Mit Papst Leo beten wir, dass die Nationen in einer wirksamen Abrüstung vorankommen, besonders in der nuklearen Abrüstung, und dass die Verantwortlichen in der Welt den Weg des Dialogs und der Diplomatie wählen statt der Gewalt.
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine sprach der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz von einer Zeitenwende. Vier Jahre später sehen wir mehr und mehr die konkreten Auswirkungen dieser Zeitenwende. So haben sich die NATO-Bündnispartner inzwischen verpflichtet, bis 2035 jährlich 5 % des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und Sicherheit aufzuwenden. Die Rüstungsindustrie boomt. Viele sehen die Notwendigkeit dafür, um unsere freiheitlich-demokratische Ordnung und unseren Wohlstand zu sichern. Und trotzdem macht es vielen Menschen auch Angst. So direkt und nah war die Kriegsgefahr lange nicht.
Seit 2022 begehen die Vereinten Nationen den 5. März eines jeden Jahres als Internationalen Tag der Abrüstung und der Förderung des Bewusstseins für Nichtverbreitung. Mit diesem Tag soll weltweit darauf hingewiesen werden, dass der Bedarf an Abrüstungs- und Nichtverbreitungserziehung größer denn je ist, insbesondere im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen. Der Tag möchte das Verständnis für die Risiken globaler Aufrüstung fördern und die Bedeutung von Bildungsmaßnahmen betonen, die friedliche Sicherheitskonzepte und Abrüstung in den Mittelpunkt rücken.
In einer Ansprache zu diesem Tag im Jahr 2024 sagte Papst Franziskus: „Ich hoffe aufrichtig, dass die internationale Gemeinschaft begreift, dass Abrüstung in erster Linie eine Pflicht ist: Abrüstung ist eine moralische Pflicht. Das sollten wir uns einprägen. Und dies erfordert den Mut aller Mitglieder der großen Völkerfamilie, vom Gleichgewicht der Angst zum Gleichgewicht des Vertrauens überzugehen.“ Aufrüstung scheint in unserer Zeit ein notwendiges Übel zu sein. Vor allem aber müssen wir in der Diplomatie und im gegenseitigen Vertrauen aufrüsten, damit Waffen mehr und mehr überflüssig werden.
Marco Weber
Gebet
Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt
ohne Hunger und Armut, ohne Gewalt und Krieg.
Gib, dass unser Herz sich allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen, das du in sie eingesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen.
Amen.
(Gebet von Papst Franziskus in der Enzyklika Fratelli Tutti)

