Stefan Schneider, Pressestelle beim Bistum Trier, spricht mit Timo Tönges, Lehrer an der Alfred-Delp-Schule in Hargesheim und neuer Nachhaltigkeitsbeauftragter für die Bistumsschulen:Nachhaltigkeitsbeauftragter für die Bistumsschulen ernannt

Das Thema Nachhaltigkeit: Wie lange sind Sie an diesem Thema dran?
Timo Tönges: Schon sehr lange. Es gibt seit Jahren den Arbeitskreis Nachhaltigkeit der Bistumsschulen, und ich bin seit drei, vier Jahren Mitglied. Weil das aber ein sehr kleiner Kreis ist, seine Mitglieder häufiger wechseln, uns das Thema aber sehr wichtig ist, haben wir bei der Schulabteilung um Unterstützung gebeten, um das Thema breiter aufstellen zu können. So kam es zu der Funktion eines ‚Koordinators für Nachhaltigkeit an den Bistumsschulen‘, auf die ich mich dann beworben habe.
Sie haben sich aber auch beim Land Rheinland-Pfalz zum Nachhaltigkeitsbotschafter ausbilden lassen, oder?
Tönges: Das Land Rheinland-Pfalz hat schon in einem zweiten Durchgang Nachhaltigkeitsbotschafter ausgebildet. Da ich das als Gewinn auch für die Bistumsschulen sehe, habe ich mich, und zwei weitere Kollegen von meiner Schule, beworben und wir durften diese Ausbildung machen.
Nachhaltigkeit ist aber mehr als Klimaschutz, oder?
Tönges: Ja, wir sind an vielen Ideen dran, etwa einem Hitzekonzept für unsere Schulen, an einem Mehrwegsystem für Schulveranstaltungen oder an einem nachhaltigen Kioskkonzept. Klimaschutz ist ein Teil dieser Idee von Nachhaltigkeit und sicher sehr präsent in den Medien, aber es ist eben nur ein Aspekt von mehreren. Wir denken etwa auch an die Biodiversität, wenn wir versuchen über einen Spendenlauf Baumpflanzungen zu finanzieren. Umfassender gedacht ist das dann auch, wenn man eine Zertifizierung als BNE-Schule anstrebt.
Was ist das für ein Zertifikat, dieses BNE, von dem Sie gerade gesprochen haben?
Tönges: BNE steht für ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘. Diese Zertifizierung gibt es sowohl im Saarland als auch in Rheinland-Pfalz, für Unternehmen, aber auch für Schulen. Mit den Initiativen, die wir schon angestoßen haben, oder die wir noch angehen möchten, können wir versuchen uns als nachhaltige Schule zertifizieren zu lassen. Die Auseinandersetzung mit der Zertifizierung hilft aber auch, um zu sehen, was man noch besser machen kann.
Sie sehen das als Lehrer doch sicher immer auch mit einem pädagogischen Auge?
Tönges: Ja, klar. Ein nachhaltiges Schulkiosk, ein Hitzekonzept oder auch ein Mehrwegsystem, das sind ja alles Punkte, die viele Schüler auch in ihrem Schulalltag betreffen. Deshalb sind das auch die Punkte, die wir als erstes angegangen, auch um andere Schulen zu motivieren, aktiv Verbesserungen vorzunehmen. Im Hinterkopf schwingt die Frage mit, wie und wo man viele Schüler erreicht.
Was können die Schulen in dem Punkt leisten und wo ist da vielleicht auch eine Grenze?
Tönges: Wie können versuchen ein Bewusstsein zu schaffen, einen Anstoß für Veränderungen zu geben, Veränderungen, die dann von den Schülern auch in ihrem privaten Umfeld weitergetragen werden - vielleicht im Planen einer klimaneutralen Urlaubsreise, oder der Mülltrennung, oder auch beim Einkauf auf nachhaltige, gesunde und regionale Produkte zu achten. Als Schule können wir da als Vorbild agieren, für das, was richtig sein kann oder sollte.
Im Moment engagieren sich fünf Bistumsschule im Arbeitskreis Nachhaltigkeit. Wie möchte sie die anderen Schulen zum Mitmachen anregen?
Tönges: Wir haben bei der Schulleiterdienstbesprechung zu Beginn des Schuljahres im September im Priesterseminar in Trier nochmal für das Thema geworben. Auch die Schulabteilung möchte, dass sich noch mehr Schulen auf den Weg machen, eine BNE-Schule zu werden. Wichtig ist es, dass die Schulleitungen dieses Thema setzen und dass es immer wieder Kollegen und in Kolleginnen gibt, die sich für Nachhaltigkeit an den Schulen einsetzen. Und das unterstützen wir.
Was sind konkret Ihre nächsten Schritte?
Tönges: Wir planen im Mai an unserer Schule, also der Alfred-Delp-Schule, einen runden Tisch ‚Klimabildung‘ gemeinsam mit dem Pädagogisches Landeszentrum Rheinland-Pfalz. Dann steht noch Ende April eine Fortbildung zur BNE an, wo ich auch vor Ort bin, wo ich mir auch noch mal Impulse holen möchte. Und wir probieren – natürlich – noch mehr Schulen für den Arbeitskreis zu gewinnen.