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Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für dieses Jahr haben Papst Leo XIV. und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für September 2026

Mit Papst Leo beten wir, beten wir um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben. 

 

Schon lange wird deutlich, dass neben den wichtigen Rohstoffquellen wie Öl, Gas, seltene Erden usw. das Wasser als Ressource eine zunehmend zentrale Bedeutung gewinnt. Immer wieder konnte man in der Vergangenheit insbesondere aus den südlichen Teilen der Erde wie Afrika und Lateinamerika Nachrichten wahrnehmen, wie stark bereits der Kampf um das Wasser geführt wird und wie dabei oft über die Rechte der dort lebenden Menschen hinweg regiert wird.

Die Macht über das Wasser wird zur Macht über die Menschen. Vor allem die kirchlichen Hilfswerke weisen immer wieder auf die sich ausbreitenden Unrechtssysteme rund um die Verwaltung des Wassers hin samt dem Ausblick auf die Folgen, die das Problem der immer geringer werdenden Ressource Wasser auch für uns haben würde.

Die Fürbitte des Papstes wird weit im Voraus formuliert und für das Jahr festgelegt. Dass das Thema des knappen Wassers gerade jetzt auch bei uns so aktuell sein würde, war wohl so konkret nicht abzusehen und doch – wenn man ehrlich ist – irgendwann zu erwarten. Auf dramatische Weise wird in diesen Tagen deutlich, dass das Thema des gerechten Umgangs mit Wasser nicht mehr nur ein Thema ferner Länder ist, sondern ein ganz globales Thema, was uns alle betrifft: in ganz Europa bis hinein in unsere Flüsse, Bäche und Vorgärten. Wir spüren ganz konkret: Der gerechte Umgang mit dem Wasser wird die zentrale und existentielle Herausforderung unserer Tage.

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

Gebet

Herr Jesus Christus, 
öffne unsere Augen, damit wir erkennen,
wo Menschen unter ungerechten Strukturen körperlich und seelisch leiden,
weil sie nicht an das Wasser als Quell des Lebens gelangen.
Gib uns den Mut, Ungerechtigkeit zu benennen
und die Kraft, für gerechte Strukturen weltweit und bei uns vor Ort einzutreten.

Amen.

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

Mit Bischof Stephan beten wir beten für für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

Als diese Fürbitte des Bischofs im Voraus für den Monat September formuliert und festgelegt wurde, konnte man noch nicht ahnen, dass wir auf zwei Monate ohne Regen zurückblicken, auf Wochen mit Temperaturen weit über dreißig Grad, auf so noch nie erlebte Niedrigstände von Flüssen, auf allgemeine Wasserknappheit auch hierzulande.

Ein Großteil der Ernte ist verbrannt. Existenzen von Menschen, die von Landwirtschaft und Weinbau abhängig sind, sind bedroht – ganz abgesehen von den globalen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die den Landwirtinnen und Landwirten und den Winzerinnen und Winzern schon seit geraumer Zeit den Absatz ihrer Produkte und damit das Leben schwer machen. Ein Großteil des Einzugsgebietes unserer Bistumszeitung Paulinus ist geprägt von Landwirtschaft und Weinbau. Eine Vielzahl von Menschen, die mit ihrer Arbeit und ihren Produkten wesentlich zur Existenzsicherung der ganzen Bevölkerung beitragen, geraten unter den widrigen Bedingungen selber in Existenznöte.

Es muss unser aller Anliegen sein, die Anliegen der vielen Landwirtschafts- und Weinbaubetriebe in den Blick zu nehmen, ihre Relevanz für unser aller Wohl zu erkennen und auch politisch dafür einzutreten, dass deren Nöte gesehen werden und sie die notwendige Unterstützung und Wertschätzung erfahren. 

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

Gebet

Herr Jesus Christus, 
öffne unsere Augen für die Anliegen der Menschen,
die durch Ihre Arbeit Sorge tragen
für die Sicherstellung einer nachhaltigen Ernährung und den Erhalt unseres Lebensraumes.
Schenke uns durch den Heiligen Geist die Erkenntnis,
wie wir alle durch unsere Haltung im Umgang mit dem Erwerb und Verbrauch von Lebensmitteln,
die regionalen Betriebe und die dort arbeitenden Menschen unterstützen und fördern können. 

Amen.

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

Mit Bischof Stephan beten wir für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben. 

Gerade mit Blick auf die Katholische Kirche wird deren „zentrale Ausrichtung“ oft kritisch als zentralistisch, bei Reformen daher schwer beweglich und nicht mehr zeitgemäß angesehen. Ganz abgesehen vom theologischen Selbstverständnis der Kirche, das eine wesentlich andere Struktur im Grunde nicht zulässt, werden die positiven Seiten einer solch weltumspannenden Gemeinschaft oft nicht gesehen.

Ein wesentlicher, vielleicht der wichtigste positive Aspekt wird deutlich, wenn man weg von zuhause in der Welt unterwegs ist. Egal auf welchem Kontinent ich mich bewege, ganz gleich welche Sprache in dem Land gesprochen wird – ob ich sie verstehe oder nicht: beim Besuch einer katholischen Messe etwa spüre und erfahre ich, dass ich ein Teil einer großen Gemeinschaft bin. Die bekannten Riten und liturgischen Rituale, das gemeinsame Feiern des Sakramentes der Eucharistie, was mir auch über die Sprachbarrieren hinweg möglich ist, verleiht nicht nur das Gefühl von Heimat; es ist ein Stück Heimat.

Eine Erfahrung, die gerade in der Fremde von großer Bedeutung wird, weil sie das Fremde weniger fremd sein lässt und mir den Zugang zu den Menschen auch über den Gottesdienst hinaus ermöglicht. In diesem lebenswichtigen Dienst stehen die muttersprachlichen Gemeinden in unserem Bistum: Sie bieten eine uns als Christinnen und Christen verbindende, gemeinsame „Plattform“, die uns als Gemeinschaft erfahren lässt; sie verleihen Heimat den Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns kommen.

Allen sei daher Dank, die sich auf vielfältige Weise in den muttersprachlichen Gemeinden engagieren und damit dazu beitragen, dass Menschen sich nicht alleine fühlen müssen und auch in der Fremde Heimat finden.

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

Gebet

Herr Jesus Christus, 
schenke uns das Bewusstsein und die Erfahrung,
dass jede/r von uns mit dazu beiträgt,
dass der gemeinsame Glaube an Dich Gemeinschaft und Heimat ermöglicht.  
Lass uns dankbar bleiben für dieses Geschenk des Glaubens
und stärke alle, die sich dafür einsetzen,
dass Kirche ein Ort erfahrbarer Gemeinschaft und Heimat ist und bleibt – hier und auf der ganzen Welt.

Amen.

 

Markus Leineweber, Dipl. Theologe

 

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten, dass es uns gelingt, in den großen Städten, die oft durch Anonymität und Einsamkeit gekennzeichnet sind, neue Formen zu finden, das Evangelium zu verkünden und kreative Wege zur Gemeinschaftsbildung zu entdecken.

  2. Wir beten für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Frieden und Sicherheit in Europa und für alle, die mit Sorge auf die Bedrohung durch autoritäre Regime blicken.

  3. Wir beten für die Kinder, die in diesen Wochen ein neues Schuljahr beginnen oder zum ersten Mal zur Schule gehen.

  1. Wir beten um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.

  2. Wir beten für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben.

  1. Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.

  2. Wir beten für alle Kunst-und Kulturschaffenden, die mit ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten Menschen inspirieren und verbinden.

  3. Wir beten für die Menschen in unserem Partnerland Bolivien und alle, die sich im Bistum Trier für die Partnerschaft einsetzen, um voneinander zu lernen und Glaubenserfahrungen zu teilen.

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.