein freiwilliger KlimaPlusBeitrag erhoben, der 2024 insgesamt 30.700 Euro ergab. Dieses Geld fließt in Klimaschutzprojekte kirchlicher Partnerorganisationen in Ländern des globalen Südens und trägt so zur Unterstützung von Menschen bei, die besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen sind. Ein weiteres wichtiges Instrument ist der Klimafonds des Bistums, über den energetische Sanierungen sowie Effizienzmaßnahmen an Gebäuden gefördert werden. Im Jahr 2024 wurden 72 Projekte mit insgesamt über 247.000 Euro unterstützt. Diese reichen von kleineren Maßnahmen des Anreizsystems „Energiebewusst“ bis zu größeren Investitionen für umfangreiche energetische Verbesserungen.

Auch wenn die bisherigen Fortschritte beachtlich sind, steht das Bistum vor einem ambitionierten nächsten Schritt. Das Zwischenziel für 2030 sieht eine Reduktion der Emissionen auf 18.782 Tonnen CO₂ vor. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Emissionen in den kommenden Jahren im Durchschnitt jedes Jahr um rund sechs Prozent sinken. Angesichts eines großen, teilweise historisch geprägten Gebäudebestands wird dies eine anspruchsvolle Aufgabe, die weitere Investitionen, strukturelle Anpassungen und nachhaltiges Nutzungsverhalten erfordert. Der Klimabericht zeigt jedoch klar, dass das Bistum Trier den eingeschlagenen Weg entschlossen weitergeht und sowohl bei der Emissionsminderung als auch bei der Förderung globaler Klimagerechtigkeit Verantwortung übernimmt.