Mit dem Papst beten wir, dass das Gebet mit dem Wort Gottes Nahrung für unser Leben und Quelle der Hoffnung in unseren Gemeinschaften sei und uns hilft, eine geschwisterlichere und missionarische Kirche aufzubauen.
Manchmal liegen die Worte der Bibel neben uns wie ein vertrautes Buch – bekannt und doch im Alltag leicht überhört. Und zugleich spüren wir eine leise Sehnsucht: nach Orientierung, nach Sinn, nach einer Hoffnung, die trägt. Das Gebet mit dem Wort Gottes kann genau hier zur Nahrung werden – nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als Kraftquelle für unser Leben.
Wenn wir die Schrift nicht nur lesen, sondern betend auf uns wirken lassen, beginnt sie, uns anzusprechen. Dann ist sie kein Text von gestern, sondern ein lebendiges Wort, das unsere Fragen kennt, unsere Brüche aushält und unsere Hoffnungen nährt. Im Hören auf Gottes Wort dürfen wir erfahren: Wir sind gemeint. Unser Leben, mit allem, was es ausmacht, hat Platz in Gottes Geschichte mit uns Menschen. So wird das Gebet mit der Bibel zu einer Quelle der Hoffnung – für jede und jeden Einzelnen, aber auch für unsere Gemeinschaften.
Wo Menschen sich vom Wort Gottes berühren lassen, wächst Verständnis füreinander. Es entsteht Raum für Geduld, für Barmherzigkeit und für neue Wege des Miteinanders. Geschwisterlichkeit ist dann nicht nur ein schönes Ideal, sondern eine Haltung, die sich im Alltag einübt. Zugleich öffnet das Gebet mit dem Wort Gottes den Blick nach außen. Es macht sensibel für die Nöte anderer.
Eine Kirche, die aus dem Hören und Beten lebt, wird missionarisch – nicht laut oder aufdringlich, sondern einladend, glaubwürdig und hoffnungsvoll.
Sandra Baltes
Gebet
Gott, dein Wort ist älter als wir und zugleich ganz nah an unserem Leben.
Schenke uns offene Herzen, damit wir im Hören und Beten Kraft finden.
Dein Wort wecke in uns Hoffnung und gebe uns Mut Zeichen deiner Liebe in der Welt zu sein.
Amen.

