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Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für 2025 haben Papst Leo XIV. und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für Juli 2026

Mit Papst Leo beten wir, beten wir um Respekt und die Verteidigung des menschlichen Lebens in jedem seiner Abschnitte, indem es als Gabe Gottes angesehen wird.

 

Bei der Taufe eines unserer Kinder hat uns ein Wort aus Psalm 127 begleitet: „Kinder sind eine Gabe des Herrn, die Frucht des Leibes ist sein Geschenk.“ Zwei Mal wird dasselbe gesagt: Gabe und Geschenk. Mit dieser Doppelung wird etwas Wichtiges ausgedrückt: Leben wird uns anvertraut. Es beginnt und es endet nicht bei uns.

Dieser Gedanke hat meine Sicht auf unser Leben verändert. Leben liegt nicht einfach in unserer Hand. Es bleibt, in jedem Abschnitt, in jeder Lebensphase, etwas Empfangenes.

Wenn wir sagen: „Du bist ein Segen“, dann sprechen wir das aus. Ein Mensch ist mehr als das Sichtbare. In seinem Leben liegt ein Ursprung, der ihm vorausgeht.

Ein ähnlicher Gedanke findet sich in der neuen Präambel der saarländischen Verfassung. Dort heißt es, wir lebten „im Bewusstsein unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Damit wird daran erinnert: Unser Leben steht nicht nur in menschlichen Bezügen. Es ist hineingestellt in eine größere Wirklichkeit.

Unser Leben bezieht sich also nicht nur auf uns selbst und die anderen. Es hat einen dritten Bezugspunkt. Und genau in dieser Dreiecksbeziehung zwischen mir, den anderen und Gott ist es gut verortet und aufgehoben. Gott ist sozusagen „der Dritte im Bunde“.

„Zwei sind besser als einer allein“, so heißt es schon in Kohelet 4, und: „eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell.“ Diese Sicherheitsschnur macht unser Leben fest, gibt uns einen sicheren Halt, begründet letztlich den Respekt und die Würde jedes menschlichen Lebens.

Ich bin dankbar für diesen Blick auf meine Kinder, auf meine Mitmenschen, auf mich selbst: Unser Leben ist ein Geschenk, das ein Leben lang erinnert an den, aus dessen Händen wir es empfangen haben.

 

Armin Surkus-Anzenhofer

Gebet

Guter Gott,
Du schenkst das Leben – auch meines.
Jeder Mensch ist ein Geschenk Deiner Liebe.
Öffne unsere Augen für das, was Du gibst,
und unsere Herzen für das Wunder des Lebens.
Lass uns einander als Segen sehen,
umfangen von dir, gewollt und geliebt.
Schenke uns Achtung vor dem Leben in all seinen Phasen,
und ein feines Gespür für seine Würde.
Führe uns in Beziehungen, die tragen:
zu uns selbst, zu den Menschen an unserer Seite
und zu Dir, der Quelle allen Lebens.
So wächst unser Vertrauen,
dass unser Leben gut aufgehoben ist, beieinander und bei Dir.

Amen.

Mit Bischof Stephan beten wir beten für die Menschen, die sich für die Erforschung der Natur und den Schutz der Umwelt einsetzen zur Bewahrung Deiner Schöpfung.

Vom Staunen über die Ehrfrucht zur Bewahrung der Schöpfung

Das Gebetsanliegen von Bischof Stefan verbindet Erkenntnis und Verantwortung auf tiefgründige Weise: Wer die Natur erforscht, stößt nicht nur auf Wissen, sondern auf eine Erfahrung, die innerlich verwandeln kann. Oft beginnt dieser Weg mit dem Staunen.

Der Astronaut Alexander Gerst bringt dieses Staunen eindrücklich auf den Punkt: „Um zu erkennen, wie schön die Erde ist, brauchte ich eine Minute. Um zu erkennen, wie zerbrechlich unser kleiner blauer Planet ist, brauchte ich nur einen Augenblick.“ Der Blick auf die Erde von außen führt zu einer neuen Wahrnehmung: Schönheit und Zerbrechlichkeit gehören untrennbar zusammen. Aus diesem Staunen wächst fast von selbst ein zweiter Schritt, eine tiefe innere Achtung. Wenn Gerst davon spricht, „wie dünn unsere Atmosphäre ist“, wird sichtbar, wie wenig selbstverständlich das Leben ist.

Diese Erfahrung bleibt nicht folgenlos. Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber betont, dass naturwissenschaftliche Erkenntnis immer auch eine moralische Dimension hat: Wer versteht, wie verletzlich das Erdsystem ist, übernimmt Verantwortung. Aus Staunen wird Einsicht und aus Einsicht entsteht Verpflichtung.
Jane Goodall, Verhaltensforscherin und Umweltaktivistin, beschrieb diesen inneren Übergang mit dem Wort „Ehrfurcht“. Sie meint damit eine Haltung, die aus dem Staunen erwächst: eine tiefe Achtung vor allem Leben. Diese Ehrfurcht ist kein zusätzlicher Gedanke, sondern eine fast selbstverständliche Antwort auf das, was wir erkennen. Wer wirklich sieht, kann sich dem Wert des Lebens kaum entziehen.

So ergibt sich ein Weg, der ineinander übergeht: Staunen führt zur Ehrfurcht, Ehrfurcht zur Verantwortung, Verantwortung zur Bewahrung. Naturwissenschaft öffnet die Augen und das Herz folgt daraus beinahe von selbst. Für den Glauben wird diese Welt zur Schöpfung: anvertraut, kostbar, gefährdet.

 

Armin Surkus-Anzenhofer

Gebet

Guter Gott,
Du hast uns deine wunderbare und zugleich verletzliche Schöpfung anvertraut.
Wir danken dir für Menschen wie Alexander Gerst,
Hans Joachim Schellnhuber und Jane Goodall,
die uns durch ihr Forschen die Augen öffnen:
Lass auch in uns das Staunen wachsen über die Schönheit der Welt,
wandle es in Ehrfurcht vor allem Leben
und stärke uns zur verantwortlichen Bewahrung Deiner Schöpfung.
Gib uns Mut, das Erkannte ernst zu nehmen
und achtsam zu handeln 
für uns, für unsere Kinder und Kindeskinder.

Amen.

Mit Bischof Stephan beten wir für diejenigen, die in den Sommermonaten Ferienfreizeiten organisieren und Kindern und Jugendlichen unbeschwerte Momente ermöglichen.

„Das Abenteuer beginnt am Ortsschild.“

„Das Abenteuer beginnt am Ortsschild.“ Die Doppeldeutigkeit des Mottos der diesjährigen Sommerfreizeit der Katholischen Jugendgruppe Bettenfeld gefällt mir.

Wenn wir aufbrechen und Vertrautes hinter uns lassen, beginnt das Abenteuer. Aber auch, wenn wir zurückkommen, wenn wir wieder am Ortsschild zu Hause ankommen, beginnt etwas Neues. Denn wir kommen verändert zurück mit Erfahrungen, die in unser Leben hineinwirken.

In der Sommerfreizeit geht das: Endlich raus aus dem Alltag, hinein in eine Zeit, die leicht sein darf. Denn unbeschwert, das ist ansonsten nicht selbstverständlich. Viele junge Menschen tragen Druck, Erwartungen und Sorgen mit sich. Umso wichtiger sind Zeiten, in denen sie das hinter sich lassen dürfen wie ein Ortsschild: lachen, spielen, Gemeinschaft erleben, einfach sein. „Denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck“, so besingt es die Gruppe Silbermond. Auf einer Fährüberfahrt auf die Insel Ameland haben wir die Einladung von Silbermond wörtlich genommen: „Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg!“ Die Jugendlichen haben das, was sie im wahrsten Sinne des Wortes „hinter sich lassen“ wollten, auf kleine Zettel geschrieben, in eine Flaschenpost gesteckt und über Bord geworfen. Aus dieser Erfahrung entstanden vom ersten Tag an unbeschwerte Momente.

Hier geschieht etwas Wertvolles: Engagierte in der Jugendarbeit helfen Kindern und Jugendlichen, aufzubrechen aus dem, was sie beschwert. Sie begleiten sie ein Stück weg vom Alltag hin zu einer Erfahrung von Freiheit, Leichtigkeit, Spaß und Vertrauen über den eigenen Tellerrand hinaus. Ferienfreizeiten werden durch dieses wertvolle und zumeist ehrenamtliche Engagement zu Orten, an denen Kinder aufatmen und ihren Blick weiten können auf andere und auf sich selbst.

Und zugleich endet das Abenteuer nicht mit der Rückkehr. Was dort gewachsen ist an Auftanken, Freundschaften, Vertrauen ins Leben, das trägt weiter. Wenn die Kinder und Jugendlichen wieder am „Ortsschild“ ihres Alltags ankommen, dann wirken diese Erfahrungen weiter in ihr Leben.
Oft sagen Lehrende nach den Sommerferien: „Mensch, sind die groß geworden, sind die gewachsen.“ Ja, wer aus den weiten Räumen der Sommerfreizeiten zurückkehrt, ist gewachsen, auch innerlich.

 

Armin Surkus-Anzenhofer

Gebet

Guter Gott, wir danken Dir für alle, die in diesen Sommermonaten
Ferienfreizeiten vorbereiten und gestalten.
Sie öffnen Kindern und Jugendlichen Räume, in denen sie sein dürfen,
in denen Vertrauen wächst in sich selbst, in andere, in Gott.
Segne alle, die aufbrechen,
dass sie etwas davon loslassen können, was sie beschwert,
und leichte Momente erleben: voller Lachen, Gemeinschaft und Vertrauen.
Begleite sie auch auf ihrem Rückweg,
dass das, was sie stärkt, in ihrem Alltag weiterlebt,
und ihr Abenteuer weiterwirkt in ihrem Leben.

Amen.

 

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten um Respekt und die Verteidigung des menschlichen Lebens in jedem seiner Abschnitte, indem es als Gabe Gottes angesehen wird.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich für die Erforschung der Natur und den Schutz der Umwelt einsetzen zur Bewahrung Deiner Schöpfung.

  3. Wir beten für diejenigen, die in den Sommermonaten Ferienfreizeiten organisieren und Kindern und Jugendlichen unbeschwerte Momente ermöglichen.

  1. Wir beten, dass es uns gelingt, in den großen Städten, die oft durch Anonymität und Einsamkeit gekennzeichnet sind, neue Formen zu finden, das Evangelium zu verkünden und kreative Wege zur Gemeinschaftsbildung zu entdecken.

  2. Wir beten für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Frieden und Sicherheit in Europa und für alle, die mit Sorge auf die Bedrohung durch autoritäre Regime blicken.

  3. Wir beten für die Kinder, die in diesen Wochen ein neues Schuljahr beginnen oder zum ersten Mal zur Schule gehen.

  1. Wir beten um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.

  2. Wir beten für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben.

  1. Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.

  2. Wir beten für alle Kunst-und Kulturschaffenden, die mit ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten Menschen inspirieren und verbinden.

  3. Wir beten für die Menschen in unserem Partnerland Bolivien und alle, die sich im Bistum Trier für die Partnerschaft einsetzen, um voneinander zu lernen und Glaubenserfahrungen zu teilen.

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.