Der neue Rat ist gewählt - was nun?
Das sind Fragen, die Sie sich sicherlich schon einmal als neues Mitglied oder auch als langjähriges Mitglied im Pfarrgemeinderat gestellt haben.
In der Ordnung für den Pfarrgemeinderat heißt es unter §1 (2)
„Der Pfarrgemeinderat ist
- der Förderung eines vielfältigen kirchlichen Lebens in der Pfarrei,
- der Verkündigung der Botschaft Jesu Christi in Wort und Tat,
- der Feier des Glaubens im Gottesdienst und dem Dienst am Nächsten
verpflichtet.
Er trägt Verantwortung für
- die Orientierung am Rahmenleitbild für die Pfarrei und den Pastoralen Raum und
- die diakonische und missionarische Ausrichtung der Pfarrei im Sinne der Ergebnisse der Diözesansynode.“
Das Rahmenleitbild des Bistums Trier kann Ihnen bei diesen Fragen behilflich sein. Beim ersten Draufschauen vielleicht etwas theoretisch, bei näherer Betrachtung geben die „Fünf Schritte pastoraler Planung“ mit ihren Fragen nützliche Orientierungen für die konkrete Arbeit der Räte.
Die „Fünf Schritte der pastoralen Planung“ leiten sich ab vom sogenannten PDCA-Zyklus (Plan–Do–Check–Act).
Die „Fünf Schritte der pastoralen Planung“

„Eine Gebrauchsanweisung“
Beantwortern Sie einmal für sich selbst die Fragen zu den ersten vier Schritten (s.u.). Gehen Sie dann mit Ihren Ratsmitgliedern während einer Sitzung dazu ins Gespräch. Bitte nehmen Sie sich dazu Zeit, die brauchen Sie. Schreiben Sie die Antworten für alle gut sichtbar auf. Diese Visualisierung ist wichtig. Sie sind die Diskussionsgrundlage, um gemeinsam die Strategie, die Schwerpunkte, die Maßnahmen zu entwickeln und einen Plan zu erstellen.
Den fünften Punkt zu Auswertung und Weiterentwicklung stellen sie hinten an. Aber vergessen Sie diesen Schritt nicht. Er ist wichtig, damit Sie für sich selbst und den Rat ein Resümee ziehen und die weiterplanen können.
Bitte versuchen Sie es. Sie werden sehen, es wird einen sehr positiven Effekt haben.
1. Blick auf den synodalen Rahmen
Der „synodale Rahmen“ bildet die grundlegende Orientierung:
- Welche Werte und Haltungen sind für unser Handeln maßgeblich?
- Wie prägen die Leitsätze die Planung vor Ort?
- Passt das, was wir vorhaben, zu den Zielen der Synode?
2. Wahrnehmung der Menschen und der Situation vor Ort
- Was wissen wir über die Menschen, die in unseren Pfarreien im Pastoralen Raum leben?
- Wie fördern wir die Begegnung mit den Menschen? Wie suchen wir sie auf?
- Welche Erwartungen und Wünsche haben die Menschen vor Ort an die Kirche?
- Welche Fragen treiben sie um?
- Welche Schwerpunkte unseres Handelns leiten wir aus den Fragen und Bedürfnissen der Menschen ab?
- Welche Charismen haben die Menschen, die sich bei uns engagieren (wollen)?
- Was hilft uns, uns von bisherigen Aufgaben zu verabschieden? Was macht uns einen Abschied schwer? Was bräuchten wir (noch), um uns gut verabschieden zu können? Wie gestalten wir Beziehungen zu andersglaubenden und nichtglaubenden Menschen?
3. Strategie entwickeln und Schwerpunkte setzten
- Welche Schwerpunkte setzen wir für die nächsten Jahre?
- Können wir daraus unser Handeln in konkreten Projekten und Maßnahmen ableiten?
- Auf welche Bedürfnisse und Fragen der Menschen antworten wir mit diesen Schwerpunkten?
- Wer verantwortet die Umsetzung der Schwerpunkte?
- Welche Kooperationen und Netzwerke wollen wir für die Arbeit an welchem Schwerpunkt eingehen?
4. Maßnahmen planen und durchführen
- Was wird wo, wie, von wem bis wann gemacht?
- Woran wird sich der Erfolg der Maßnahme bemessen lassen?
- Welche Sach- und Personalkosten sind für die jeweiligen Projekte und Maßnahmen notwendig und verfügbar?
- Sind die Ziele realistisch, überprüfbar, bedarfsorientiert und am Evangelium ausgerichtet formuliert?
- Wagen die Pfarreien und der Pastorale Raum damit Neues?
5. Auswertung und Weiterentwicklung
- Was war hilfreich?
- Was war schwierig?
- Wie sind die Beteiligten miteinander umgegangen?
- Was wird beim nächsten Mal anders zu machen sein?
- Inwieweit haben die Maßnahmen die Entwicklung zu einer diakonisch-missionarischen Kirche gefördert? Was ist das Neue?
So, und wenn Sie die Schritte einmal ausprobieren wollen: in den nächsten Wochen werde ich Ihnen einen Termin pro Visitationsbereich zuschicken, an dem wir einen Workshop zu den Fünf Schritten der pastoralen Planung anbieten. Dabei wollen wir mit Ihnen u.a, beispielhaft das Vorgehen ausprobieren und durchzuspielen. Unser Ziel ist es dabei, dass Sie dieses Konzept für Ihre praktische Arbeit nutzen können.
Das Rahmenleitbild für die Pfarrei und den Pastoraler Raum im Bistum Trier, dass u.a. die „Fünf Schritte der Pastoralen Planung“ beinhaltet, finden Sie über diesen Link: Rahmenleitbild Pastoraler Raum Pfarreien Bistum Trier 2022






