Wie funktioniert ein „Interview ohne Worte“?:Sag jetzt nichts!

Ein „Interview ohne Worte“ ist eine besondere Form des Kurzporträts. Statt langer Antworten und ausführlicher Erklärungen lebt es davon, dass sich eine Person nur mit Gesten, Mimik oder kurzen symbolischen Handlungen äußert. Die Fragen stehen dabei als Text im Pfarrbrief – die Antworten werden durch Fotos gegeben. Diese Art von Interview ist leicht, unterhaltsam, menschlich und bringt auf charmante Weise etwas Abwechslung in jede Pfarrbrief-Ausgabe. Sie eignet sich für Ehrenamtliche, neue Mitarbeitende, Messdiener, Seniorinnen, für den Chorleiter – kurz: für alle, die man der Gemeinde einmal auf neue Weise vorstellen möchte.
Was den Reiz ausmacht
Der besondere Charme eines „Interviews ohne Worte“ liegt darin, dass man Menschen anders kennenlernt als in normalen Interviews. Statt durch lange Sätze öffnet sich jemand durch ein Lächeln, eine Geste, ein Symbol oder einen kleinen Gegenstand, den er zeigt. Die Bilder erzählen Geschichten – oft humorvoll, manchmal überraschend, immer persönlich.
Gerade in einer Zeit, in der viele Texte gelesen werden, bietet diese Form eine visuelle, leicht zugängliche Abwechslung, die sofort ins Auge sticht.
Worauf man achten sollte
Wichtig ist, dass die Fragen vorher gut überlegt sind. Sie sollten offen, freundlich und leicht beantwortbar sein – ohne Sprache. Beispiele sind etwa: „Was macht Sie glücklich?“, „Wofür lohnt es sich aufzustehen?“, „Woran erkennt man, dass Sie gestresst sind?“, „Was hilft Ihnen beim Beten?“.
Bei den Antworten sollte darauf geachtet werden, dass die Fotos gut erkennbar sind, klar fokussiert und nicht überladen. Am besten verwendet man eindeutige Gesten oder Gegenstände, die symbolisch wirken: eine Tasse Kaffee, ein Lieblingsbuch, ein Herz, ein Rosenkranz, ein Werkzeug aus dem Hobby oder ein schelmischer Blick.
Ebenso wichtig: Die fotografierte Person sollte sich wohlfühlen. Ein kurzes Vorgespräch hilft zu klären, welche Gesten oder Motive passen – und was sie lieber nicht zeigen möchte.
So setzt man es praktisch um
Am einfachsten ist es, das Interview an einem hellen Ort zu fotografieren, am besten draußen oder in einem gut beleuchteten Raum. Die Fragen werden zuvor gestellt, dann nimmt man sich ein paar Minuten Zeit: Zunächst wird die Frage vorgelesen, anschließend bittet man die Person, eine passende Geste oder einen Gegenstand zu zeigen.
Man sollte pro Frage mehrere Fotos machen, damit später die beste Aufnahme ausgewählt werden kann. Das gesamte Interview dauert meist nicht länger als 10–15 Minuten.
Im Pfarrbrief erscheinen dann die Fragen in Textform – und darunter oder daneben die Fotos als „Antwort“. So entstehen kleine Momentaufnahmen, die oft viel mehr aussagen als lange Texte.
Ein „Interview ohne Worte“ ist leicht umzusetzen, macht den Mitwirkenden Spaß und schafft eine warme, menschliche Verbindung zur Gemeinde – ein schönes Werkzeug, um Gesichter sichtbar zu machen und Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu würdigen.