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Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für 2025 haben Papst Leo XIV. und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für Juni 2026

Mit Papst Leo XIV. beten wir im Juni dass der Sport ein Instrument des Friedens, der Begegnung, des Dialogs unter den Kulturen und Nationen sei und Werte wie Respekt, Solidarität und persönliches Wachstum fördere.

Sport als Brücke des Friedens

Frieden ist in der Bibel weit mehr als nur die Abwesenheit von Streit oder Konflikten. Sie beschreibt ein gelingendes Miteinander, in dem Menschen sich gerecht und respektvoll begegnen. Der Begriff „Schalom“ steht für ein umfassendes Heilsein: Beziehungen stimmen, Gemeinschaft wächst, und der Mensch lebt in Harmonie mit Gott, sich selbst und anderen. Gerade der Sport hat Potential, zu einem solchen Ort des Friedens zu werden. Denn dort begegnen sich Menschen auf besondere Weise. Auf dem Spielfeld stehen nicht Herkunft, Sprache oder kulturelle Unterschiede im Vordergrund, sondern ein gemeinsames Ziel: das Spiel. Wenn Fairness gelebt wird, Regeln eingehalten werden und der Gegner nicht als Feind, sondern als Partner im Wettkampf gesehen wird, entsteht ein Raum gegenseitiger Achtung. Hier kann sichtbar werden, was Jesus in der Bergpredigt verheißt: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Matthäus 5,9).

Internationale Sportbegegnungen leisten einen wichtigen Beitrag zum Frieden: Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen kommen zusammen, lernen einander kennen und treten in Dialog. So wird der Sport zur Brücke zwischen Menschen, die Vorurteile abbaut und Verständnis fördert. Dabei vermittelt er zugleich zentrale Werte wie Respekt und Verantwortung: Jeder Mensch wird unabhängig von Herkunft oder Leistung in seiner Würde geachtet, und auch der Gegner wird als gleichwertig anerkannt.

So kann Sport – richtig verstanden – zu einem Ort gelebten Glaubens werden. Er macht Frieden konkret erfahrbar, stärkt Gemeinschaft und zeigt: Frieden ist kein fernes Ideal, sondern beginnt im Alltag – auch auf dem Spielfeld.

 

Andrea Schwindling

Gebet

Guter Gott,
du bist der Friede, der unsere Herzen erfüllt.
Wir danken dir für den Sport, der Menschen zusammenführt.
Lass ihn zu einem Ort werden, an dem Respekt wächst,
Begegnung gelingt und Verständigung möglich wird.
Schenke uns die Kraft, fair zu handeln,
den anderen zu achten und Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Hilf uns, Brücken zu bauen und Frieden zu stiften –
im Kleinen wie im Großen, auf dem Spielfeld und im Alltag.
Amen.

Mit Bischof Dr. Stephan Ackermann beten wir im Juni für die Menschen, die anlässlich der Fußball-WM durch den Sport Momente der Freude und Gemeinschaft teilen.‌

Mehr als nur ein Spiel

Fußball begeistert weltweit Menschen. Es gibt Momente der Freude, des gemeinsamen Mitfieberns und der Begegnung über Länder- und Lebensgrenzen hinweg. Für eine Zeit treten Unterschiede in den Hintergrund, und das Verbindende rückt in den Mittelpunkt: Menschen jubeln zusammen, hoffen miteinander und teilen auch Enttäuschungen.

Diese Erfahrungen sind dem christlichen Glauben vertraut. Die Bibel sieht den Menschen von Anfang an als Gemeinschaftswesen und preist das Geschenk des Miteinanders: „Siehe, wie gut und wie schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.“ (Psalm 133,1). Wo Menschen Freude und Leid teilen, wird etwas von dieser Eintracht spürbar, so wie es das Sprichwort besagt: „Geteilte Freude ist doppelte Freude; geteiltes Leid ist halbes Leid.“

Sport kann die Welt nicht in direkter Weise verändern, aber er kann Räume öffnen und Verhaltensweisen trainieren: Fairness, Respekt und gegenseitige Achtung. Wenn zwischen Mannschaften wie Spielern Rivalität nicht in Feindschaft umschlägt, sondern Wettkampf bleibt, wenn die Würde jedes Menschen respektiert bleibt, wird Gemeinschaft erfahrbar, wie sie auch im christlichen Glauben grundgelegt ist.

 

Andrea Schwindling

Gebet

Guter Gott,
wir danken dir für die Freude und Gemeinschaft,
die Menschen durch den Sport erleben.
Lass Fairness, Respekt und Miteinander wachsen
über alle Grenzen hinweg.
Stärke, was verbindet,
und begleite uns alle mit deinem Frieden.
Amen.

Mit Bischof Dr. Stephan Ackermann beten wir im Juni darum, alle zu stärken, die sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität engagieren in ihrem Einsatz für die Schwachen und Bedürftigen

Glaube, der handelt

Es braucht Menschen, die nicht wegsehen, sondern hinschauen, zuhören und handeln – gerade in einer Zeit, in der viele am Rand unserer Gesellschaft stehen, sei es durch Armut, Krankheit, Einsamkeit oder fehlende Chancen. Dieses Engagement gehört zum wesentlichen Kern des christlichen Glaubens. Im Evangelium lebt Jesus diese Haltung immer wieder vor, indem er sich den Armen, Kranken und Ausgegrenzten zuwendet und sich für ihre Würde einsetzt.

Daran knüpfte auch der verstorbene Papst Franziskus in seiner Sozialenzyklika „Fratelli Tutti“ an. Er macht deutlich, dass Solidarität mehr ist als Mitgefühl: Sie ist ein aktives Handeln füreinander, ein bewusstes Eintreten für soziale Gerechtigkeit. Das bedeutet, sich an die Seite derer zu stellen, die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben.

Das klingt vielleicht groß und anspruchsvoll. Doch jede und jeder kann schon im Kleinen, im Alltag dazu beitragen, dass unsere Welt ein Stück menschlicher und gerechter wird: dort, wo wir respektvoll und rücksichtsvoll miteinander umgehen, wo wir Hilfe anbieten, niemanden ausschließen und für Fairness eintreten.

So bekommt der Glaube Hand und Fuß. Christliche Gemeinschaft wird zu einem lebendigen und glaubwürdigen Hoffnungszeichen in unserer Gesellschaft – ganz im Sinne des südafrikanischen Sprichworts: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.“.

 

Andrea Schwindling

Gebet

Guter Gott,
öffne unsere Augen, damit wir das Leid anderer nicht übersehen.
Öffne unsere Ohren, damit wir hören, wo Menschen unsere Nähe brauchen.
Stärke unsere Hände, damit wir helfen, wo Hilfe nötig ist.
Schenke uns den Mut, füreinander einzustehen
und die Welt im Kleinen menschlicher zu machen.
Amen.

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten, dass der Sport ein Instrument des Friedens, der Begegnung und des Dialogs unter den Kulturen und Nationen sei und die Werte wie Respekt, Solidarität und persönliches Wachstum fördere.

  2. Wir beten für die Menschen, die anlässlich der Fußball-WM durch den Sport Momente der Freude und der Gemeinschaft teilen.

  3. Stärke alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität engagieren in ihrem Einsatz für die Schwachen und Bedürftigen.

  1. Wir beten um Respekt und die Verteidigung des menschlichen Lebens in jedem seiner Abschnitte, indem es als Gabe Gottes angesehen wird.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich für die Erforschung der Natur und den Schutz der Umwelt einsetzen zur Bewahrung Deiner Schöpfung.

  3. Wir beten für diejenigen, die in den Sommermonaten Ferienfreizeiten organisieren und Kindern und Jugendlichen unbeschwerte Momente ermöglichen.

  1. Wir beten, dass es uns gelingt, in den großen Städten, die oft durch Anonymität und Einsamkeit gekennzeichnet sind, neue Formen zu finden, das Evangelium zu verkünden und kreative Wege zur Gemeinschaftsbildung zu entdecken.

  2. Wir beten für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Frieden und Sicherheit in Europa und für alle, die mit Sorge auf die Bedrohung durch autoritäre Regime blicken.

  3. Wir beten für die Kinder, die in diesen Wochen ein neues Schuljahr beginnen oder zum ersten Mal zur Schule gehen.

  1. Wir beten um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.

  2. Wir beten für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben.

  1. Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.

  2. Wir beten für alle Kunst-und Kulturschaffenden, die mit ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten Menschen inspirieren und verbinden.

  3. Wir beten für die Menschen in unserem Partnerland Bolivien und alle, die sich im Bistum Trier für die Partnerschaft einsetzen, um voneinander zu lernen und Glaubenserfahrungen zu teilen.

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.