Bistum Trier: Diözesanrat zieht Zwischenbilanz der synodalen Arbeit :Zielgerichtete Kommunikation und Debattenkultur
Otzenhausen/Trier – Seit November 2024 arbeitet das Gremium – und eine erste Bilanz fällt durchweg positiv aus: Bei der sechsten Sitzung des Diözesanrats am 6. und 7. März 2026 in Otzenhausen haben Vorstand und Mitglieder die bisherige Arbeit reflektiert. Von „konstruktiver Zusammenarbeit mit Bischof und Bistumsleitung“, einer „zielgerichteten Kommunikation und Debattenkultur“ sprachen die Mitglieder ebenso wie von einer spürbaren „Verbundenheit im Gebet“. Der Diözesanrat ist das Beratungsgremium des Bischofs von Trier; er berät und beschließt die pastoralen Rahmensetzungen und Entwicklungsperspektiven sowie die entsprechenden Verwendungen der Haushaltsmittel der Diözese.
„Wahrnehmen, wo Gott unter uns wirkt”

Bischof Stephan Ackermann hatte die Sitzung mit einem Impuls eingeleitet, in dem er an die Perspektivwechsel der Bistumssynode (2013-2016) erinnerte: vom Einzelnen her denken; Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen; weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationen verankern; das synodale Prinzip bistumsweit leben. Wenn er „aufmerksam und nüchtern“ die Entwicklung der Kirche im Bistum Trier in den vergangenen zehn Jahre betrachte, gebe es aus seiner Sicht einen weiteren Perspektivwechsel, der vorangestellt werden müsste: „wahrnehmen, wo Gott unter uns wirkt“. Wie zu Beginn der Synode gelte es, die „Zeichen der Zeit“, also „Ereignisse und Entwicklungen, die Hinweise auf das Wachsen des Reiches Gottes in unserer Zeit enthalten“ im Blick zu haben als beständige Aufgabe.
Mit der Methode des „Gesprächs im Heiligen Geist“ stellten sich die Mitglieder den Fragen, wie sie den Diözesanrat bisher erlebt haben und welche Themen in den nächsten Jahren wesentlich seien für die die Ortskirche von Trier. Auf dieser Grundlage berieten die Gremienmitglieder zunächst weitere Aspekte der Haushaltssicherung. Generalvikar Ulrich von Plettenberg kündigte an, dass bei der Sitzung im November eine beschlussreife Entscheidungsvorlage vorgelegt werde, um weitere Maßnahmen einzuleiten.
Synodal- und Pastoralausschuss personalisiert

Um die inhaltliche Arbeit noch effektiver zu gestalten, wurden zwei Ausschüsse begründet. Im Ausschuss „Für eine synodale Kirche“ wirken Elfriede Franz, Joachim Hölle-Gindorf, Judith Lukacs, Edith Ries, Gisela Rink und Susanne Wagner sowie von Seiten des Bischöflichen Generalvikariates Mechthild Schabo (Bereichsleiterin Seelsorge und Kirchenentwicklung) mit. Schabos Stellvertreter in der Bereichsleitung, Ulrich Stinner, begleitet den Pastoralausschuss mit Uwe Christoffer, Benedikt Lang, Volker Malburg, Michael Michels, Weihbischof Jörg Michael Peters, Johanna Schalz, Wolfgang Schu, Monika Schneider und Brunhilde Werner.
Das Gremium vergewisserte sich darüber, dass die gesetzlich geregelte Ehrenamtspauschale bei kirchlichem Engagement nicht anzuwenden ist. „Das Gesetz kollidiert mit unserem Bild von Kirche und unserem Verständnis von Ehrenamt“, erläuterte Michaela Tholl, die zuständige Expertin im BGV. Das Bistum unterscheide zwischen freiwilligem, ehrenamtlichem Engagement und geringfügiger oder nebentätiger Erwerbsarbeit. Ein entsprechendes Papier, das die Haltung des Bistums zur Ehrenamtspauschale erläutert, werde zeitnah veröffentlicht.
Informationen aus der Bischofskonferenz und dem Katholikenrat

Bischof Ackermann informierte über die Vollversammlung der deutschen Bischöfe Ende Februar und wies darauf hin, dass es zwei neue Arbeitshilfen, zur diakonischen Kirchenentwicklung sowie zur Engagemententwicklung, gebe. Die Bischöfe hatten außerdem das Statut der Synodalkonferenz als Format der synodalen Beratung auf Bundesebene verabschiedet. Ein besonderes Augenmerk richtete der Bischof auf das Monitoring in den Arbeitsfeldern Prävention, Intervention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt; es diene „dem Anliegen, sichtbar zu machen, was wir als Kirche hier alles tun“. Auf Bitten des Bischofs gab das Gremium Hinweise zu einer „Kultur der Erinnerung“ mit Blick auf die institutionelle Aufarbeitung des Missbrauchsgeschehens. Vorstandsmitglied Dr. Elfriede Franz informierte aus der Arbeit des Katholikenrats, des Laiengremiums im Bistum: Bei der Vollversammlung Ende März stünden die Themen „Glaubenswege in die Zukunft“ und „Engagemententwicklung: Gremien als Grundpfeiler der Partizipation“ auf der Tagesordnung. Der Diözesanrat kommt im Juni 2026 erneut zusammen.
