Pfarrei St. Lambertus Saarburger Land pflanzt 7275 Bäume im Gemeindewald:Ein Jahrhundertprojekt

Trier/Saarburg – Perfektes Frühlingswetter sieht für Menschen anders aus als für junge Bäume. Dennoch stören sich Georg Goeres, Pfarrer in St. Lambertus Saarburger Land, sowie Peter Brosius und Bernhard Pütz, beide Mitglieder des Verwaltungsrates, auch nicht am Regen, als sie vorbei an der Kreuzkapelle, durch die Wiesen zu ihrem neuen Wald gehen. Hier, zwischen Saarburg und Trassem, hat die Kirchengemeinde im Januar auf einer Fläche von rund eineinhalb Hektar 7.275 Bäume gepflanzt. Ein Forstbetrieb aus Kell am See hat Setzlinge zwischen 30 und 120 Zentimetern Höhe in den Boden eingebracht, 1900 Sommerlinden, 3875 Stieleichen und 1500 Douglasien. Die aber erfreut der Frühlingsregen.
Einen Wald anzupflanzen ist ein Jahrhundertprojekt, und keiner der Menschen, die an diesem verregneten Montag zur Neuanpflanzungsfläche gegangen sind, wird den Ertrag dieses Projektes irgendwann in den Händen halten können. Eine erste Durchforstung des Geländes wird in rund 30 Jahren sein, dann wenn Bäume aus dem Bestand herausgeholt werden, denen die Förster nicht den besten Wuchs bescheinigen und die Platz machen müssen und zu Brennholz oder Spannplatten verarbeitet werden. An eine Ernte der gut gewachsenen Bäume aber ist erst in 70 oder 100 Jahren zu denken, je nachdem sie ausgewachsen sein werden.
„Es ist in der Tat eine Investition, die zwar aus dem laufenden Haushalt aufgebracht wird, die aber erst den kommenden Generationen der Kirchengemeinde und der Gemeinschaft zugutekommen“, sagt Georg Goeres. Seit Jahren war eine Aufforstung vorgesehen, aber Trockenheit und Corona hatten eine frühere Umsetzung verhindert. Peter Brosius ergänzt: „Mit dieser Anpflanzung macht der Verwaltungsrat deutlich, dass wir nicht nur an uns und an heute denken, sondern, dass wir an eine gute Zukunft der kommenden Generationen glauben.“ Es war dem Verwaltungsrat trotz knapper Kassen wichtig und rund 35.000 Euro wert, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu setzen.
Die Fläche, die jetzt neu bepflanzt worden ist, war vorher mit Fichten bewaldet gewesen, die Orkan Wiebke im März 1990 umgeworfen hat. Nach der Sturmholzaufbereitung lag die Fläche brach. Mit dem Forstamt Saarburg wurde ein auf zehn Jahre angelegte Forstwirtschaftsplan entwickelt, in dem der Bestand aufgeführt und in dem beschrieben wird, wieviel Holz dem Wald pro Jahr entnommen werden darf und wieviel gepflanzt werden soll. Ein Forstwirtschaftsplan ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur mit der Unterstützung des Förster gelingen kann.
Die Wiederaufforstung durch die Gemeinde soll dabei nachhaltig, im ökologischen wie auch im ökonomischen Sinne sein. „Deswegen wurden nicht nur die Laubbäume gepflanzt, die zu Möbel oder Parkett verarbeitet werden können, sondern mit den 1.500 Douglasien auch Nadelbäume, die irgendwann, als Nutzholz verkauft zu Dachstühlen oder ganzen Holzhäusern werden – und der Kirchengemeinde Einnahmen einbringen“, so Bernhard Pütz.
Das ist auch sinnvoll, um die Kosten für den Wald zu decken. Wege müssen für die Forstwirtschaft angelegt und für Waldbesucher gesichert werden, auch vor Bäumen, die umzustürzen drohen. Geld gekostet hat auch das hölzerne Hordengatter, mit dem die Laubbäume geschützt werden, da die jungen Triebe der Eichen und Linden für das Wild eine Delikatesse sind. Auf der zusammenliegenden Fläche von 118 Hektar, die der Gemeinde gehört, sind über 70 Hektar mit Wald bepflanzt. „Wir profitieren hier von der Arbeit von Generationen, die vor uns hier waren“, sagte Goeres. „Das verpflichtet uns gegenüber unseren Vorfahren, aber auch gegenüber unseren Nachkommen.“ Kirche mag in Jahrhunderten denken, der Wald immerhin in Generationen.