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Gebetsmeinungen von Papst und Bischof

Bischof Ackermann reicht dem Papst die Hände.

Für 2025 haben Papst Franziskus und Bischof Dr. Stephan Ackermann die unten stehenden Gebetsanliegen festgelegt. Das erste Anliegen (im jeweiligen Monat im Fettdruck dargestellt) ist vom Papst festgelegt, die zwei weiteren (kursiv gesetzten) vom Trierer Bischof. Die Gebetsanliegen werden auch im Kirchlichen Amtsblatt des Bistums Trier veröffentlicht.

Die Gebetsintentionen haben der Papst und Bischof Stephan jeweils bereits im Vorjahr festgelegt. So erklärt sich, dass sie nicht tagesaktuell auf Ereignisse eingehen können.

Der Papst stellt seine Anliegen monatlich in einem Video (auch in einem eigenen Kanal auf Youtube) persönlich vor.

Sie finden aktuelle Gedanken zu den monatlichen Gebetsintentionen aus dem Bistum Trier auf dieser Seite - zusammengestellt vom Gebetsapostolat

Gebetsanliegen für April 2026

Mit Papst Leo XIV. beten wir im April für die Priester, die in ihrer Berufung mit Momenten der Krise kämpfen: Dass sie Begleitung finden und ihre Gemeinden sie mit Verständnis und Gebet mittragen.

„Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen“ Paulus spricht im 2. Korintherbrief über den Glauben, aber er scheint mir auch für die Frage der eigenen Berufung zu gelten. Lange wurde gerade die priesterliche Berufung als etwas verstanden, das man verteidigt, das abschirmt, das den, der sie trägt, von anderen trennt. Aber keine Berufung macht unverwundbar. Wer zum Priestertum berufen ist, steht nicht über den Dingen, sondern mittendrin. Mit seinen Zweifeln, Müdigkeit, und Einsamkeit, die das Leben bereithält.

Und mir scheint es, als ob gerade die Einsamkeit wächst. Der Glaube ist leiser geworden in der Gesellschaft und wird mehr hinterfragt. Der priesterliche Lebensentwurf ist vielen Menschen fremd. Manche begegnen ihm mit Unverständnis, manche mit der Frage: Warum tust du dir das an? Wärst du nicht anders glücklicher? Ich glaube, dass viele Priester dieses Fremdeln spüren. Im Gespräch, das abbricht. In den Fragen nach dem was einem heilig ist, aber die immer weniger Menschen stellen. Und jedes dieser Momente kann sich auf die Berufung wie eine Schicht legen. Irgendwann hat sich dann aus diesen vielen kleinen, leisen Zweifeln von außen etwas aufgetürmt, das nicht mehr leise ist: der Gedanke, das eigene Leben falsch gewählt zu haben. Das ist kein kleines Fremdeln mehr, gleich einer Grille. Das ist groß und gewaltig. Fast wie ein Drache.

Paulus wusste, wovon er sprach. Aber die Zerbrechlichkeit war für ihn kein Makel, sondern der Ort, an dem Gottes Kraft sichtbar wird. Und er wusste: Niemand trägt diesen Schatz allein. Berufung zum Priestertum ist kein Einzelprojekt. Sie ist der Kirche anvertraut. Uns allen. Wo ein Priester mit seiner Berufung ringt, sind wir gefragt. Mit Verständnis. Mit Gebet.

Ein zerbrechliches Gefäß braucht viele Hände, die es halten. Und mitten in der Osterzeit können wir hoffen, dass für hoffentlich viele Priester, die mit ihrer Berufung hadern, nicht manche stille Einsamkeit und Trauer überhandnehmen. Sondern die eigene Berufung wieder eine Freude werden kann, die Paul Claudel in diese Worte zur Osternacht fasst:

 

Erik Hau

„Auch meine Seele entreißt sich dem Grabe mit einem nicht endenden Lachen,
Glaubend an meinen Erlöser besiege auch ich den Drachen.“

Mit Papst Leo XIV. gedenken wir im April der Katastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und beten für alle, die bis heute unter den Folgen leiden.

 

Im April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl. Was folgte, war nicht nur eine technische Katastrophe. Es war das Versagen eines Systems, das die Wahrheit fürchtete. Die HBO-Serie „Chernobyl“ hat das 2019 schonungslos gezeigt: Während die Strahlung längst tötete, lautete die offizielle Linie, es bestehe keine Gefahr. Familien blieben in ihren Wohnungen. Kinder spielten im Freien. Die Lüge kostete Leben, die hätten geschützt werden können.

Was die Katastrophe eindämmte, war nicht das System. Es waren einzelne Menschen. Feuerwehrleute, die auf das brennende Dach des Reaktors stiegen, ohne zu wissen, was sie dort erwartete. Bergleute, die unter dem Reaktor gruben, um Schlimmeres zu verhindern. Soldaten, die den Graphit mit bloßen Händen räumten. Sie taten es nicht immer aus Heldenmut. Viele von ihnen hatten keine Wahl, andere verstanden das Ausmaß der Gefahr nicht, weil man es ihnen verschwieg. Sie haben mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben bezahlt für etwas, das andere zu verantworten hatten.

Vier Jahrzehnte sind vergangen. Die Sperrzone besteht weiter. Menschen leiden bis heute an den Folgen an Krankheiten, die über Generationen weiterwirken. Tschernobyl ist nicht vorbei. Im Gebet halten wir fest, was die Welt scheinbar vergessen möchte: dass dieses Leid andauert und dass die Menschen, die es tragen, unserer Aufmerksamkeit nicht weniger würdig sind als am ersten Tag.

Wir wollen beten mit folgenden Worten:

 

Erik Hau

Gebet

Für alle, die den Opfern von Tschernobyl helfend zur Seite standen und stehen
und ihnen deine Nähe und Solidarität erfahrbar machen.
Für alle Opfer radioaktiver Verstrahlung weltweit – um die Kraft, das zugefügte Leid ertragen zu können.

Mit Bischof Dr. Stephan Ackermann beten wir für die Pilgerinnen und Pilger, die anlässlich der Heilig-Rock-Tage nach Trier kommen und sich im Blick auf das ungeteilte Gewand Jesu neu im Glauben stärken lassen.

 

Mit Bischof Dr. Stephan Ackermann beten wir für die Pilgerinnen und Pilger, die anlässlich der Heilig-Rock-Tage nach Trier kommen und sich im Blick auf das ungeteilte Gewand Jesu neu im Glauben stärken lassen.

Warum nach Santiago gehen, wenn man fliegen könnte? Warum nach Trier laufen, wenn es das eigene Auto gibt? Warum sich Blasen an den Füßen holen für etwas, das man auch bequem erreichen kann? Weil der Körper etwas begreift, was der Kopf allein nicht schafft. Wer pilgert, denkt nicht nur mit dem Kopf nach. Er setzt sich eine Erfahrung als ganzer Mensch aus: Schritt für Schritt. Bei Regen und Sonne und manchmal mit schmerzenden Knien und wunden Füßen.

Viele Menschen, die gepilgert sind, haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Gerade wenn man allein beginnt. Die erste Zeit gehört einem selbst. Man hat seinen eigenen Gedanken und die eigenen Zweifel. Aber je näher man dem Ziel kommt, desto mehr Menschen begegnet man. Andere Pilgerinnen und Pilger tauchen auf. Oft aus anderen Richtungen und Gründen, aber mit demselben Ziel. Aus dem einsamen Gehen wird ein gemeinsamer Weg. Das ist christliche Pilgerschaft.

Wer so nach Trier kommt und vor dem Dom steht, ordnet sich ein in etwas, das nicht mit ihm begonnen hat und nicht mit ihm enden wird. Die Mauern sind alt. Die Verehrung des Heiligen Rocks reicht über Jahrhunderte zurück. Generationen haben hier gestanden. Man reiht sich ein in diese lange Kette und spürt: Der Glaube ist größer und mehr als man selbst. Er trägt weiter, als ich sehen kann. Im Trierer Pilgergebet verbinden sich die Stimmen der Pilger heute mit denen, die vor ihnen da waren und denen, die nach ihnen kommen werden:

 

Erik Hau

Gebet

„Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist. Amen.“

Vorschaubild_Youtubechannel Papst

Video

Hier geht's zum Youtube-Channel "Das Video vom Papst". Das Video vom Papst ist ein Projekt des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes (Gebetsapostolat), eine Offizielle Einrichtung des Vatikans. In kurzen Videos stellt Papst Franziskus seine monatlichen Gebetsanliegen vor, in denen es um die Herausforderungen der Menschheit und den Auftrag der Kirche geht.

Gebetsanliegen für 2026

  1. Wir beten, dass die Nationen in einer wirksamen Abrüstung vorankommen, besonders in der nuklearen Abrüstung, und dass die Verantwortlichen in der Welt den Weg des Dialogs und der Diplomatie wählen statt der Gewalt.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich für den Schutz und die Bewahrung unserer Umwelt einsetzen. Stärke ihren Einsatz und schenke ihnen Erfolg.

  3. Wir beten für die Menschen im rheinland-pfälzischen Teil unseres Bistums, die zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen sind.

  1. Wir beten für die Priester, die mit Momenten der Krise in ihrer Berufung kämpfen, dass sie die ihnen nötige Begleitung finden und dass die Gemeinschaften sie mit Verständnis und Gebet unterstützen.

  2. Wir beten für die Katastrophe von Tschernobyl und für alle, die noch vier Jahrzehnte danach unter den Folgen leiden.

  3. Wir beten für die Pilgerinnen und Pilger, die anläßlich der Heilig-Rock-Tage nach Trier kommen und sich im Blick auf das ungeteilte Gewand Jesu neu im Glauben stärken lassen.

  1. Wir beten, dass sich alle, von den großen Erzeugern bis zu den kleinen Verbrauchern, dafür einsetzen, die Vergeudung von Lebensmitteln zu vermeiden, und daß jede Person Zugang zu einer qualitätsvollen Nahrung hat.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich durch ihr Engagement in Politik, Justiz und Gesellschaft für die Bewahrung unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats einsetzen.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die sich zum Katholikentag in Würzburg versammeln, den Glauben gemeinsam feiern und Zeugnis geben von ihrem gelebten Christ-Sein.

  1. Wir beten, dass der Sport ein Instrument des Friedens, der Begegnung und des Dialogs unter den Kulturen und Nationen sei und die Werte wie Respekt, Solidarität und persönliches Wachstum fördere.

  2. Wir beten für die Menschen, die anlässlich der Fußball-WM durch den Sport Momente der Freude und der Gemeinschaft teilen.

  3. Stärke alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und Solidarität engagieren in ihrem Einsatz für die Schwachen und Bedürftigen.

  1. Wir beten um Respekt und die Verteidigung des menschlichen Lebens in jedem seiner Abschnitte, indem es als Gabe Gottes angesehen wird.

  2. Wir beten für die Menschen, die sich für die Erforschung der Natur und den Schutz der Umwelt einsetzen zur Bewahrung Deiner Schöpfung.

  3. Wir beten für diejenigen, die in den Sommermonaten Ferienfreizeiten organisieren und Kindern und Jugendlichen unbeschwerte Momente ermöglichen.

  1. Wir beten, dass es uns gelingt, in den großen Städten, die oft durch Anonymität und Einsamkeit gekennzeichnet sind, neue Formen zu finden, das Evangelium zu verkünden und kreative Wege zur Gemeinschaftsbildung zu entdecken.

  2. Wir beten für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz für Frieden und Sicherheit in Europa und für alle, die mit Sorge auf die Bedrohung durch autoritäre Regime blicken.

  3. Wir beten für die Kinder, die in diesen Wochen ein neues Schuljahr beginnen oder zum ersten Mal zur Schule gehen.

  1. Wir beten um eine gerechte und nachhaltige Verwaltung des Wassers, einer überlebenswichtigen Ressource, so dass alle in gleicher Weise Zugang dazu haben.

  2. Wir beten für alle, die in der Landwirtschaft und im Weinbau tätig sind und durch ihre Arbeit Sorge tragen für die Ernährung und die Erhaltung unseres Lebensraumes.

  3. Wir beten für die Christinnen und Christen, die in den muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums Heimat gefunden haben.

  1. Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.

  2. Wir beten für alle Kunst-und Kulturschaffenden, die mit ihrer Kreativität und ihren Fähigkeiten Menschen inspirieren und verbinden.

  3. Wir beten für die Menschen in unserem Partnerland Bolivien und alle, die sich im Bistum Trier für die Partnerschaft einsetzen, um voneinander zu lernen und Glaubenserfahrungen zu teilen.

  1. Wir beten um einen gerechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.

  2. Wir beten für die Menschen jüdischen Glaubens, die bis heute Hetze, Diskriminierung und Hass erfahren müssen.

  3. Wir beten für alle, die haupt- und ehrenamtlich im Beerdigungsdienst tätig sind und Menschen sowohl in ihrer Trauer begleiten wie auch durch ihre Verkündigung die Hoffnung auf das ewige Leben bestärken.

  1. Wir beten für die Familien, die die Erfahrung des Fehlens einer Mutter oder eines Vaters machen, dass sie in der Kirche Unterstützung und Begleitung finden, und im Glauben Hilfe und Kraft in schwierigen Zeiten.

  2. Wir beten für alle, die der Kälte des Winters ausgesetzt sind und darunter leiden; für alle, die in unseren sozial-caritativen Einrichtungen Obdachlosen eine Unterkunft anbieten.

  3. Wir beten für alle, die in der Adventszeit Trost und Hoffnung suchen und von der Feier der Geburt Deines Sohnes Licht in den Dunkelheiten ihres Lebens erhoffen.

Von Anfang an haben die Mitglieder des Gebetsapostolats um das Wachsen des Reiches Gottes hier auf Erden gebetet. Die Verantwortlichen haben ihnen monatlich ein konkretes Missionsanliegen vorgelegt und sie eingeladen, für dieses Anliegen in besonderer Weise zu beten. Bereits seit dem Jahre 1887 hat der Papst selbst die Festlegung des monatlichen Missionsanliegens übernommen. Heute wählen Vertreter aller Kontinente die jährlichen päpstlichen Gebetsanliegen in einem besonderen Verfahren aus einer Vielzahl von Vorschlägen aus. Die Schlussauswahl legen sie dem Papst vor, der sie dann bestätigt.

Es gibt zwei Anliegen für jeden Monat, ein allgemeineres und ein mehr missionarisches. - In einem „Weltgebet“ machen sich die Christen auf allen Kontinenten die Gebetsanliegen des Heiligen Vaters zu eigen. Eine große, weltweite Solidarität von Millionen Gläubigen wird durch dieses Gebet Wirklichkeit.

Damit jedoch die kirchlichen Belange eines Bistums mit ihren Pfarreien, Gemeinschaften und Einrichtungen in das Gebet mit einbezogen werden, können auch die Bischöfe eigene Gebetsanliegen hinzufügen. Der Bischof von Trier tut dies seit einigen Jahren.

Das "Gebetsapostolat" sorgt für die Verbreitung dieser monatlichen Gebetsanliegen.