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Auftakt der Sternsinger-Aktion im Visitationsbezirk Saarbrücken:Gemeinsam für Bildung und gegen Kinderarbeit

120 Sternsingerinnen und Sternsinger kamen zum Aussendungsgottesdienst für den Visitationsbezirk Saarbrücken nach Dillingen.
120 Sternsingerinnen und Sternsinger kamen zum Aussendungsgottesdienst nach Dillingen.
Datum:
2. Jan. 2026
Von:
Ute Kirch
Einzug der Sternsinger.

Dillingen – „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ – unter diesem Motto steht die diesjährige bundesweite Sternsingeraktion. Der Startschuss für den saarländischen Teil des Bistums Trier, zu dem das gesamte Saarland außer dem Saarpfalz-Kreis gehört, ist am Freitag, 2. Januar, in Dillingen gefallen. Rund 120 Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre erwachsenen Begleitpersonen kamen zum Aussendungsgottesdienst mit dem Saarbrücker Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt, Dekan Olaf Harig und Pfarrer Peter Jackl in den Saardom.

Sie kommen zwar nicht aus dem Morgenland, dafür aber aus Kerlingen, Nalbach, Tholey oder Klarenthal. Mit dabei waren auch Alena (7), Ivy (7) und Johanna (4) aus Dillingen-Pachten. „Wir sind schon zum fünften Mal mit dabei“, sagen Alena und Ivy. Ihren Einsatz haben sie am kommenden Wochenende – sie freuen sich darauf, die Menschen an den Haustüren mit einem gesungenen „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ zu begrüßen. „Wir sammeln auch Geld für arme Kinder, damit sie nicht arbeiten müssen“, sagt Alena. Die Gruppe aus Pachten wird in diesem Jahr auch den Segen ins Dillinger Rathaus bringen. Aus der Pfarrei St. Christophorus im Saarbrücker Westen sind Paolo (9), Leo (5), Pauline (9) und Rosalie (5) gekommen. „Ich mache mit, weil ich auch Pfadfinder bin und ein Pfadfinder gerne hilft“, sagt Paolo aus Gersweiler. „Ich mache mit für die Kinder, für die wir Geld sammeln und weil es Spaß macht“, ergänzt Leo. „Damit es Kindern, denen es schlecht geht, besser geht“, sagt Pauline aus Klarenthal.

Die 68. Aktion Dreikönigssingen richtet den Blick auf benachteiligte Kinder in Bangladesch. Vor Beginn des Gottesdienstes sahen sich die kleinen Königinnen und Könige daher gemeinsam den diesjährigen Sternsinger-Film des Reporters Willi Weitzel an. Dieser stellte mehrere Hilfsprojekte vor, die mit dem Geld der Sternsinger unterstützt werden. Er traf Kinder, die in Fabriken schwer arbeiten mussten, damit ihre Familien Essen kaufen können. Doch der Film macht Hoffnung: Mit dem Geld der Sternsinger können viele Kinder der Kinderarbeit entkommen, die Schule besuchen und einen Beruf erlernen.

"Ihr verändert die Welt zum Besseren"

Gabenbereitung während des Aussendungsgottesdiensts

„Euer Einsatz verändert die Welt“, rief der neue Leiter der Abteilung Jugend im Bischöflichen Generalvikariat Trier, Benedikt Welter, den Kindern und Jugendlichen zu und dankte ihnen für ihren Einsatz. „Ihr setzt euch ein für Gerechtigkeit und Menschenwürde weltweit. Ihr setzt euch dafür ein, dass jedes Kind ein Recht hat auf Schule und Bildung.“ Doch der Einsatz der Sternsingerinnen und Sternsinger gilt nicht nur armen Kindern: „Ihr bringt den Segen in die Häuser und zu den Menschen im Saarland“, betonte Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt. Denn neben Gesang und Spendendose bringen sie auch den Segensspruch „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ als Aufkleber für die Haustür „20*C+M+B*26“.

In seiner Predigt zog Hufschmidt die Parallele zwischen den Sterndeutern, von denen das Evangelium berichtet, zu den Sternsingern heute. Die biblischen Sterndeuter folgten einem Stern am Himmel, der sie zum Kind in der Krippe führte. „Sie sahen etwas, was andere nicht sahen“, so Hufschmidt. Sie spürten, dass in diesem unscheinbaren, kleinen Kind Kraft und Würde liegen, die die Welt bis heute verändern können. „Ich sehe in den Sterndeutern die Botschaft, dass wir, wenn wir unseren Blick auf das Unscheinbare richten, Großes bewirken können.“ Wie damals die Sterndeuter richteten die Sternsingerinnen und Sternsinger heute den Blick auf etwas, was allzu leicht aus dem Blick gerät: Die Armut von Kindern weltweit und die Bedingungen in den Fabriken, in denen oft auch unsere Kleidung hergestellt wird.

Imbiss und Workshops nach dem Gottesdienst

Der Kinderchor der Kirche Heilig Sakrament unter der Leitung von Thomas Bernardy gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kinderchor der Kirche Heiliges Sakrament unter der Leitung von Thomas Bernardy. Nach dem Gottesdienst waren die Kinder und Jugendlichen zu einem Imbiss in die benachbarte Odilienschule eingeladen, den Freiwillige des Roten Kreuzes organisierten. Rund 60 Kinder blieben noch für die anschließenden Workshops der Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Saarbrücken, darunter ein Trommelworkshop, der Workshop Spielen und Toben sowie ein Bastelworkshop, bei dem die Teilnehmenden aus einfachen Materialien Brettspiele in ihrem eigenen Design anfertigen konnten. „Durch einen gemeinsamen Aussendungsgottesdienst erleben die Kinder, dass sie als Sternsingerinnen und Sternsinger Teil einer großen Bewegung sind, die über ihre Pfarrei hinaus auch im gesamten Saarland und in Deutschland existiert“, sagt Bildungsreferent Michael Federkeil.

Mehr als 1,4 Milliarden Euro seit dem Aktionsstart 1959

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ lautet das Motto der 68. Aktion Dreikönigssingen. Die Aktion bringt den Sternsingerinnen und Sternsingern das Thema Kinderarbeit näher und zeigt, wie wichtig die Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind. Das Dreikönigssingen 2026 ermutigt die Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre Begleitenden, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen und eine gerechtere Welt zu gestalten. Seit dem Start der Aktion 1959 kamen beim Dreikönigssingen insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden. Mit den Mitteln aus der deutschlandweiten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Bundesweite Träger sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Dreikönigssingen 2026:Aussendungsfeier der Sternsinger in Dillingen

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