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Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für dieses Jahr haben Papst Leo XIV. und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für November 2026

Mit Papst Leo beten wir für um einen rechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

 

Eine der wichtigsten Lektionen über Reichtum habe ich beim händischen Wäschewaschen jeder Menger Kinderkleidung bei meinem Freiwilligendienst in Keina gelernt. Dort saß ich mit einer älteren Frau zusammen, die dort für Küche und Haushalt zuständig war. Wir sprachen über die großen Unterschiede zwischen unseren Lebenswelten und mein schlechtes Gewissen angesichts der ungerechten Verteilung von Wohlstand. Warum habe ich so viele Möglichkeiten, während andere Menschen mit so wenig auskommen müssen?  Ich habe mir schließlich weder meine Herkunft noch die gesellschaftlichen Voraussetzungen ausgesucht, unter denen ich aufgewachsen bin und in denen ich heute leben darf. Die Frau brachte es damals mit einem einfachen wie genialen Satz auf den Punkt: „Niemand wird alleine reich.“ Wie wahr: Allzu gerne erzählen wir uns, dass Wohlstand vor allem das Ergebnis eigener Leistung sei. Wer hart arbeitet, der bringe es schließlich auch zu etwas. Doch so einfach ist es keineswegs. Manche Menschen erben Häuser und Vermögen, andere wachsen in Armut auf. Manche profitieren von guter Bildung, Sicherheit und funktionierender Infrastruktur, andere können von solchen Rahmenbedingungen nur träumen. Und selbst wer sich seinen Wohlstand hart erarbeitet hat, verdankt ihn auch immer den Menschen, die dafür die Voraussetzungen geschaffen haben. Niemand wird alleine reich. Das macht persönliche Leistung nicht unbedeutend. Aber es erinnert uns daran, dass Reichtum niemals nur Privatsache ist. Im christlichen Glauben ist das, was wir besitzen, nicht nur unser Eigentum, sondern immer auch etwas, das uns anvertraut ist. Daraus erwächst die Verantwortung nicht nur vom eigenen Überfluss abzugeben, sondern auch für gerechtere Chancen und faire gesellschaftliche Verhältnisse einzutreten. Denn wenn niemand alleine reich wird, sollte auch niemand alleine reich bleiben wollen.

 

Michael Michels

Gebet

Gott der Gerechtigkeit, wir bringen vor dich eine Welt, in der Reichtum und Lebenschancen so ungleich verteilt sind.
Wo wenige im Überfluss leben, fehlt anderen das Nötigste.
Wir bitten um offene Augen für diese Ungerechtigkeit, um Dankbarkeit für das Empfangene
und um den Mut, Wohlstand in den Dienst aller Menschen zu stellen.

Amen.

 

Mit Bischof Stephan beten wir für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

Seit einigen Jahren begleite ich Bildungsfahrten für Jugendliche nach Auschwitz. Die Gespräche mit Überlebenden von Auschwitz-Birkenau gehören dabei zu den eindrücklichsten Erfahrungen. Doch in den vergangenen beiden Jahren waren solche Begegnungen nicht mehr möglich. Die Zahl der Überlebenden wird immer kleiner, die wenigen noch lebenden Augenzeugen immer älter. In wenigen Jahren niemand mehr aus eigener Erfahrung von den Verbrechen der Shoah berichten können. Was bedeutet das für uns? Eine eindrückliche Antwort darauf gab der Pianist Igor Levit beim Deutschen Filmpreis 2025. Kurz vor seinem Auftritt hatte ihn die Nachricht vom Tod der ihr persönlich gut bekannten Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer erreicht. Sichtlich bewegt würdigte er sie. Schon ihre Existenz, ihr Leben, sei eine einzige große Aufforderung gewesen, ihr gerecht zu werden. Ihr Tod mache diese Aufforderung, so Levit, noch viel größer. Denn wir können Menschen wie Margot Friedländer bewundern, ihren Geschichten zuhören und ihrer gedenken. Doch all das bleibt in einer Zeit, die wieder voll von Antisemitismus ist, unvollständig, wenn wir nicht bereit sind, selbst für das einzustehen, wofür zum Beispiel Margot Friedländer ihr Leben lang, 103 Jahre, gekämpft hat. „Nie wieder“ ist kein Versprechen an die Vergangenheit. Es ist eine Verpflichtung für die Gegenwart, an der sich auch die Glaubwürdigkeit eines jeden Christen messen lässt. Ob wir ihr gerecht werden, zeigt sich nicht allein in unseren Worten des Gedenkens, sondern in unserer Haltung und unserem Handeln in diesen verrückten Zeiten mit so schnell wachsenden antisemitischen, diskriminierenden und hasserfüllten Strömungen.

 

Michael Michels

Gebet

Gott der Menschlichkeit, wir bringen vor dich die Menschen jüdischen Glaubens,
die auch heute Hass, Ausgrenzung und Gewalt erfahren.
Wir erinnern uns an das Leid der Vergangenheit und sehen die Bedrohungen der Gegenwart.
Wir bitten um Wachsamkeit, wo Menschenverachtung wächst,
um Mut, wo Widerspruch notwendig ist, und um die Entschlossenheit,
dem Versprechen „Nie wieder“ mit unserem Handeln gerecht zu werden.

Amen.

Mit Bischof Stephan beten wir für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken. 

„Der Tod hat nicht das letzte Wort.“ Es gibt wohl nur sehr wenige Sätze, die in Kirchen und von Seelsorger*innen häufiger gebracht werden, schließlich gehört dieser Satz zum Kern österlicher Hoffnung. Und doch frage ich mich manchmal, ob wir diesen Satz nicht viel zu voreilig aussprechen. Zunächst hat der Tod nämlich ein ganz gewaltiges, ungemein mächtiges Wort. Der Tod nimmt uns geliebte Menschen, verändert unser Leben teils radikal, zerstört gemeinsame Zukunftspläne, Hoffnungen, Träume und Wünsche und hinterlässt eine Leere, die kein noch so gut gemeiner Trost füllen kann. Wie viel Macht dieses Wort hat, macht uns auch das Evangelium nach Johannes deutlich. Als Jesus am Grab seines Freundes Lazarus steht, über all die Trauer der vielen Menschen „im Innersten erregt und erschüttert“ (Joh 11,33) wird dort einer der menschlichsten Sätze des neuen Testamentes wiedergeben: „Da weinte Jesus.“ (Joh 11,35) Ausgerechnet Jesus, der kurz zuvor von sich sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11,25) Er spricht von der Hoffnung über den Tod hinaus und trotzdem weint er. Darin liegt für mich eine ganz bedeutende Botschaft für alle, die im Beerdigungsdienst Menschen begleiten. Christliche Hoffnung bedeutet keineswegs, weniger traurig sein zu müssen. Sie verlangt keine schnellen Antworten und keine tröstenden Floskeln. Sie muss die Wirklichkeit des Todes und den Schmerz der Hinterbliebenen ernst nehmen. Deshalb braucht es Menschen, die beides miteinander verbinden können: die Wirklichkeit des Todes ernst zu nehmen und trotzdem von der Hoffnung zu sprechen, die unser Glaube uns schenkt. Es braucht Menschen, die der Trauer Raum geben, ohne die Hoffnung aus den Augen zu verlieren. Die von Gottes Liebe sprechen können, ohne den Schmerz der Menschen zu übertönen. Denn der Tod hat ein gewaltiges Wort, auch wenn wir darauf vertrauen dürfen, dass Gottes Liebe immer noch eines mehr zu sagen hat.

 

Michael Michels 

Gebet

Allmächtiger Gott,
wir bringen vor dich alle, die Menschen in ihrer Trauer begleiten.
Schenke ihnen ein offenes Ohr für den Schmerz und den Mut, auch Sprachlosigkeit auszuhalten.
Gib ihnen Worte, die Hoffnung schenken, ohne zu vertrösten.
Stärke ihr Vertrauen darauf, dass deine Liebe über den Tod hinausreicht.

Amen

 

 

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.