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Rahmenleitbild Medien

Ein Tablet liegt auf einem Tisch, links und rechts daneben sind Teile einer Tastatur bzw. eines Laptops abgebildet

Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen – und damit auch das Lernen, das Zusammenarbeiten und das soziale Miteinander an unseren Schulen. Mit dem Rahmenleitbild Medien legt das Bistum Trier eine gemeinsame Vision für den pädagogisch verantwortungsvollen Umgang mit Medien und Digitalität vor. Es ist angelehnt an dem Rahmenleitbild der Schulen des Bistums Trier und formuliert die Leitplanken, an denen sich schulische Medienbildung orientieren soll, und gibt zugleich die Richtung für die Weiterentwicklung der Medienkonzepte aller Schulen im Bistum vor.

Das Leitbild wurde von einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe erarbeitet: Mitarbeitende der Schulabteilung, Schulleitungen, Lehrkräfte und Schüler:innen haben ihre Perspektiven eingebracht und gemeinsam zentrale Grundsätze formuliert. 

In einem anschließenden Beteiligungsprozess wurde der Entwurf den Gremien der Schülervertretungen, der Elternvertretungen und den Schulleitungen vorgestellt. Die Rückmeldungen aus diesen Gruppen wurden von der Arbeitsgruppe sorgfältig diskutiert und in die finale Fassung integriert. So ist ein Leitbild entstanden, das die Vielfalt der Stimmen aus der Schulpraxis widerspiegelt und zugleich eine klare Orientierung für die Zukunft bietet.

Eine Version in leichter Sprache befindet sich derzeit in der Erstellung, damit das Leitbild für alle Menschen an unseren Schulen gut verständlich zugänglich ist.

Rahmenleitbild Medien an Schulen in Trägerschaft des Bistums Trier

Einleitung

Die Schulgemeinschaft gestaltet den digitalen Raum als Ort von Würde, Sinn und Begegnung. Wir fördern Verantwortung, Gemeinschaft und Glaube – analog wie digital.

Digitale Medien und Technologien sind ein zentraler Bestandteil von Bildung, Kommunikation und Alltagskultur. Der verantwortungsvolle und kompetente Umgang mit Medien ist daher eine gemeinsame Aufgabe der Schulgemeinschaft, insbesondere von Lehrkräften, Lernenden sowie Sorgeberechtigten.

Ziel ist es, digitale Souveränität zu fördern. Darunter verstehen wir junge Menschen zu befähigen, digitale Medien nicht nur zu konsumieren, sondern sie aktiv, kritisch und kreativ zu nutzen – im Sinne einer ganzheitlichen Bildung, die Verstand, Herz und Haltung verbindet. Dies umfasst sowohl die Fähigkeit, die Chancen digitaler Bildung zu erkennen und zu nutzen, als auch die Kompetenz, Risiken zu erkennen und ihnen wirksam zu begegnen.

 
Persönlichkeitsentwicklung und Verantwortung im digitalen Raum

1. Wir leben und arbeiten im Bewusstsein, dass der Mensch als Ebenbild Gottes auch im digitalen Raum Träger von Würde und moralischer sowie persönlicher Verantwortung ist.

2. Wir setzen digitale Medien und Technologien so ein, dass sie Orientierung, Sinnsuche und Mitmenschlichkeit im Sinne des christlichen Menschenbildes unterstützen.

3. Wir schaffen ein Bewusstsein für die Komplexität eines nachhaltigen Einsatzes digitaler Medien und Technologien im Sinne der Bewahrung der Schöpfung.

 

Spiritualität, Sinn und Kirche in der digitalen Welt

4. Wir fördern einen kritisch-reflektierten Umgang mit digitalen Daten, um Verständnis zu vermitteln, dass Handlungen im virtuellen Raum reale Auswirkungen auf das eigene Leben und das Leben anderer haben.

5. Der reflektierte Umgang mit digitalen Realitäten beginnt mit dem Verständnis ihrer Funktionsweise und ihrer gesellschaftlichen Wirkung – erst dieses Wissen ermöglicht verantwortliches Handeln.

Dabei schafft Schule als Lernort den organisatorischen und pädagogischen Rahmen für eine reflektierte Mediennutzung. Lehrkräfte sind Vorbilder und pädagogische Begleitpersonen im Lernprozess mit digitalen Medien. Lernende tragen altersentsprechend Eigenverantwortung für ihr Medienverhalten im schulischen und privaten Bereich. Sorgeberechtigte sind zentrale Begleitpersonen der Medienbildung ihrer Kinder und Partner:innen der Schule.

6. Digitale Medien und Technologien bieten die Möglichkeit, neue Zugänge für alle Beteiligten in Schule zu ermöglichen. Wir setzen digitale Medien in Lehr- und Lernprozessen ein, um unter anderem Differenzierung und Individualisierung zu unterstützen. Die in unserem Rahmenleitbild verankerten Werte werden auch in unserem digitalen Miteinander deutlich. Ziel ist die Bildung des ganzen Menschen – in Verstand, Herz und Glauben. Die Schulgemeinschaft trägt gemeinsam Verantwortung für eine konkrete Umsetzung vor Ort.

 

Schutz und Sicherheit im digitalen Raum

7. Lernen im digitalen Raum bedeutet Befähigung statt pauschaler Verbote. Wir begleiten Lernende auf dem Weg zu mündigen Persönlichkeiten. Dafür gestalten wir einen digitalen Schutzraum, der Sicherheit und Orientierung bietet und durch eine zielgerichtete, altersangemessene Methodik sowie klare Regeln Verantwortung und Selbstständigkeit stärkt. Diesen Schutzraum öffnen wir schrittweise im Rahmen unserer Erziehungsverantwortung.

8. Wir schützen Lernende und Lehrkräfte durch kompetenzorientierte Aufklärung und Förderung eines reflektierten Umgangs mit digitalen Medien und Technologien.

 

Digitale Schulkultur und Gemeinschaft

9. Wir setzen digitale Medien und Technologien ein, um einen gerechteren Zugang zur Bildung zu schaffen, unabhängig vom individuellen Hintergrund.

10. Der digitale Raum ist eine Ergänzung zur analogen menschlichen Begegnung. Glaube und Gemeinschaft werden als gelebte Beziehung verstanden – digital und analog. Indem wir gemeinsam Regeln zur Mediennutzung entwickeln, die den Bedürfnissen der jeweiligen Schulgemeinschaft und dem Rahmenleitbild gerecht werden, fördern wir deren Akzeptanz und das Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten.

 

Abschluss

Die in unserem Rahmenleitbild verankerten Werte werden auch in unserem digitalen Miteinander deutlich. Ziel ist die Bildung des ganzen Menschen – in Verstand, Herz und Glauben. Die Schulgemeinschaft trägt gemeinsam Verantwortung für eine konkrete Umsetzung vor Ort.

 

gez. Arbeitsgruppe Rahmenleitbild Medien, Trier im Juni 2026

 

Glossar

Digitale Realitäten sind Teile unserer Wirklichkeit, die durch digitale Medien und Technik entstehen. Wir erleben sie über Smartphones, Tablets, Computer oder VR‑Brillen.

Sie beeinflussen unseren Alltag stark, zum Beispiel Kommunikation, Lernen, Arbeiten, Selbstdarstellung im Internet. Dazu gehören zum Beispiel Virtuelle Realität (VR), Erweiterte Realität (AR), soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok oder Snapchat und KI‑ und algorithmusgesteuerte Inhalte. Diese digitalen Welten wirken sich auch darauf aus, wie wir die "echte” Welt um uns herum wahrnehmen.

Digitale Medien und Technologien sind alle digitalen Mittel, mit denen wir kommunizieren oder Informationen austauschen können.

Dazu gehören zum Beispiel digitale Geräte (Smartphones, Tablets, Computer), Apps und Online Dienste, algorithmische Programme und Systeme, Künstliche Intelligenz (KI), große Datenmengen (Big Data).

Gemeint sind dabei auch Entwicklungen, die es noch nicht gibt. Der Begriff wird bewusst offen und zukunftsorientiert verstanden.

Ein digitaler Schutzraum ist eine digitale Umgebung, die Sicherheit bietet. Dabei werden bestimmte Funktionen oder Inhalte eingeschränkt, um Risiken zu verringern.

Ein digitaler Schutzraum hilft zum Beispiel beim Schutz persönlicher Daten und vor ungeeigneten Inhalten sowie beim sicheren Lernen und Kommunizieren.

Darunter fallen schulische Lernplattformen, Geräte oder Apps mit Schutz‑Einstellungen, altersgerechte Apps oder Webseiten und geschützte Klassenchats oder Schulaccounts.

Für Christen ist der Mensch in erster Linie Gottes Geschöpf und sein Ebenbild. Gott hat den Menschen als sein Bild geschaffen, so erzählt es die Bibel im Buch Genesis Kapitel 1, Vers 27. Im Psalm 8, Vers 6 sagt der Betende, dass Gott den Menschen „wenig niedriger“ gemacht hat „als Gott“. Der Mensch ist eines von vielen Geschöpfen, steht jedoch Gott am nächsten. Ebenbild Gottes zu sein, ist vor allem eine Aussage über die Aufgabe des Menschen: Er soll Gott auf der Erde vertreten und für Gerechtigkeit in der Welt sorgen.

Zur Schule/Schulgemeinschaft gehören Lernende, Lehrkräfte, Sorgeberechtigte, Mitarbeitende in der Pädagogik und Schulsozialarbeit, Schulsekretär*innen und Hausmeister*innen.