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Gedenken zur Flutkatastrophe

Kirchliche Veranstaltungen zum 5. Flutgedenken

Tafel zum Gedenken an die Opfer der Flut 2021
  • 5. Juli, 9:30 Uhr: ZDF-Fernsehgottesdienst: Unter dem Leitwort „Zurück für die Zukunft“ soll der Gottesdienst in der St. Laurentius Kirche in Ahrweiler an die Ereignisse des Sommers 2021 erinnern und zugleich ein Zeichen der Hoffnung, des Zusammenhalts und des Neuanfangs setzen. Die Feier wird um 9.30 Uhr live im ZDF ausgestrahlt. Die renovierte Kirche wird dabei nicht nur zum Ort des Erinnerns, sondern auch zum sichtbaren Symbol für den Wiederaufbau und die Zukunftsperspektive des Ahrtals. Der Gottesdienst möchte Menschen innerhalb und außerhalb der Region miteinander verbinden und zeigen, dass aus schwerer Zerstörung neue Hoffnung wachsen kann. Besucherinnen und Besucher werden gebeten, bis spätestens 9 Uhr ihre Plätze in der Kirche einzunehmen. Die Gemeinde lädt alle Interessierten herzlich zur Mitfeier ein.
  • 11. und 12. Juli: In allen Gottesdiensten rund um Bad Neuenahr-Ahrweiler wird der Verstorbenen der Flutkatastrophe gedacht.
  • 14. Juli, 19 Uhr: Zentrale Gedenkveranstaltung mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auf dem Marktplatz Ahrweiler.
  • 14. Juli, 18.30 Uhr: Flut-Gedenkgotteseinst „In die Kreise des Lebens eingeschrieben - Erinnerung und Hoffnung" der Pfarrei Adenauer Land in der Kirche in Schuld.
  • 14. Juli, 17 Uhr: „Gemeinsames Gedenken und Ausblick“ – Gedenkveranstaltung in Altenahr-Altenburg, Mehrzweckzelt auf dem Schulgelände (Am Steinacker 37): Die Gedenkveranstaltung der Pfarrei St. Andreas Ahreifel und der Verbandsgemeinde Altenahr vereint Impulse mit Blick zurück und in die Zukunft, ökumenisches Gedenken mit Raum für Besinnung, Zuversicht und Hoffnung sowie Möglichkeiten der persönlichen Begegnung über das Erlebte und Visionen für die Zukunft im Ahrtal.
  • 15. Juli, Friedhof Ahrweiler: Ökumenische Einsegnung der als Gedenkstätte wiedererrichteten alten Friedhofskapelle.
  • 15. Juli, 17 bis 21 Uhr: In Sinzig werden die evangelische Adventskirche, die Neuapostolische Kirche und die Kirche St. Peter in Sinzig zum stillen Gedenken geöffnet. Menschen haben die Möglichkeit, Kerzen zu entzünden, im Gebet oder in der Stille der Opfer der Flutkatastrophe zu gedenken und es gibt auch Raum für die eigenen Erinnerungen. In der Kirche St. Peter ist von 18 bis 18.30 Uhr Musik, Stille und Gebet geplant mit Organist Benedikt Röhn und Dekan Matthias Schmitz vom Pastoralen Raum Sinzig. In Bad Bodendorf wird an der Grillhütte, die an der Ahrbrücke ist, ebenfalls die Möglichkeit eines stillen Gedenkens in diesem Zeitraum sein. 

Die Liste ist bezogen auf kirchliche Termine und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Die Fluthilfe der Caritas - ein Jahr danach

Sreenshot Youtube_Caritas_ein Jahr nach der Flut

Die Caritas leistete unmittelbar nach der Flut Hilfe. Bis Juni 2022 bezahlten die Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Trier mehr als 11 Millionen Euro an Spendengeldern, die über Caritas international eingegangen waren, an Betroffene aus.

Rückblick: Flutgedenken zum 1. Jahrestag

Bildergalerie:Flutgedenken zum 1. Jahrestag in Ahrbrück

Datum:
15. Juli 2022
9 Bilder

Gedanken und Gebete

Ahr-Psalm (19. Juli 2021)

„Schreien will ich zu dir, Gott, mit verwundeter Seele, / doch meine Worte gefrieren mir auf der Zunge.
Es ist kalt in mir, wie gestorben sind alle Gefühle, / starr blicken meine Augen auf meine zerbrochene Welt.
Der Bach, den ich von Kind an liebte, / sein plätscherndes Rauschen war wie Musik,
zum todbringenden Ungeheuer wurde er, / seine gefräßigen Fluten verschlangen ohne Erbarmen.
Alles wurde mir genommen. Alles! / Weggespült das, was ich mein Leben nannte.
Mir blieb nur das Hemd nasskalt am Körper, / ohne Schuhe kauerte ich auf dem Dach.
stundenlang schrie ich um Hilfe, / um mich herum die reißenden Wasser.
Wo warst du Gott, Ewiger, / hast du uns endgültig verlassen?
Baust du längst an einer neuen Erde, / irgendwo fern in deinen unendlichen Weiten?
Mit tödlichem Tempo füllten schlammige Wasser die Häuser, / grausig ertranken Menschen in ihren eigenen Zimmern.

Ist dir das alles völlig egal, Unbegreiflicher? / Du bist doch allmächtig, dein Fingerschnippen hätte genügt.
Die Eifernden, die dich zu kennen glauben, sagen, / eine Lektion hättest du uns erteilen wollen, eine deutliche, / eine Portion Sintflut als Strafe für unsere Vergehen, / für unsere Verbrechen an der Natur, an deiner Schöpfung.
Ihre geschwätzigen Mäuler mögen für immer verschlossen sein, / nie wieder sollen sie deinen Namen missbrauchen,
für ihre törichten Besserwissereien, ihr bissiges Urteil / mit erhobenem Zeigefinger, bigott kaschiert.
Niemals will ich das glauben, niemals, / du bist kein grausamer Götze des Elends,
du sendest kein Leid, kein gnadenloses Unheil / und hast kein Gefallen an unseren Schmerzen.
Doch du machst es mir schwer, / das wirklich zu glauben.
Ich weiß, wir sind nicht schuldlos an manchem Elend, / zu leichtfertig missbrauchen wir oft unsere Freiheit.
Doch warum siehst du dann zu, fährst nicht dazwischen, / bewahrst uns nicht vor uns selbst?
Dein Schweigen quält meine Seele, / ich halte es fast nicht mehr aus.
Wie sich Schlamm und Schutt meterhoch türmen, / in den zerstörten Straßen und Gassen
und deren Schönheit sich nicht mehr erkennen lässt, / so sehr vermisst meine Seele dein Licht.
Meine gewohnten Gebete verstummen, / meine Hände zu falten gelingt mir nicht.
So werfe ich meine Tränen in den Himmel, / meine Wut schleudere ich dir vor die Füße. / Hörst du mein Klagen, mein verzweifeltes Stammeln, / ist das auch ein Beten in deinen Augen?
Dann bin ich so fromm wie nie, / mein Herz quillt über von solchen Gebeten.

Doch lass mich nicht versinken in meinen dunklen Gedanken, / erinnere mich an deine Nähe in früheren Zeiten.
Ich will dankbar sein für die Hilfe, die mir zuteil wird, / für die tröstende Schulter, an die ich mich anlehne.
Ich schaue auf und sehe helfende Hände, / die jetzt da sind, ohne Applaus, einfach so.
Die vielen, die jetzt kommen und bleiben, / die Schmerzen lindern, Wunden heilen,
die des Leibes, wie die der Seele, / mit langem Atem und sehr viel Geduld.
Auch wenn du mir rätselhaft bist, Gott, / noch unbegreiflicher jetzt, unendlich fern,
so will ich dennoch glauben an dich, / widerständig, trotzig, egal, was dagegen spricht.
Sollen die Spötter mich zynisch belächeln, / ich will hoffen auf deine Nähe an meiner Seite.
Würdest du doch nur endlich dein Schweigen beenden, / doch ich halte es aus und halte dich aus, oh Gott.
Halte du mich aus! Und halte mich, Ewiger! Halte mich!“

Stephan Wahl, 19. Juli 2021