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Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Seelsorgende tauschen sich aus  :Prävention sexualisierter Gewalt im Pastoralen Raum Bad Kreuznach 

Der Fachtag diente dazu, die pastoralen Mitarbeitenden auf den aktuellen Stand der Prävention, der Intervention und Aufarbeitung im Bistum zu bringen.
Datum:
13. Nov. 2025
Von:
red

Bad Kreuznach – Für einen besseren Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfsbedürftigen Erwachsenen als Aufgabe und Auftrag der Prävention tauschten sich die hauptamtlichen Seelsorgenden im Pastoralen Raum (PastR) Bad Kreuznach bei einem Fachtag am 6. November aus. Die Veranstaltung diente dem Ziel, alle pastoralen Mitarbeitenden auf den aktuellen Stand der Prävention, der Intervention und Aufarbeitung im Bistum Trier zu bringen und darüber zu sprechen.  

„Prävention bleibt gerade angesichts der aktuellen Erkenntnisse von Versäumnissen der Vergangenheit eine Verpflichtung, die wir alle zu erfüllen haben, nicht nur die Bistumsleitungen“ sagt Daniel Bidinger, Ansprechperson für Prävention im PastR Bad Kreuznach. Als Impulsgeber konnte Patrik Bauer, Vorsitzender des Betroffenenbeirates der DBK, gewonnen werden. In seinem Vortrag legte Bauer den Anwesenden die Perspektive von Betroffenen dar und berichtete auch von den Nachwirkungen des Missbrauchs: „Das innere, völlig verunsicherte Kind geht immer mit.“  

„Mit Patrik Bauer und seinen Statements wurden vermutlich viele pastorale Mitarbeitende erstmals wissentlich mit einem Betroffenen konfrontiert“, begründet Elfriede Hautz, ebenfalls Ansprechperson für Prävention, die Einladung ihres ehemaligen Kommilitonen. Nur der kritische Blick auf Lücken und Entwicklungsbedarfe führe dazu, eine Kultur der Achtsamkeit und Verantwortungsübernahme zu schaffen. Neben weiteren fachlichen Informationen von Dr. Andreas Zimmer von der Fachstelle Prävention im Bischöflichen Generalvikariat Trier sowie Markus Herbert von der Erziehungs- und Lebensberatung Bad Kreuznach, war der kollegiale Austausch zentral, angeregt durch Impulse und Erfahrungen aus der Perspektive eines Betroffenen. Eine Workshoprunde am Nachmittag stand unter der Fragestellung der psychosexuellen Entwicklung der unterschiedlichen Altersgruppen von Schutzbefohlenen. Eine weitere Einheit nahm den Bericht über Maßnahmen des Landes „Pakt gegen sexualisierte Gewalt“ mit Verweisen auf das lokale Schutzkonzept in den Blick.    

Im Bistum Trier ist es seit Herbst 2023 vorgesehen, in allen Pastoralen Räumen jeweils einen Fachtag Prävention durchzuführen. Dieser ist ein Baustein einer lernenden Organisation zu immer mehr Professionalität. „Eine Gewinnung von Handlungssicherheit ist ein wichtiger Grund, warum wir Ehren- und Hauptamtliche durch die Präventionsschulungen sensibilisieren. Denn Kinder, Jugendliche und alle Schutzbefohlene sollen in unseren Aktionen, Freizeiten und Vorbereitungen und Erhalt von unseren Sakramenten, einen sicheren und professionellen Ort und kompetente Ansprechpartner finden, wenn sie in anderen Bereichen ihres Lebens von sexueller Gewalt betroffen sind,“ sagt Daniel Bidinger.    

Mehr Informationen über die Präventionsarbeit im Pastoralen Raum Bad Kreuznach inklusive der Schulungstermine für 2026 gibt es auf www.pr-badkreuznach.de. Den ausführlichen Rechenschaftsbericht „P.I.A.“ zu Prävention, Intervention und Aufarbeitung im Bistum Trier gibt es als PDF-Download auf https://www.bistum-trier.de/praevention/start/index.html. Die unabhängigen Ansprechpersonen bei Hinweisen auf sexualisierten Missbrauch sind im Bistum Trier Ursula Trappe, Fachanwältin für Familienrecht und Mediatorin, E-Mail: ursula.trappe@bistum-trier.de oder Tel.: 0151-50681592, und Markus van der Vorst, Diplom-Psychologe, E-Mail: markus.vandervorst@bistum-trier.de oder Tel.: 0170-6093314.