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Austernseitling

Datum:
20. Okt. 2026
Von:
Barbara Schartz
Kollage von Austernseitlingen im Layout des KEB-Naturtipp

KEB-Naturtipp: Austernseitling

 

  • Eigentlich ist der Austernseitling ein „Winterpilz“. Er braucht zur „Fruktifizierung“, also zum Ausbilden dessen, was wir oft als Pilz bezeichnen, Temperaturen von unter 10 Grad – der größte Teil des Pilzes ist das Mycel im Boden oder im Baumstamm, das, was wir sehen, ist der „Fruchtkörper“. Im Wald finden sich aber immer häufiger ausgewilderte Zucht-Seitlinge, die diesen Kältereiz nicht brauchen
  • Austernseitlinge sind „Saprobionten“, sie zersetzen organisches Material. Eigentlich gut, weil nur so die Nährstoffe freigesetzt werden und für das Pflanzenwachstum zur Verfügung stehen
  • Folglich findet man Austernseitlinge vor allem an Totholz, insbesondere an Buchenstämmen. Allerdings kann der Pilz auch an lebendem Holz wachsen, was für den Baum schlecht ist, da der Pilz Weißfäule verursacht und damit den Baum zerstört
  • Seitlinge sind i.d.R. seitlich am Baum angewachsen, die Stiele sind kurz und oft büschelig verwachsen. Die Lamellen ziehen sich bis in den Stil hinein, beim jungen Pilz sind sie weiß. Der Hutdeckel kann verschiedene Farben haben: (hell)grau, graubraun bis hin zu eher (hell)braun, blassgelb oder aschgrau. Es gibt giftige Verwechslungspartner
  • Generell gilt: Pilze sollte man sicher kennen oder von einem Pilzsachverständigen prüfen lassen, bevor man sie isst. In Internet findet man Adressen von Pilzsachverständigen in der eigenen Region
  • Alternativ kann man den Austernseitling im Supermarkt kaufen. Er wird schon seit über 100 Jahren kultiviert, seit den 70er Jahren auch in Deutschland. Neben Champignons und Shiitake-Pilzen ist er einer der wichtigsten Zuchtpilze. Oder man kann sich sogenannte Pilzbrut kaufen und ihn selbst kultivieren, denn der Pilz wächst auch auf Stroh, Karton oder Kaffeesatz
  • Austernseitlinge sind nicht nur schmackhaft (Kalbfleischersatz), sondern auch gesund: Sie enthalten viele Proteine, die Kohlehydrate werden langsam abgebaut und vermeiden daher Glucose-Spitzen im Blutzucker, sie enthalten insbesondere höhere Werte von Eisen und Selen sowie B-Vitamine
  • Besonders interessant: Austernseitlinge sind „Fleischfresser“, sie locken Fadenwürmer an und verdauen diese dann